Lesenswert: Franziska Drohsel gegen allgemeine Dienstpflicht

Im Interview mit dem „Deutschlandradio” spricht sich die Juso-Bundesvorsitzende Franziska Drohsel mit über­zeu­gen­den und klaren Argumenten gegen die Wehrpflicht und ebenso gegen eine allge­meine Dienstpflicht aus. Während die Wehrpflicht abzu­schaf­fen nun keine neue Juso-Forderung ist, mag das enga­gierte Eintreten Drohsels gegen eine allge­meine Dienstpflicht mögli­cher­weise Erstaunen hervor­ru­fen:

Ostermann: Die FDP verfolgt ja eine ähnli­che Richtung und Sie selbst, Frau Drohsel, haben sogar einmal von Freiheitsberaubung gespro­chen. Also passt in dieser Frage zwischen Jusos und Liberalen kein Blatt?

Drohsel: Ich glaube tatsäch­lich, dass das schon ein libe­ra­les Grundrechtsverständnis ist, wo man nämlich schon sagt, dass dem Bürger möglichst viele Freiheiten gelas­sen werden müssen und eine Freiheitsbeschränkung immer gerecht­fer­tigt werden muss. So, und in dem Sinne kann ich mir gut vorstel­len, dass man aus einer libe­ra­len Grundhaltung und unserem Verständnis von gesell­schaft­li­chem Zusammenleben da durch­aus nahe beiein­an­der ist, dass man eben sagt, Menschen sollen nicht gezwun­gen werden, irgend­wel­che Tätigkeiten zu machen, die sie viel­leicht gar nicht machen wollen.

Das komplette Interview ist sehr lesens­wert, ich jeden­falls habe inhalt­lich nicht auszu­set­zen.

Über Christian Soeder

Christian Soeder ist Herausgeber von ROTSTEHTUNSGUT und besonders an netzpolitischen Zusammenhängen interessiert.

2 Replies to “Lesenswert: Franziska Drohsel gegen allgemeine Dienstpflicht”

  1. Wie gewohnt inhalt­lich durch­aus gehalt­voll und rheto­risch unter­ir­disch ;).

  2. @Kalle: Seh ich auch so.

    Selbst wenn man eine Wehrpflicht im Prinzip befür­wor­tet (was ich nicht tue), muss man sich inzwi­schen fragen, ob ein Grundwehrdienst von nur 6 Monaten nicht zu kurz ist, um sinn­voll zu sein.

    Mir scheint, dass eine Abschaffung der Wehrpflicht langsam mehr­heits­fä­hig wird. Und perfi­der­weise ist das wich­tigste Gegenargument, dass man dann auch den Zivildienst abschaf­fen müsste — aber das kann man ja unmög­lich tun, weil dann zehn­tau­sende billi­ger Arbeitskräfte in den sozia­len Einrichtungen fehlen.