SPD-Mit­glie­der­be­geh­ren gegen die Vor­rats­da­ten­spei­che­rung

Yas­mina Banasz­czuk und Den­nis Mor­hardt wol­len es wis­sen: Ges­tern haben sie den Start­schuss für ein SPD-inter­nes Mit­glie­der­be­geh­ren gegen die Vor­rats­da­ten­spei­che­rung gege­ben. Dafür müs­sen wir bis zum 23. Okto­ber 2012 von 10% der Mit­glie­der eine Unter­schrift holen. „SPD-Mit­glie­der­be­geh­ren gegen die Vor­rats­da­ten­spei­che­rung“ weiter­le­sen

Entwurf: Anti-#LSR-Manifest

In Kürze: Die Rechtsunsicherheit, die das „Leistungsschutzrecht für Presseverleger” produ­zie­ren wird, ist gewal­tig. Auf BloggerInnen, die Presseerzeugnisse verlin­ken und daraus zitie­ren, können massive Abmahnwellen zukom­men. Selbst wenn die BloggerInnen selbst nichts falsch machen, müssen sie vermut­lich auch die Kommentare genau prüfen (Störerhaftung). Was das für Foren bedeu­ten würde ist völlig unklar.

Zeitungsstapel

Zum sog. „Leistungsschutzrecht für Presseverleger” sind lesens­wert: lawblog.de, internet-law.de, irights.info, moenikes.de.

In Kürze: Die Rechtsunsicherheit, die das „Leistungsschutzrecht für Presseverleger” produ­zie­ren wird, ist gewal­tig. Auf BloggerInnen, die Presseerzeugnisse verlin­ken und daraus zitie­ren, können massive Abmahnwellen zukom­men. Selbst wenn die BloggerInnen selbst nichts falsch machen, müssen sie vermut­lich auch die Kommentare genau prüfen (Störerhaftung). Was das für Foren bedeu­ten würde ist völlig unklar.

Ich mache da nicht mit. Hier mein Anti-#LSR-Manifest — ein grober Entwurf, ohne Garantie auf Vollständigkeit und derglei­chen:

  1. Ich werde nur Verlagsangebote verlin­ken, die klar sagen, dass sie das Leistungsschutzrecht nicht nutzen werden.
  2. Ich werde nur Zeitungen und Magazine kaufen, deren Verlage klar sagen, dass sie das Leistungsschutzrecht nicht nutzen werden.
  3. Ich werde nur Tweets von JournalistInnen retwee­ten, die klar sagen, dass sie das Leistungsschutzrecht nicht nutzen werden.
  4. Ich werde nur Medien zitie­ren, die klar sagen, dass sie das Leistungsschutzrecht nicht nutzen werden.
  5. Ich werde das Leistungsschutzrecht nicht nutzen, auch wenn ich dazu berech­tigt wäre.
  6. Ich werde poli­tisch alles dafür tun, dass dieses Gesetz, sollte es verab­schie­det werden, wieder rück­gän­gig gemacht wird.

Dieses Manifest darf frei kopiert, bear­bei­tet, modi­fi­ziert und verteilt werden.

Bild: Howard Lake; Lizenz: CC-BY-SA

Fakten zur Vorratsdatenspeicherung

Einige Fakten zur Vorratsdatenspeicherung aus SPD-Sicht.

  1. Die „Richtlinie 2006/24/EG über die Vorratsspeicherung von Daten” ist gelten­des EU-Recht und muss von Deutschland ergo umge­setzt werden.
  2. Das erste Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung wurde vom Bundesverfassungsgericht für verfas­sungs­wid­rig erklärt. Die Vorratsdatenspeicherung an sich verstößt nicht gegen das Grundgesetz. Es ist also eine poli­ti­sche und keine juris­ti­sche Problemstellung.
  3. Die SPD hat auf ihrem Bundesparteitag beschlos­sen (PDF), diese Richtlinie modi­fi­zie­ren zu wollen: „Wir setzen uns auf euro­päi­scher Ebene für eine Revision der EU-Richtlinie ein.” Ein Ziel der SPD ist die „Verkürzung der Speicherfristen auf deut­lich unter sechs Monate. Feststellungen in der Praxis haben ergeben, dass eine Speicherdauer von drei Monaten in aller Regel ausrei­chend ist”. Außerdem soll „eine Differenzierung der Speicherdauer und Zugriffsvoraussetzungen anhand der zu spei­chern­den Datenarten hinsicht­lich ihrer Eingriffsintensität” möglich sein. Und weiter­hin sollen die „so bei den Providern gespei­cher­ten und geschütz­ten Daten” nur zur Strafverfolgung genutzt werden, „wenn ein Nutzer / eine Nutzerin verdäch­tig ist, schwerste Straftaten gegen Leib, Leben oder sexu­elle Selbstbestimmung began­gen zu haben”.
  4. Das heißt: Wenn SPD-VertreterInnen die Vorratsdatenspeicherung mit dem „Enkeltrick” und derglei­chen begrün­den, halten sie sich nicht an den Parteitagsbeschluss.
  5. Die Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger weigert sich, die Richtlinie umzu­set­zen.
  6. Weil Deutschland die Richtlinie nicht umsetzt, kommen EU-Strafzahlungen auf Deutschland zu.
  7. Wenn führende SPD-VertreterInnen so tun, als sei die Bundesjustizministerin als Einzige für eine Reform der Richtlinie, so muss ich ihnen sagen: Genau dieses hat der SPD-Bundesparteitag beschlos­sen.
  8. Der Beschluss auf dem Parteitag erfolgte 60:40. Es gibt keinen Basisverband, der für die Vorratsdatenspeicherung ist. Aber es gibt etliche Beschlüsse dagegen.
  9. Klar ist auch: Das Gerede von „Brüssel will es so” ist hoch­gra­di­ger Unfug. Deutschland ist „dank” der Euro-Krise so mächtig wie nie. Wäre Deutschland klar gegen die Vorratsdatenspeicherung, wäre die Richtlinie binnen kürzes­ter Zeit Geschichte.
  10. Nachtrag, 20:45 Uhr: Die SPD-Bundestagsfraktion hat sich zur „Überarbeitung der Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung” wie folgt posi­tio­niert: Wir fordern die Bundesregierung deshalb auf, sich unmit­tel­bar in den Diskussionsprozess einzu­brin­gen mit dem Ziel, den Geltungsbereich der Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung zu über­ar­bei­ten und den Mitgliedstaaten die Freiheit einzu­räu­men, von der Mindestspeicherfrist von sechs Monaten nach unten abzu­wei­chen und weitere Differenzierungen vorzu­se­hen.

Zwölf Thesen für ein faires und zeitgemäßes Urheberrecht

Die SPD-Bundestagsfraktion möchte mit ihrem Thesenpapier für ein faires und zeit­ge­mä­ßes Urheberrecht eine ehrli­che Debatte über die Zukunft des Urheberrechts führen. Wir setzen uns für eine Modernisierung des Urheberrechts in der digi­ta­len Gesellschaft ein, das Kreative und Urheber stärkt und das Recht mit neuen digi­ta­len Nutzungspraktiken in Einklang bringt. Unser Ziel ist es, einen fairen und gerech­ten Ausgleich der Interessen von Urhebern, Verwertern und Nutzern sicher­zu­stel­len. Wir wollen sie bei der legi­ti­men Durchsetzung ihrer Rechte unter­stüt­zen – sowohl auf natio­na­ler als auch auf inter­na­tio­na­ler Ebene. Die Weiterentwicklung des Urheberrechts kann nur im Dialog und nicht gegen­ein­an­der gelin­gen.

Der Arbeitskreis Urheberrecht der SPD-Bundestagsfraktion hat sich in der großen Urheberrechtsdebatte eben­falls zu Wort gemel­det. Ich bilde den Beitrag hier im Volltext ab, meine Kommentare habe ich direkt jeweils dahin­ter in eckigen Klammern geschrie­ben.

Der Streit um das Urheberrecht hat sich zu einem der zentra­len Konflikte der digi­ta­len Gesellschaft entwi­ckelt. Unterschiedliche Interessen von Urhebern, Verwertern, Nutzern und Konsumenten stehen sich häufig schein­bar unver­söhn­lich gegen­über. Keine Partei oder poli­ti­sche Gruppierung hat bisher eine Antwort auf diesen Konflikt entwi­ckelt, die über Schlagworte und vermeint­lich einfa­che Lösungen hinaus geht.

Die SPD-Bundestagsfraktion möchte mit ihrem Thesenpapier für ein faires und zeit­ge­mä­ßes Urheberrecht eine ehrli­che Debatte über die Zukunft des Urheberrechts führen. Wir setzen uns für eine Modernisierung des Urheberrechts in der digi­ta­len Gesellschaft ein, das Kreative und Urheber stärkt und das Recht mit neuen digi­ta­len Nutzungspraktiken in Einklang bringt. Unser Ziel ist es, einen fairen und gerech­ten Ausgleich der Interessen von Urhebern, Verwertern und Nutzern sicher­zu­stel­len. Wir wollen sie bei der legi­ti­men Durchsetzung ihrer Rechte unter­stüt­zen – sowohl auf natio­na­ler als auch auf inter­na­tio­na­ler Ebene. Die Weiterentwicklung des Urheberrechts kann nur im Dialog und nicht gegen­ein­an­der gelin­gen.

  1. Die SPD steht für ein moder­nes Urheberrecht, das den Anforderungen der digi­ta­len Welt Rechnung trägt. Auch im Zeitalter des Internet benö­tigt geis­ti­ges Eigen­tum ange­mes­se­nen Schutz – natio­nal und inter­na­tio­nal. Die gesell­schaft­li­chen, tech­no­lo­gi­schen und wirt­schaft­li­chen Ver­änderungen durch das Internet verste­hen wir zugleich als Chance, kultu­relle Teilhabe und Vermittlung, Demokratie, aber auch Vermarktung und Verbreitung kultu­rel­ler Angebote zu verbes­sern. Kreativität und Ideen sind wesent­li­che Voraussetzungen einer leben­di­gen Kultur- und Kreativwirtschaft, die ein Motor für Innovationen in Deutschland ist. Wir wollen, dass Autoren, Künstler, Kulturschaffende in Film-, Musik-, Buch- und anderen Branchen ihre krea­tive und künst­le­ri­sche Arbeit auch künftig im Internet vermark­ten können.
  2. Für ein funk­ti­ons­fä­hi­ges Urheberrecht ist es uner­läss­lich, eine Balance zwischen den beteilig­ten Akteuren herzu­stel­len. Sie muss darauf ausge­rich­tet bleiben, einen gerech­ten Ausgleich der Interessen von Urhebern, Verwertern und Nutzern zu schaf­fen, um so die Legitimationskrise des Urheberrechts zu stoppen. Darüber hinaus müssen auch die Verteilungsfragen inner­halb der Kreativwirtschaft thema­ti­siert werden.
  3. Das Einkommen des Urhebers aus der kommer­zi­el­len Verwertung seiner Werke muss fair und ange­mes­sen sein. Die SPD tritt dafür ein, den Urheber im Verhältnis zum Verwer­ter zu stärken. Das seit 10 Jahren geltende Urhebervertragsrecht soll die struk­tu­rell schwäche­re Position des Urhebers in den Vergütungsverhandlungen mit dem Verwerter ausglei­chen. Damit das in der Praxis gelingt, müssen die im Gesetz vorge­se­he­nen Konfliktlösungsmecha­nismen wirk­sa­mer gestal­tet und um effek­tive Kontroll- und Sanktionsinstrumente ergänzt werden. [Kommentar: Die UrheberInnen zu stärken ist die rich­tige Herangehensweise. Diese Position vertritt auch der Beirat Netzpolitik der SPD Baden-Württemberg.]
  4. Das Internet hat die Möglichkeit der Teilhabe am kultu­rel­len Leben verein­facht, aber auch die Verletzung von Urheberrechten erleich­tert. Nutzer können frei und unge­hin­dert auf geschützte Inhalte im Internet zugrei­fen – legal und illegal. Dies erfor­dert glei­cher­ma­ßen Maßnahmen zur Aufklärung und die Vermittlung von Akzeptanz für den Wert geis­ti­gen Eigentums sowie effek­tive Maßnahmen zu dessen Schutz. Zugleich müssen Modelle entwi­ckelt werden, die einfach und nutzer­freund­lich eine legale Nutzung geschütz­ter Inhalte ermög­li­chen und auch den Nutzern Rechtssicherheit bieten. Die Entwicklung legaler kommer­zi­el­ler Geschäftsmodelle sollte da­her unter­stützt und voran­ge­trie­ben werden. Bestehende attrak­tive Geschäftsmodelle sind zugleich ein Beleg dafür, dass die Nutzer bereit sind, für derar­tige Angebote zu zahlen. Auch Modelle der frei­wil­li­gen Lizensierung, wie sie beispiels­weise die Organisation Creative Commons (CC) in ihren Lizenzvertragsmustern vorschlägt, können eine nutzer­freund­li­che Möglichkeit unbü­ro­kra­ti­scher Rechteeinräumung darstel­len und sollten geför­dert werden. [Kommentar: Gut, dass hier der unsäg­li­che Begriff der „Kostenloskultur” nicht auftaucht. Denn Simfy, Napster, iTunes etc. exis­tie­ren.]
  5. Eine allge­meine, pauschale Kulturflatrate ist als Modell, Urhebern eine Vergütung aus der nicht­kom­mer­zi­el­len Weitergabe und Verviel­fältigung von digi­ta­len, urhe­ber­recht­lich geschütz­ten Werken zu gewäh­ren, keine geeig­nete Lösung. Denn eine solche Zwangsabgabe würde zu einer erheb­li­chen Belastung auch derje­ni­gen führen, die das Internet nur in gerin­gem Umfang nutzen. Sie ist im Übrigen mit einer Legalisierung der massen­haf­ten unerlaub­ten nicht­kom­mer­zi­el­len Nutzung digi­ta­ler Werke verbun­den und entzieht dem Urheber damit die Befugnis, über die Nutzung seines Werkes selbst zu entschei­den. Schwierig ist es auch, eine gerechte Verteilung des Aufkommens an die Künstler, die sich an den Downloadzahlen orien­tie­ren müsste, zu gewähr­leis­ten. Demgegenüber begrüßt die SPD Modelle, die sich auf die Lizensierung von Musik bezie­hen. Wir können uns solche Modelle auch für andere digi­tale Inhalte vorstel­len. [Kommentar: Es ist sehr sinn­voll, die Kulturflatrate abzu­leh­nen. Noch vor drei Jahren wäre das ein mögli­ches Modell gewesen, da es keine Marktlösungen gab, die Situation ist aber heute grund­le­gend anders. Deshalb besteht kein Anlass, eine weitere Megabehörde zu schaf­fen.]
  6. Das System der kollek­ti­ven Rechtewahrnehmung durch Verwertungsgesellschaften ist ein wich­ti­ges Element zur Sicherung der kultu­rel­len Vielfalt und ist auch im euro­päi­schen Kontext weiter­zu­ent­wi­ckeln. Das bedeu­tet aber zugleich, dass  die Verwertungsgesellschaften ihren Verpflichtungen zur Transparenz und zur Erfüllung sozia­ler und kultu­rel­ler Zwecke besser als bisher nach­kom­men sowie die Kreativen gerecht am Erlös betei­li­gen. [Kommentar: Mehr Transparenz kann nicht schaden.]
  7. Maßnahmen zum Schutz geis­ti­gen Eigentums müssen verhält­nis­mä­ßig sein. Sie dürfen die Bürgerinnen und Bürger nicht in ihren Grundrechten, insbe­son­dere nicht im Recht auf in­formationelle Selbstbestimmung und dem Fernmeldegeheimnis unver­hält­nis­mä­ßig beschrän­ken. Eine flächende­ckende Inhaltefilterung des Datenstroms oder eine Sperrung des Internetzugangs lehnen wir ebenso ab wie die Einführung eines Warnhinweismodells. Die SPD spricht sich gegen jede Form eines staat­li­chen two- oder three-strikes-Modells und gegen eine rein private Rechtsdurchsetzung bei Urheberrechtsverletzungen aus. [Kommentar: Eine sehr wich­tige These. Die durfte nicht fehlen. Denn Internet muss Grundrecht sein.]
  8. Um dem Akzeptanzverlust des Urheberrechts entge­gen­zu­tre­ten, muss die Rechtsdurchsetzung effek­tiv, aber verhält­nis­mä­ßig sein. Geringfügige Rechtsverletzungen oder die Inanspruchnahme von Anschlussinhabern als Störer für das rechts­wid­rige Verhalten Dritter dürfen private Internetnutzer nicht an den Rand des finan­zi­el­len Ruins treiben. Ab­mahnungen, deren eigent­li­ches Ziel nicht mehr die an sich legi­time Rechtsverfolgung, sondern eher ein lukra­ti­ves Geschäftsmodell für eine kleine Gruppe von Anwälten ist, müssen einge­schränkt werden. Dem Abmahnmissbrauch muss Einhalt geboten werden. Die SPD tritt deshalb für eine effek­tive Begrenzung des Streitwerts bei einma­li­gen, gering­fü­gi­gen Urheber­rechtsverstößen ein. [Kommentar: Das Abmahnunwesen ist in der Tat eine Plage und muss zurück­ge­drängt werden. Das würde viel Dampf aus dem Kessel nehmen.]
  9. Die Erfahrungen mit den Sharehostern kino.to und megaupload.com zeigen, dass Plattform­betreiber, deren Geschäftsmodelle auf die massen­hafte Verletzung geis­ti­gen Eigentums aus­gerichtet sind, schon heute wirksam bekämpft werden können. Dennoch müssen die Regelun­gen zur Verantwortlichkeit von Hostprovidern über­prüft und inso­weit neu justiert werden, als es Rechteinhabern schnel­ler als bisher und auch auf inter­na­tio­na­ler Ebene möglich sein muss, urhe­ber­rechts­ver­let­zende Inhalte in einem geord­ne­ten und rechts­staat­li­chen Verfahren von den Seiten eines Internetanbieters ent­fernen zu lassen. Außerdem muss sicher­ge­stellt sein, dass auf Seiten mit eindeu­tig urheberrechtsverlet­zenden Inhalten legal keine Werbeeinnahmen gene­riert werden dürfen.
  10. Presseverleger sollen die unau­to­ri­sierte Verwendung ihrer Pres­seerzeugnisse durch Dritte (z.B. News-Aggregatoren, Harvester) effi­zi­ent verfol­gen können. Ob es hierfür gesetz­li­cher Änderungen bedarf, ist zu prüfen. Von einer besse­ren Durchsetzung der Rechte für jour­na­lis­ti­sche Inhalte könnten nicht zuletzt auch die Urheber profi­tie­ren. Die Einführung eines eigenen Leistungsschutzrechts in der der­zeit disku­tier­ten Form ist dazu aber nicht erfor­der­lich. Denn freier Informationsfluss und die Funktionsfähigkeit von Suchmaschinen (oder Blogs und sozia­len Netzwerken) ermög­li­chen erst das Auffinden von Informationen im Internet. Wir wollen nicht, dass dies durch den Schutz von Wortbeiträgen – unab­hän­gig von ihrer Schöpfungshöhe – beein­träch­tigt wird. [Kommentar: Die Ablehnung des Leistungsschutzrechts ist keine Selbstverständlichkeit in der SPD, vor einem guten Jahr gab es da ganz andere Stimmen. Die Netzpolitiker haben hier offen­sicht­lich hervor­ra­gende Überzeugungsarbeit geleis­tet. Respekt!]
  11. Die SPD steht für ein wissen­schafts- und bildungs­freund­li­ches Urheberrecht. Dafür müssen die Rahmenbedingungen ange­passt werden. Wir brau­chen ein Zweitverwertungsrecht für wis­senschaftliche Autoren, die ihre Beiträge neben der Verlagspublikation z.B. auf den Seiten der Hochschule zugäng­lich machen wollen. Wir treten außer­dem für eine Überprüfung der Bildungs- und Wissenschaftsschranken ein. Insbesondere die Intranetnutzung in Schulen und Hochschulen muss dauer­haft auf eine rechts­si­chere Grundlage gestellt und die Schrankenbestimmung für die öffent­li­che Zugänglichmachung für Unterricht und Forschung entfris­tet werden. [Kommentar: Ein klares Bekenntnis zu Open Access wäre an dieser Stelle sehr schön gewesen. Luft nach oben ist also noch.]
  12. Die Digitalisierung von kultu­rel­len Werken ist ein Baustein für den Erhalt und das Zugänglichmachen des kultu­rel­len und wissen­schaft­li­chen Erbes. Rechtsunsicherheit bei der Digitali­sierung entsteht jedoch dann, wenn der Urheber bzw. seine Erben oder der Rechteinhaber nicht mehr auffind­bar sind. Hat eine sorg­fäl­tige Suche nach dem Rechteinhaber er­geben, dass dieser nicht fest­stell­bar ist, soll gegen Zahlung einer ange­mes­se­nen Vergütung die Lizensierung durch Verwertungsgesellschaften ermög­licht werden. Auf diese Weise kön­nen verwaiste oder vergrif­fene Bücher online zugäng­lich erhal­ten werden, die sonst aus dem kultu­rel­len Bewusstsein zu verschwin­den drohen. [Kommentar: Hier fehlen mir klare Fristen. Die Passage ist zu schwam­mig. Da muss noch einmal nach­ge­fasst werden. So ist das zu vage.]

Mitglieder des Arbeitskreises Urheberrecht der SPD-Bundestagsfraktion unter der Leitung von Burkhard Lischka MdB (rechts­po­li­ti­scher Sprecher) sind: Christine Lambrecht MdB (stell­ver­tre­tende Fraktionsvorsitzende), Brigitte Zypries MdB (Justiziarin und stv. Sprecherin der Arbeitsgruppe Kultur und Medien), Sonja Steffen MdB (Berichterstatterin Urheberrecht im Petitionsausschuss), Marianne Schieder MdB, Siegmund Ehrmann MdB (Sprecher der Arbeitsgruppe Kultur und Medien), Martin Dörmann MdB (medi­en­po­li­ti­scher Sprecher), Lars Klingbeil MdB (netz­po­li­ti­scher Sprecher), René Röspel MdB (Berichterstatter Urheberrecht im Ausschuss für Bildung und Forschung), Johannes Kahrs MdB (Vorsitzender der Projektgruppe Urheberrecht in der Enquete-Kommission „Internet und digi­tale Gesellschaft“)

Zusammenfassend: Alles in allem ist das ein richtig gutes Papier, das sich sehr wohl­tu­end von den schril­len Tönen der diver­sen DebattenteilnehmerInnen abhebt. Damit können wir sehr gut arbei­ten. Danke für die gute Arbeit!

re:publica 2012: Überraschungsvortrag Sascha Lobo

Sascha Lobos Überraschungsvortrag auf der re:publica 2012. Angucken und lernen.

Sascha Lobos Überraschungsvortrag auf der re:publica 2012 habe ich leider live verpasst, da ich nur am Donnerstag und am Freitag teil­ge­nom­men habe. Aber dank „Spiegel Online” können wir uns das Ding auch jetzt hinter­her anschauen:

Meine Empfehlung: Schaut euch das Video an. Es ist gut. Wirklich gut. Auch wenn ihr am Ende trotz­dem anderer Meinung seid.

PS: Danke, liebes „Spiegel Online”.

PPS: Naja. Leider sieht das Ergebnis der Video-einbin­den-Funktion von „Spiegel Online” nicht so toll aus. Also ziehe ich meinen Dank teil­weise zurück und hoffe, dass der Vortrag irgend­wann auf YouTube landet.

PPPS: Ich habe jetzt keine Zeit, zu schrei­ben, was Lobo alles sagt. Lest das einfach kurz beim „Handelsblatt” oder bei „Meedia” nach.

#rp12

Am Donnerstag und am Freitag bin ich bei der „re:publica” in Berlin. Ich werde darüber wohl nicht viel bloggen, aber vermut­lich viel twit­tern.

Am Donnerstag und am Freitag bin ich bei der „re:publica” in Berlin. Ich werde darüber wohl nicht viel bloggen, aber vermut­lich viel twit­tern.

Ich weiß noch nicht genau, welche Sessions ich besuche; morgen besuche ich vermut­lich „Der digi­tale Dorfplatz: Privat oder öffent­lich?”, „ARD – und sie bewegt sich doch” und „Poetry Spam”. Aber viel­leicht gucke ich mir auch was völlig anderes an. Ich bin ja flexi­bel.

PS: Auf jeden Fall werde ich mich streng an Nicos Gebrauchsanleitung halten.

PPS: Nein, ich habe keine Currywurst-Plakate dabei.

PPPS: Wer mit mir Kaffee/Bier/Club Mate trinken möchte, schreibe mich bitte bei Twitter an: