Gesellschaft, Medien und Kultur

Leute, sperrt die Kinder weg: Wagner versucht sich an Satire

13. Mai 2009
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Die Achse des Guten ist ein loser Zusammenschluss von Schriftstellern wie Henryk M. Broder und Vera Lengsfeld, die alle eines gemeinsam haben: sie haben Angst vor dem Islam. Die eine mehr, der andere weniger. Wenn sie mal keine Angst vor dem Islam haben, kabbeln sie sich untereinander — an einem Tag mehr, am anderen Tag weniger. Der Islam ist immer mal wieder dran. Aktuell versucht sich Richard Wagner an der schwierigen Disziplin Satire und malt sein persönliches Horrorszenario an die Wand, in der der Kölner Dom mit den Stimmen von CDU und SPD abgerissen wird, um die Gefühle der muslimischen Mitbürger nicht zu verletzen. Eigentlich wäre das sogar ziemlich witzig. Denn teilweise ist wirklich absurd, wie die Zivilgesellschaft den Schwanz einzieht, weil man ja die Gefühle von Muslimen verletzen...

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Grass in Heidelberg: „Wir brauchen ein neues 68

7. Mai 2009
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Vorigen Montag war Günter Grass in der Heidelberger Universität um aus seinem neuen Buch „Von Deutschland nach Deutschland”, sein Tagebuch aus dem Jahr 1990, vorzulesen. Ich fand ihn wie immer brilliant — es macht einfach Spaß, so einen alten Haudegen beim Streitgespräch zu sehen; ein Streitgespräch, das lebendiger war, als es sich die Veranstalter wahrscheinlich vorstellten. Die Aula war komplett ausverkauft — als Grass dann meinte, man „bräuchte ein neues 68″, war ihm gewaltiger Applaus sicher. (Das Buch habe ich direkt gekauft und es auch signieren lassen; Grass ist eben nicht nur ein begnadeter Schriftsteller und bildender Künstler, sondern auch mit allen Marketingwassern gewaschen.) Ein Wermutstropfen bleibt: bei der Autogrammstunde ließ sich Grass von zwei Studentinnen überreden, den „Heidelberger Appell” zu unterzeichnen, in der irrigen Annahme, dieser richte sich...

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Kleine Medienkritik am Beispiel VW-Porsche

6. Mai 2009
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Falls es jemand noch nicht mitbekommen haben sollte: Porsche möchte (bzw. kann) VW nicht mehr übernehmen und strebt deshalb eine Fusion an. Diese eigentlich doch recht spannende Nachricht verarbeiten die großen Presseportale leider ziemlich gleichmäßig:

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Die Bundestagspetition zur Internetsperre

5. Mai 2009
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Seit knapp zwei Tagen findet sich auf der e-Plattform des Petitionsausschusses des Bundestages eine interessante Petition. Dort wird kurz und knapp die Ablehnung der geplanten Internetzensur formuliert. Dieses wurde bereits vom Kabinett beschlossen und morgen (Mittwoch) wird es im Bundestag in erster Lesung debattiert werden. Hier der Petitionstext:

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Urheberrecht — Was bleibt vom öffentlichen Interesse?

27. April 2009
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„Im Netz der Piraten”, so der Titel eines Artikels aus der aktuellen Ausgabe Der Zeit. Dabei, so scheint es, wird die urheberrechtliche Problematik von Internetdiensten wie Google Books in einen Topf mit dem Thema Raubkopien geworfen. Neben vielen anderen, wird dabei ein besonders schwerer Vorwurf gemacht: Die Ideologen eines „befreiten Wissens” mögen der Meinung sein, die elitäre „etablierte” Kunst könne so leicht durch das unlektorierte Mitteilungsbedürfnis der Nutzermassen ersetzt werden, wie der professionelle Journalismus durch Jedermann-Reporter. Doch gerade dieser Meinung sind die Anhänger des sog. „befreiten Wissens” (wovon eigentlich befreit?) wohl eher nicht. Schon allein deswegen nicht, weil öffentlich entstandenes Wissen nicht erst von irgendwas befreit werden müsste. Aber auch, weil ein Blogger zumeist kein Profi-Journalist sein kann.

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