Ergebnisse der Kampagne „Spät. Aber nicht zu spät!“

Die Kampagne „Spät. Aber nicht zu spät! Operation Last Chance II“ ist eine Initiative des Simon-Wiesenthal-Centers und verfolgt den Zweck, die noch lebenden und bisher nicht verur­teilten NS-Kriegsverbrecher mit Hilfe der Bevölkerung aufzu­spüren und vor Gericht zu bringen. Heute wurden in München die Ergebnisse präsentiert.

Die Kampagne „Spät. Aber nicht zu spät! Operation Last Chance II“ ist eine Initiative des Simon-Wiesenthal-Centers und verfolgt den Zweck, die noch lebenden und bisher nicht verurteilten NS-Kriegsverbrecher mit Hilfe der Bevölkerung aufzuspüren und vor Gericht zu bringen. Heute wurden in München die Ergebnisse präsentiert.

Hier die Pressemitteilung im Volltext:

Dr. Efraim Zuroff hat heute eine umfangreiche Auswertung der im Sommer in Deutschland stattgefundenen Kampagne „Spät. Aber nicht zu spät!“ im Rahmen des Projekts Operation Last Chance II vorgestellt. Gleichzeitig hat er die Fortsetzung und Ausweitung der Kampagne auf achte Städte in Deutschland ab Ende November verkündet.

Als größten Erfolg stellt Zuroff fest, dass vier Fälle von mutmaßlichen NS-Verbrechern an die Staatsanwaltschaften der jeweiligen Bundesländer übergeben wurden. In diesen Fällen prüfen die Behörden alle relevanten Informationen, verhören Zeugen und untersuchen den gesundheitlichen Zustand der Verdächtigen. Es geht u.a. um Verbrechen bei Massakern in Frankreich und um Personen, die als KZ-Aufseher tätig waren. Die ersten Entscheidungen dazu werden im Dezember erwartet. Zwei dieser Fälle, untersucht inzwischen die Zentrale Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen in Ludwigsburg.

„Insgesamt war die Aktion ein überwältigender Erfolg, weil die Resonanz der Bevölkerung enorm war und das Thema wieder auf der Agenda der Medien stand. Dies ist auch heute für die Familien der Opfer ein wichtiges Signal auf dem Weg zur Gerechtigkeit“, so Dr. Efraim Zuroff.

Statistisch lässt sich zusammenfassen, dass Hinweise zu 108 Verdächtigen eingegangen sind, die größtenteils in Deutschland leben. Darunter sind aber auch Personen, die sich in den USA, Mexico, Spanien und anderen Ländern aufhalten.

Es wurden insgesamt mehr als 200 Anrufe auf der Hotline entgegen genommen, 145 von ihnen mit konkreten Informationen.

Die nachfolgenden Recherchen haben ergeben, dass ein Teil der Personen bereits verstorben war. In vielen Fällen fehlten die entscheidenden Beweise für eine juristische Weiterverfolgung. Aufgrund von begrenzten, finanziellen Ressourcen sind die Recherchen zu einigen Fällen noch nicht abgeschlossen und dauern noch an.

Außerdem erreichten E-Mails und Anrufe von weiteren 140 Personen die verschiedenen Büros des Simon-Wiesenthal-Center weltweit.

Erfreulicherweise verzeichnete die Aktion nur etwa zwei Dutzend Kontakte, die sich negativ im Zusammenhang mit der Kampagne „Spät. Aber nicht zu spät!“ geäußert haben.

Die Plakatkampagne mit ca. 2500 Flächen wird in den nächsten rund drei Wochen in Leipzig, München, Magdeburg, Rostock, Stuttgart, Dresden, Nürnberg, Frankfurt erneut die Menschen dazu aufrufen, sachdienliche Hinweise über noch lebende und nicht verurteilten NS-Kriegsverbrecher an das Simon Wiesenthal Center zu kommunizieren.

Teil des Aufrufs ist auch wieder, dass für Informationen, die zur Verhaftung und Verurteilung von den Tätern führen, eine finanzielle Belohnung von bis zu 25.000 Euro ausgesetzt ist.

Hintergrundinformationen:

Die Kampagne „Spät. Aber nicht zu spät! Operation Last Chance II“ ist eine Initiative der Menschenrechtsorganisation Simon-Wiesenthal-Center und verfolgt den Zweck, die noch lebenden und bisher nicht verurteilten NS-Kriegsverbrecher mit Hilfe der Bevölkerung aufzuspüren und vor Gericht zu bringen.

Das Simon-Wiesenthal-Center ist durch die weltweite Suche nach untergetauchten Nazi-Verbrechern und Kollaborateuren bekannt geworden. Die 1977 gegründete Organisation hat ihren Hauptsitz in Los Angeles. Das Simon-Wiesenthal-Center beschäftigt sich mit dem Kampf gegen Rassismus, Antisemitismus, Terrorismus und Völkermord. Es verfolgt das Ziel, Toleranz und Verständnis gegenüber Mitmenschen in der heutigen Zeit zu bewahren. Dies soll durch aktives Einbeziehen der Gesellschaft, deren Aufklärung und Bildung erreicht werden.

Rechtsruck in Frankreich: Menetekel für Europa?

Der „Front National“ in Frankreich, die Unabhängigkeitspartei in Großbritannien, die Goldene Morgenröte in Griechenland, die „Echten Finnen“ in Finnland und nicht zuletzt Fidesz in Ungarn – überall in Europa sind die rechtspopulistischen oder gar die rechtsradikalen Parteien auf dem Vormarsch. Sie alle vertreten ein nationales Programm und eine Abwendung von der europäischen Idee. Und das nur ein halbes Jahr vor den Europawahlen. Im SWR2 Forum unterhalten sich Prof. Frank Baasner, Direktor des Deutsch-Französischen Instituts, Ludwigsburg, Dr. Claire Demesmay, Politikwissenschaftlerin, Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP), Berlin und Dr. Ulrike Guérot, Politikwissenschaftlerin, Open Society Initiative Europe, Berlin über den Rechtsruck in Frankreich und die Perspektive für Europa. „Rechtsruck in Frankreich: Menetekel für Europa?“ weiterlesen

Hörtipp: Warum Menschen ihre Heimat verlassen

Ein Feature von HR-Kultur beschreibt die Umstände, unter denen  Menschen aus ihrer Heimat fliehen. Das Beispiel ist Somalia: „Auf der Liste der gescheiterten Staaten steht Somalia auf Platz eins. Wer kann, versucht von dort zu flüchten. Denn die Lebensbedingungen sind brutal. In Somalia gibt es keine staatliche Ordnung.“ „Hörtipp: Warum Menschen ihre Heimat verlassen“ weiterlesen

Flüchtlinge

„Das Boot ist voll,“ heißt es oft, wenn über Zahlen von Flüchtlingen diskutiert wird. Wir könnten nicht jeden aus Afrika in Europa durchfüttern. Und auf natürlich können nicht alle Menschen aus Afrika in Europa leben. Die allermeisten wollen das aber auch gar nicht. trotz Armut und Gewalt – Bevor Menschen ihre Heimat verlassen, muss schon eine Menge passieren. „Flüchtlinge“ weiterlesen

Liebe NichtwählerInnen!

Ich kann viele NichtwählerInnen nicht ernst nehmen. Deshalb habe ich diesen kleinen Text geschrieben, damit ich künftig immer wieder darauf verweisen kann.

Ich unterscheide ganz grob zwischen drei Sorten von NichtwählerInnen:

I.
Menschen, denen es wirklich schlecht geht und die jegliche Hoffnung verloren haben. Nicht nur für sich, sondern auch darauf, dass irgendjemand etwas daran ändern kann oder will. Das ist die Gruppe, die mir wirklich leid tut. Diese Gruppe hätte mit einer Stimme für eine linke Partei (SPD oder Linkspartei) viel zu gewinnen (Bürgerversicherung, Sanktionen bei Hartz IV, Mindestlohn). Umgekehrt ist es dramatisch, dass die SPD diese Menschen anscheinend verloren hat. Wenn die SPD wieder groß und mächtig werden will, muss sie glaubwürdig vermitteln, das Leben der Kleinen und Schwachen zum Besseren wenden zu können – und das auch zu wollen. Ich weiß nicht, wie schnell wir das wieder schaffen können. Es erfordert viel Kraft und Beständigkeit. Jedenfalls ist klar: Diesen Menschen vorzuwerfen, nicht wählen zu gehen, ist zynisch.

II.
Dann gibt es die, die nichts zu beklagen haben. Diese Leute haben einen guten Job, werden nicht diskriminiert, weil sie keiner Minderheit angehören, also hetero und weiß sind und sie haben auch allgemein keine echten Probleme. Diese Leute gehen aus Desinteresse nicht wählen – es ist ihnen einfach völlig egal. Sie sind im „linken“ und im „rechten“ Lager zu finden. Ernst nehmen kann und muss man diese Leute jedenfalls nicht.

III.
Die dritte Gruppe ist die, die ich wirklich verachte. Das sind die, die man gemeinhin zu den „Intellektuellen“ zählt und sie sich meistens auch als irgendwie links verstehen. Die also durchaus erkannt haben, dass da einiges schief läuft in diesem unseren Lande. Dass es nämlich ein Skandal ist, dass Menschen trotz Vollzeitjob zum Arbeitsamt „aufstocken“ gehen müssen. Dass es ein Skandal ist, dass sich die Krankenversicherungssysteme immer weiter voneinander entfernen. Dass es ein Skandal ist, dass immer mehr Menschen es sich nicht mehr leisten können, in der Innenstadt zu wohnen. Diese Menschen in dieser dritten Gruppe sind von diesen Missständen nicht betroffen, aber sie leisten sich den unfassbaren Luxus, nicht wählen zu gehen. Warum? Weil der Steinbrück vielleicht nicht ganz so ist, wie sie sich das vorstellen. Weil die Partei XYZ auf Seite 95 in Zeile 64 nicht ganz das geschrieben hat, was man sich so vorstellt in diesen Kreisen. Es sind Menschen, die immer flott links reden, aber die die konkrete Solidarität für ihre Mitmenschen in Form einer Stimme für die SPD/die Linkspartei/die Grünen vermissen lassen. Wer erkannt hat, dass Schwarz-Gelb nichts für die Schwachen in unserem Land tut und trotzdem nicht wählen geht – für diese Leute habe ich nur Verachtung übrig. Dafür habe ich genau gar kein Verständnis. Diese Verachtung richtet sich ganz konkret an Leute wie Richard David Precht. Wer sich beim Lesen dieses Textes angesprochen und beleidigt fühlt: So war es auch gemeint.

(Und dann gibt es natürlich noch einen unbestimmten Anteil von Menschen, die „das System“ ablehnen und deshalb nicht wählen gehen: Rechtsextreme, Anarchisten, Verrückte, Linksextreme, wasauchimmer. Sollen sie machen, das ist mir recht. Go ahead.)

Platzecks Erschöpfung

Die Diskussion um Platzeck und andere, die aus gesundheitlichen Gründen, aus familiären Gründen oder einfach aus Erschöpfung ihre Ämter zur Verfügung stellen, ist wichtig. Was auch erwähnt werden sollte, ist, dass der mediale Hetztrieb und der tägliche Pranger gegen Menschen, die sich engagieren, mittlerweile bis auf die Ebene des kommunalen ehrenamtlichen Engagements durchgeschlagen ist. Bei aller auch berechtigten Kritik am politischen Personal: Wer DemokratInnen dauerhaft als Fußabtreter benutzt, wird irgendwann von denen bestimmt werden, die die Demokratie mit Füßen treten.

Als Labour seine Mitglieder empörte

Nach der Geburt des sog. „Royal Baby“ hat der offizielle Account der Labour Party auf Facebook das Folgende geschrieben:

Congratulations to the Duke and Duchess of Cambridge on the birth of their baby boy from everyone at the Labour Party.

Und, was soll man sagen: Die Labour-Mitglieder sind „not amused“, wie man so schön sagt:

Upton Sinclair Spongers and parasites the lot of em……………!!
Geraint Rennie Yet, across the country, we have women giving birth in inadequate facilities; we have an unacceptable number of children living in poverty. The real news story is not the royal birth, but the appalling levels of child poverty in the UK, and it is also the biggest scandal in the country today.
Marian Jervis Not everyone!!!
Jack Barker It’s not from everyone though is it? There are many within Labour that would prefer an elected head of state, rather than it just coming from the same aristocratic wealthy family.
John Patrick Hewitt Does the Labour Party congratulate every birth, or just the ones who are lucky enough to be born into out of date institutions?
Stephen Paul Daly Certainly NOT everyone!
Kerry Dawson „From everyone at the Labour party“ – Except me!
Philip Lynn Vive la Republic.
Andrew Breading Not everyone. Please stop using such generalisations.
Mike Homfray Not from this member – roll on the Red Republic!
Pete Bartley I am a member of the Labour Party and I DO NOT SEND MY CONGRATULATIONS
Dee Stuart A child born into privilege unlike the millions of working class kids being denied a decent standard of living by this government of the privileged..
Padraig Curran Everyone?! Are you sure?!?!
David Martin Not from Dennis Skinner it won’t be
John Bayliss Urgh, as a Labour County Councillor I really hope we can get to a state of affairs that means we elect a head of state instead of this nonsense.
Amanda James Vive la République!
Brian Banawich vomits
Harriet Jones I’ve been feeling sick all day
Andy Wilson Another royal mouth for the taxpayer to feed
Mat Wray A true socialist party would never post such dribble.
Paul Embery Not from this member of the Labour party.
Lucinda Joan As a labour party member please do not speak on my behalf. It’s a baby … women give birth everyday we are all unique and so are our children. Shame that child sexual exploitation, poverty and violence do not get the same attention!
Terry Walker another royal mouth to feed with a golden spoon at tax payers expence
Sandra Barr Not me ! I’m a republican !
Sean Matthews Nor for me. Please don’t use such a sweeping statement.
Tony Pillz 10 Quid on the name Mohammed
Ewan Gibbs From his childhood onwards this boy will be surrounded by sycophants and flatterers. In due course, following the precedent which has already been set, he will be sent on a tour of the world and probably rumors of a morganatic marriage alliance will follow, and the end of it will be the country will be called upon to pay the bill. – Keir Hardie in 1894.
Elaine Dean And certainly not from me. I am a republican
Simon M Foster Is this a personal statement from Ed? It’s certainly not from me….
Matthew Duffy Not from me.
David Richards if I was a member, I’d cancel my membership right now
Paul Dunhill posh bint has baby. Who cares.
Chris Carr everyone??!!
Martin Sanders Unelected sponge!!
Mike Singleton First time the party has congratulated someone for coming out of Labour
David Cain Why upset a lot of your followers with such meaningless twaddle as this. Do you expect your congrats to be screen-printed and rushed out to them on a silver platter ?
Emma Damoglou Expected better than this sycophantic shite from the Labour Party
Adam Flanders Not in my membership contributions name you don’t!
Michael Scanlan You don’t speak for this Labour Member, you chumps
Steve Voysey Really? Thought Labour Party was socialist (or at least it used to be) and all for equality.
Heiko Khoo Stop blabbing on about of this bunch of parasites as if they are „ours“. Stop paying them money. Stop housing them for nothing. No more housing benefit for their castles and palaces. No more stories about them. Let them live in peace and let us be done with feudal and medieval crap, we are not „subjects“ and serfs! They are not our betters!
Janet Harrison I really am beginning to question if I am in the right party.
Helen Rogers not from me. just another sponger to add to the real scrounging family
Lou Rossati not in my name, you bloody don’t!!!
Barbara Ynwa King about time we had some happy news for a change congrats will & kate
Antonio Barbaro What’s it got to do with the labour party? Another generation of the hereditary aristocracy raised to believe that he is better and more deserving than the rest of us. Labour should be fighting against aristocracy and the class system not congratulating it.
Hannah Slade I wish The British media had the same fervour in reporting the privatisation of our NHS &legal aid,as reporting mortality states or Royal baby!!
Gary Blake PARASITES
Luke Cantrill Not everyone. Please don’t speak for me!
Andy Gathercole You have just lost the little respect I had for the labour party with this post. What do they have in common with us? Absolutely jack is the answer. That baby has already cost the UK more than I will earn in my life time!!!

etc. pp.

Es gibt also noch etwas Hoffnung für die Labour Party … nicht viel, aber immerhin …