Für ein Zuschauerparlament für ARD und ZDF

Wegen der Haushaltsabgabe muss jeder Einwohner Deutschlands künftig das Programm der Öffentlich-Rechtlichen Sender alimen­tie­ren, ob er sie jemals einschal­tet, oder nicht.

Über die Verwendung meines Geldes habe ich auch ein Wörtchen mitzu­re­den. Ich. Nicht die Parteien, nicht die Kirchenvertreter und schon gar nicht die Gewerkschafter.

In die Gremien der Öffentlich-Rechtlichen Sender gehören demo­kra­tisch gewählte Vertreter der Zuschauer, die den ganzen Spaß ja schließ­lich bezah­len müssen.

Ein Zuschauerparlament für ARD und ZDF fordere ich ja schon länger. Auf die nahe­lie­gende Idee, eine Facebook-Seite dafür zu gründen, bin ich aber nicht gekom­men. Haben es eben andere erle­digt:

No taxa­tion without repre­sen­ta­tion!

Schluss mit dem Postengekungel und der Parteienherrschaft über unseren Rundfunk!

Wegen der Haushaltsabgabe muss jeder Einwohner Deutschlands künftig das Programm der Öffentlich-Rechtlichen Sender alimen­tie­ren, ob er sie jemals einschal­tet, oder nicht.

Über die Verwendung meines Geldes habe ich auch ein Wörtchen mitzu­re­den. Ich. Nicht die Parteien, nicht die Kirchenvertreter und schon gar nicht die Gewerkschafter.

In die Gremien der Öffentlich-Rechtlichen Sender gehören demo­kra­tisch gewählte Vertreter der Zuschauer, die den ganzen Spaß ja schließ­lich bezah­len müssen.

Wer sich nicht einbrin­gen will, muss nicht — ganz wie bei anderen Wahlen auch. Aber wem etwas an einem Öffentlich-Rechtlichen Qualitätsfernsehen gelegen ist, der sollte Gehör finden. Ein Zuschauerparlament kann das leisten.

Cinephile, Serienfans, Newsjunkies und Dokufreunde aller Bundesländer, verei­nigt Euch!!

ARD und ZDF: Geht’s noch?

Ich war immer ein Verteidiger des öffent­lich-recht­li­chen Systems im Rundfunk- und TV-Bereich. (Ich kann mir prin­zi­pi­ell auch öffent­lich-recht­li­che Lokalzeitungen für Regionen vorstel­len, in denen es keine echten Zeitungen mehr gibt.) Aber ARD und ZDF schei­nen echt alles zu unter­neh­men, um ihre Verteidiger wie mich wieder und wieder vor den Kopf zu stoßen. Das Antrittsinterview der ARD-Chefin Piel im „Tagesspiegel” war schon schlimm, mit der Aussage, dass Google eine Bedrohung (!!) für die ARD sei. Das war schon schön doof.

Es wurde und wird leider nicht besser. Nun haben ARD und ZDF eine Verlautbarung unter­zeich­net und mit einigen Lobbyverbänden die „Deutsche Content Allianz” gegrün­det. Da ist dabei der „Börsenverein des Deutschen Buchhandels”, der „Bundesverband Musikindustrie”, die „GEMA”, die „Produzentenallianz”, „SPIO”, der „VPRT” — und eben ARD und ZDF. Die Forderungen sind weit­ge­hend absurd (das war zu erwar­ten), aber das tut gar nichts zur Sache.

Was drama­tisch ist, ist allein die Tatsache, dass ARD und ZDF einer „Deutschen Content Allianz” beitre­ten. Wie bitte kommen die gebüh­ren­fi­nan­zier­ten Einrichtungen ARD und ZDF auf die dumme Idee, sie hätten gemein­same Interessen mit Verbänden und Produzenten, die mit ihren Werken Geld verdie­nen müssen?

Völlig klar ist: die Verleger etc. pp. haben jedes Recht der Welt, ihre Forderungen laut­stark zu vertre­ten; ich bin zwar der Ansicht, die Politik tut besser daran, die meisten bis fast alle dieser Forderungen abzu­leh­nen, aber das kann man ja im Wettstreit der Ideen klären: am Ende entschei­det es sich dann eben an der Wahlurne. So läuft das in einer Demokratie.

Was mich wirk­lich erschüt­tert, ist, dass ARD und ZDF doof genug sind, solche Sätze zu unter­schrei­ben:

In der digi­ta­len Realität beglei­tet von einer wach­sen­den Zahl an Urheberrechtsverletzungen wird es zuneh­mend schwie­ri­ger, hoch­wer­tige und profes­sio­nelle Medienangebote zu refi­nan­zie­ren.

Nochmals zur Erinnerung: ARD und ZDF sind gebüh­ren­fi­nan­ziert. GEBÜHRENFINANZIERT. Die MÜSSEN sich gar nicht refi­nan­zie­ren. Die bekom­men AUTOMATISCH Geld und zwar bald von JEDEM deut­schen Haushalt.

Also entwe­der die Verantwortlichen bei ARD und ZDF sind so doof, dass sie das nicht wissen. Oder sie fahren eine völlig schwach­sin­nige Taktik, bei der sie versu­chen, auch noch ihre letzten Verteidiger wie mich zu vergrau­len. (Selbstmord aus Angst vor dem Tod.) Oder sie halten uns alle für so bescheu­ert, dass sie glauben, wir merkten nicht, was für einen Stuss die unter­schrie­ben haben.

PS: Die Sache mit der Gage von einer halben Million Euro pro Jahr für ein paar Minuten Sendung pro Woche für Monika Lierhaus aus Fernsehlotterie-Geldern ist dagegen fast schon ein Klacks. (Aber nur fast. Ein Skandal ist das natür­lich auch.)

Gutes soll man mehrmals lesen

Ich habe schon einmal auf den fabel­haf­ten Artikel von Stefan Niggemeier vom 23. Februar 2010 verwie­sen. Also ist der neuer­li­che Verweis ein wenig redun­dant. Aber hey, das hier ist ein Blog, der Platz ist unbgrenzt, ich habe keinen mich über­wa­chen­den Chefredakteur, ich bin so frei. Und wer es nicht lesen will, der klickt es weg.