Warum Thierse Recht hat…

Erst einmal sollte man die Geschichte nicht ganz so ernst nehmen. Aber wenn man es denn tun will, sollte man eines bedenken: Sowohl der Reiche als auch der Arme haben das gleiche Recht unter der Brücke zu schlafen. Aber nur der Reiche hat eine echte Wahl. „Warum Thierse Recht hat…“ weiterlesen

Thierse und die Doppelstandards

So eine Meldung wäre ein Skandal, oder?

Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse (SPD) hat das alltägliche Zusammenleben mit zugezogenen Türken in dem Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg als mitunter „strapaziös“ bezeichnet. „Ich wünsche mir, dass die Türken begreifen, dass sie jetzt in Berlin sind – und nicht mehr in ihrem Anatolien mit Eseln“.

Die Türken kämen nach Berlin, weil dort alles so bunt, abenteuerlich und quirlig sei, aber wenn sie eine gewisse Zeit da waren, dann wollen sie es wieder so haben wie zu Hause“, bemängelte der Politiker, der bereits zu DDR-Zeiten in dem Stadtteil wohnte.

Thierse konkretisierte, er ärgere sich, wenn er etwa beim Bäcker erfahre, dass es keine Schrippen gebe, sondern Fladenbrot. „Da sage ich: In Berlin sagt man Schrippen, daran könnten sich selbst Türken gewöhnen.“

Ebenso störe es ihn, wenn ihm in Geschäften „Baklava“ angeboten würden. „Was soll das? In Berlin heißt es Pflaumenkuchen“, sagte Thierse der Zeitung. Angesichts dieser Zustände werde er „wirklich zum Verteidiger des berlinerischen Deutsch“. 90 Prozent seiner Nachbarn am Kollwitzplatz seien erst nach 1990 dorthingezogen. „Die freundliche Seite der Veränderung, dass sprichwörtlich alles schöner aussieht, hat mit der Verdrängung also eine schmerzliche Rückseite“, so Thierse. Er fügte ironisch an, man müsse ihn als einen der letzten Eingeborenen dort wohl „allmählich unter Artenschutz“ stellen.

Aber keine Sorge. Thierse hetzt nicht gegen Türken, sondern „nur“ gegen Schwaben. Die sind in Berlin ja anscheinend mittlerweile vogelfrei.

Der Treppenwitz ist natürlich, dass ausgerechnet Thierse ständig sein Enagement gegen Rechts betont – und selbst noch nicht einmal die „Überfremdung“ durch Schwaben aushalten kann. Geht es noch absurder?