Quelle: Haus der Geschichte, Bonn Ergänzend ein schönes Zitat aus dem SPIEGEL von 1992: Vielleicht ist das aber so etwas wie ein Vermächtnis des „deutschen Antinazi” Willy Brandt, daß er in der verschreckenden Zeit der allzu eiligen Vereinigung den Weltkindern, Europäern und Postnationalen zwischen Usedom und Konstanz sagt: Drückt euch nicht, Deutsche seid ihr doch. Akzeptiert es lieber und macht was Vernünftiges draus. Daß jemand annehmen könnte, ausgerechnet er habe „überschäumenden Nationalismus” von der großmäuligen alten Art im Sinn, wenn er vom „guten Deutschen” rede, hat Brandt stets eher erheitert als erzürnt. „Wer ein guter Deutscher sein will, muß heute Europäer sein”, schärfte er schon 1974 seinen Genossen ein. Zugleich aber hielt der „Alte” aus Lübeck immer — nicht erst seit dem Fall der Mauer — alle für „Naivlinge”...




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