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	<title>rotstehtunsgut.de &#187; Weimarer Republik</title>
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		<title>85. Todestag: Gedenken an Friedrich Ebert</title>
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		<pubDate>Sun, 28 Feb 2010 16:37:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Soeder</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Heute vor 85 Jahren ist Friedrich Ebert, der erste demokratisch gewählte Reichspräsident der jungen Weimarer Demokratie, gestorben. Sein früher Tod war ein Schock für seine Partei, seine SPD. Auf den jungen Demokraten Friedrich Ebert folgte mit Paul von Hindenburg ein rechtsnationaler Monarchist, der mit Demokratie nicht viel anfangen konnte. Ebert war kein Theoretiker wie Rudolf Hilferding. Er war pragmatischer Gestalter, vergaß niemals seine Herkunft aus einfachen Verhältnissen: vom Sattlergeselle und Gastwirt arbeitete er sich für seine Partei und die Menschen ganz nach oben. Von Reaktionären gehasst, hatte er es auch in seiner eigenen Partei oft schwer: er wollte Reichspräsident aller Deutschen sein, und man darf sagen, ihm ist das gelungen. Nach seiner Wahl zum Reichspräsidenten erklärte Ebert am 11. Februar 1919: „Ich will und werde als der Beauftragte des ganzen deutschen Volkes handeln, nicht als Vormann einer einzigen Partei. Ich bekenne aber auch, daß ich ein Sohn des Arbeiterstandes bin, aufgewachsen in der Gedankenwelt des Sozialismus, und daß ich weder meinen Ursprung noch meine Überzeugung jemals zu verleugnen gesonnen bin.” Wie anders hingegen sein Nachfolger Paul von Hindenburg, der sich nicht nur die Monarchie zurückwünschte, sondern letztendlich Hitler und dem Nazi-Terror den Weg bereitete. Friedrich Ebert liegt begraben in Heidelberg [...]<strong>Automatisch erstellte Liste ähnlicher Beiträge:</strong><ul>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignright size-full wp-image-3340" title="Friedrich Ebert" src="http://rotstehtunsgut.de/wp-content/uploads/2010/02/423px-bundesarchiv_bild_102-00015_friedrich_ebert1.jpg" alt="Friedrich Ebert" width="240" height="353" />Heute vor 85 Jahren ist <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Ebert">Friedrich Ebert</a>, der erste demokratisch gewählte Reichspräsident der jungen Weimarer Demokratie, gestorben. Sein früher Tod war ein Schock für seine Partei, seine SPD. Auf den jungen Demokraten Friedrich Ebert folgte mit Paul von Hindenburg ein rechtsnationaler Monarchist, der mit Demokratie nicht viel anfangen konnte.</p>
<p>Ebert war kein Theoretiker wie Rudolf Hilferding. Er war pragmatischer Gestalter, vergaß niemals seine Herkunft aus einfachen Verhältnissen: vom Sattlergeselle und Gastwirt arbeitete er sich für seine Partei und die Menschen ganz nach oben. Von Reaktionären gehasst, hatte er es auch in seiner eigenen Partei oft schwer: er wollte Reichspräsident aller Deutschen sein, und man darf sagen, ihm ist das gelungen.</p>
<p>Nach seiner Wahl zum Reichspräsidenten erklärte Ebert am 11. Februar 1919: „Ich will und werde als der Beauftragte des ganzen deutschen Volkes handeln, nicht als Vormann einer einzigen Partei. Ich bekenne aber auch, daß ich ein Sohn des Arbeiterstandes bin, aufgewachsen in der Gedankenwelt des Sozialismus, und daß ich weder meinen Ursprung noch meine Überzeugung jemals zu verleugnen gesonnen bin.”</p>
<p>Wie anders hingegen sein Nachfolger Paul von Hindenburg, der sich nicht nur die Monarchie zurückwünschte, sondern letztendlich Hitler und dem Nazi-Terror den Weg bereitete.</p>
<p>Friedrich Ebert liegt begraben in Heidelberg auf dem Bergfriedhof. Dort liegt auch Albert Speer, Hitlers Architekt. So liegen im Tode zwei prägende Persönlichkeiten nahe beieinander, die sinnbildlich für die zwei möglichen Richtungen in Deutschland und Europa stehen: Freiheit, Demokratie und Republik — und Terror, Diktatur und Krieg.</p>
<p>Ebert starb zu früh. Sein Werk und Streben blieb unvollendet. Geschmäht und verlacht von links und rechts, spielte seine Gesundheit nicht lange mit. 1925 traf sich die SPD unter dem Eindruck von Eberts Tod und der Niederlage in den Wahlen in Heidelberg, um das Heidelberger Programm zu verabschieden: die Vereinigten Staaten von Europa wurden hier als Ziel angegeben. Wie fern dieses Ziel war und wie nah der Krieg, ahnte 1925 niemand.</p>
<p>Die <a href="http://www.fes.de/">Friedrich-Ebert-Stiftung (SPD)</a> wurde unmittelbar nach Eberts Tod gegründet und versucht bis heute, im Geist und Sinn Friedrich Eberts zu wirken. Der Besuch der <a href="http://www.ebert-gedenkstaette.de/">Reichspräsident-Friedrich-Ebert-Stiftung in Heidelberg</a> ist sehr zu empfehlen: die Ausstellung über Eberts Leben wurde erst kürzlich erneuert.</p>
<p>Der Weimarer Demokratie fehlte es vor allem an: Demokraten. Demokraten wie Friedrich Ebert, die Kraft und Mut in die gemeinsame Sache des Volkes investierten. Demokratie braucht Demokraten — so banal wie richtig.</p>
<p>Friedrich Ebert ist nicht vergessen.</p>
<p>Bild: <a href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Bundesarchiv_Bild_102-00015,_Friedrich_Ebert.jpg&amp;filetimestamp=20081212211150">Deutsches Bundesarchiv</a></p>
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		<title>Der „Adel” und die Republik</title>
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		<pubDate>Tue, 12 May 2009 21:03:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Soeder</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik und Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Adel]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Guttenberg]]></category>
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		<category><![CDATA[Weimarer Republik]]></category>

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		<description><![CDATA[Deutschland ist eine Republik. Der „Adel” besitzt seit der Weimarer Verfassung in Deutschland keine Vorrechte mehr: Öffentlich-rechtliche Vorrechte oder Nachteile der Geburt oder des Standes sind aufzuheben. Adelsbezeichnungen gelten nur als Teil des Namens und dürfen nicht mehr verliehen werden. (Artikel 109) Trotzdem betreibt der SPIEGEL Hofberichterstattung rund um die Nachkommen von Wilhelm II (leider noch nicht online verfügbar). Trotzdem ist rund um Schloss Salem ständig vom „Haus” Baden die Rede (ebenfalls nicht online verfügbar) — und nicht einfach von der Familie Baden, wie es richtig heißen sollte. Dass die BILD 2008 fragte, wieviel blaues Blut denn in uns steckt — geschenkt. Was sollte man mit diesem „blauen Blut” übrigens anfangen? Stolz auf die Vergangenheit bräuchte man nicht zu sein: der „Adel” hat immer wieder versagt und kam seinem Selbstverständnis als Elite nicht nach. Der (noch mit Vorrechten versehene) Adel konnte den größenwahnsinnigen Kaiser nicht vom Ersten Weltkrieg abhalten, hat die Weimarer Republik gemeinsam mit Kommunisten und Nazis sturmreif geschossen und schließlich bereitwillig im Zweiten Weltkrieg ein weiteres Mal gemeinsam mit den braunen Horden Feuer und Schwert über Europa gebracht. Worauf sollte der „Adel” also stolz sein? Mir ist ein Dieter Bohlen lieber als zehn „von und zu” Guttenbergs. Automatisch [...]<strong>Automatisch erstellte Liste ähnlicher Beiträge:</strong><ul>
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</ul>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Deutschland ist eine <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Republik">Republik</a>. Der „Adel” besitzt seit der <a href="http://www.dhm.de/lemo/html/dokumente/verfassung/index.html" class="broken_link">Weimarer Verfassung in Deutschland keine Vorrechte mehr</a>:</p>
<blockquote><p>Öffentlich-rechtliche Vorrechte oder Nachteile der Geburt oder des Standes sind aufzuheben.<br />
Adelsbezeichnungen gelten nur als Teil des Namens und dürfen nicht mehr verliehen werden. (Artikel 109)</p></blockquote>
<p>Trotzdem betreibt der SPIEGEL Hofberichterstattung rund um die <a href="http://service.spiegel.de/digas/servlet/epaper?Q=SP&amp;JG=2009&amp;AG=20&amp;SE=56&amp;AN=ANGEBOT" class="broken_link">Nachkommen von Wilhelm II</a> (leider noch nicht online verfügbar). Trotzdem ist rund um Schloss Salem ständig vom <a href="http://www.faz.net/IN/INtemplates/faznet/default.asp?tpl=common/zwischenseite.asp&amp;dox={C767B8E3-304E-C85D-4D63-0F263693C47E}&amp;rub={594835B6-7271-4A1D-B1A1-21534F010EE1}">„Haus” Baden</a> die Rede (ebenfalls nicht online verfügbar) — und nicht einfach von der Familie Baden, wie es richtig heißen sollte.</p>
<p>Dass die <a href="http://www.bild.de/BILD/unterhaltung/royals/2008/08/05/adel-promis/wie-viel-blaues-blut-steckt-in-ihnen.html">BILD 2008 fragte</a>, wieviel blaues Blut denn in uns steckt — geschenkt.</p>
<p>Was sollte man mit diesem „blauen Blut” übrigens anfangen? Stolz auf die Vergangenheit bräuchte man nicht zu sein: der „Adel” hat immer wieder versagt und kam seinem Selbstverständnis als Elite nicht nach. Der (noch mit Vorrechten versehene) Adel konnte den größenwahnsinnigen Kaiser nicht vom Ersten Weltkrieg abhalten, hat die Weimarer Republik gemeinsam mit Kommunisten und Nazis sturmreif geschossen und schließlich bereitwillig im Zweiten Weltkrieg ein weiteres Mal gemeinsam mit den braunen Horden Feuer und Schwert über Europa gebracht.</p>
<p>Worauf sollte der „Adel” also stolz sein?</p>
<p>Mir ist ein Dieter Bohlen lieber als zehn „von und zu” <a href="http://www.sueddeutsche.de/kultur/225/458873/text/">Guttenbergs</a>.</p>
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