911 — 10 Jahre danach

World Trade Center

Ich kann mich noch so gut daran erin­nern, als sei es gestern gewesen. Als die Türme einstürz­ten, als Menschen vor Todesangst aus Fenstern in den siche­ren Tod spran­gen. Als Terror für kurze Zeit gewon­nen hatte, als die Barbarei ihre häss­li­che Fratze des Todes zeigte. 911 hat vieles verän­dert. Meine Liebe zu den USA hat diese feige Attacke verstärkt.

(Am Rande bemerkt: meine Verachtung für die diver­sen Verschwörungstheoretiker, den Antiamerikanismus und die klamm­heim­li­che Freude vieler „Linker” kann ich kaum in Worte fassen. Deshalb lasse ich es lieber ganz und verweise statt­des­sen auf Henryk M. Broder.)

Bild: Carol M. Highsmith (Public Domain/gemeinfrei)
Video 1: Barack Obama
Video 2: Reason.tv (via)

Bürger — freut euch! Osama bin Laden ist tot!

Endlich haben sie ihn erwischt! Das war mein erster Gedanke am Montagmorgen, nachdem ich im Radio vom Tod Osama bin Ladens erfuhr. Nach einigen weite­ren Informationen war klar: die Navy Seals waren es, die diese Heldentat voll­brach­ten. Eine Heldentat? Selbstverständlich war es eine Heldentat! Mutige Männer (die Frauenquote bei den Seals ist leider recht gering) haben einen Terroristen, einen Massenmörder, einen Feind der freien Welt elimi­niert, Vorbild und Vordenker des isla­mis­ti­schen Terrorismus! Wenn das keine Heldentat war, dann gibt es keine Helden. Das Brecht-Wort, dass das Land unglück­lich sei, das Helden nötig hat, stimmt nach wie vor: die unglück­li­chen USA wären froh, wenn der irre Osama niemals auf die Idee gekom­men wäre, ihre Twin Towers, das World Trade Center, das Symbol New Yorks, in die Luft zu spren­gen. Als wären die USA gerne in Afghanistan! Als gäbe es sonst keine Probleme! Die USA haben nicht den Krieg eröff­net — Osama bin Laden hat den Krieg eröff­net. Er war es, der den Krieg nach Amerika getra­gen hat, er war es, der die west­li­che Welt heraus­ge­for­dert hat. Der über 3000 Menschen ermor­den ließ. Einfach so. Warum hat er das getan? Niemand weiß es. Sein krankes Hirn fühlte sich viel­leicht provo­ziert wegen unserer Freiheit, wegen unserer Freizügigkeit. Weil wir in Demokratie und Freiheit leben. Weil niemand bei uns hinge­rich­tet wird, der nicht an Gott glaubt. Vielleicht waren es auch ganz andere Gründe. Vielleicht glaubt er wirk­lich, dass er mit Jungfrauen belohnt wird, weil er „Ungläubige” töten ließ. Wer weiß das schon. Entscheidend ist die Tat als solche. Osama bin Laden hat die freie Welt heraus­ge­for­dert. Sein Tod war die Antwort auf diese Herausforderung. Die Antwort kam zwar 10 Jahre zu spät, aber immer­hin: besser spät als nie.

Als Christ soll man sich nicht über den Tod eines Menschen freuen. Das stimmt. Ich freue mich — trotz­dem. Ich freue mich als Bürger. Als Bürger der freien Welt, als Bürger Deutschlands, als Freund der USA. Die Welt ist ein Stück besser und siche­rer gewor­den durch den Tod Osama bin Ladens. Ist sie jetzt völlig sicher, ist sie jetzt perfekt? Natürlich nicht. Wird der Krieg gegen den Terror deshalb aufhö­ren? Leider nein. Es sind nicht wir, die das in der Hand haben. Die Terroristen haben es in der Hand. Und es ist gut, wenn sie wissen: es gibt keine Gnade, kein Entkommen. Nirgendwo auf der Welt. Auch nicht in Pakistan. Nicht für Terroristen, die unsere Freiheit bedro­hen.

Jörg Schönenborn stellt in den „Tagesthemen” fest, dass Amerika ihm ein „fremdes Land” sei. Und will wissen, was für ein Land das sei, „das eine Hinrichtung derart beju­belt”. Was für eine Frage. Was für eine Frage! Es ist ein aufrech­tes Land! Ein gutes Land! Es ist ein Land, dessen Bürger aus ihrem Herzen keine Mördergrube machen. Die ihre Meinung frei sagen können. Und die das auch wollen. Ein Land, in dem nicht alles Gold ist, was gänzt. Wohl wahr! Aber es ist ein Land, das das Herz auf dem rechten Fleck trägt. Das sich nicht wegduckt, wenn es gilt, Verantwortung in der Welt zu über­neh­men. Das die Welt nicht sich selbst über­lässt, sondern die große Verantwortung, die aus großer Macht nun einmal folgt, mit Ernst und Wahrhaftigkeit annimmt.

Osama bin Laden war kein „einfa­cher” Mörder. Er war auch nicht nur ein Massenmörder. Er war der Anführer einer feind­li­chen Macht, die den USA und dem Rest der west­li­chen Welt den Krieg erklärt hatte. Und im Krieg, das ist nun einmal so: im Krieg, da wird geschos­sen und getötet. Im Gefecht, da gibt es zwei Optionen: töten oder getötet werden. Das ist bitter — und es ist wahr. Als Helmut Schmidt einst den Befehl gab, die „Landshut” zu stürmen, da wusste er das noch. Er wusste damals noch, dass die, die Tod sähen, auch Tod ernten müssen. Es scheint in einem anderen Leben gewesen zu sein. Heute ist Helmut Schmidt Freizeitphilosoph und Vollzeitexperte. Da verschie­ben sich die Prioritäten.

Terrorismus bekämpft man nicht mit freund­li­chem Gerede, Terrorismus bekämpft man mit Feuer und Schwert. Wer unsere freie Gesellschaft bedroht, der muss wissen: wir dulden das nicht. Wir dulden nicht, dass unsere Bürger ermor­det werden. Wir lassen uns nicht wie Schafe zur Schlachtbank führen. Wir schla­gen zurück. Hart und brutal. „Wenn ihr den Tod so liebt, dann könnt ihr ihn haben.” (Otto Schily, 2004)

Deshalb ist der 2. Mai ein Tag der Freude. Osama bin Laden ist tot — Bürger, freut euch!

Präsident Obama zum Tod Osama bin Ladens

Good evening. Tonight, I can report to the American people and to the world that the United States has conduc­ted an opera­tion that killed Osama bin Laden, the leader of al Qaeda, and a terro­rist who’s respon­si­ble for the murder of thousands of inno­cent men, women, and child­ren.

It was nearly 10 years ago that a bright September day was darkened by the worst attack on the American people in our history. The images of 911 are seared into our natio­nal memory — hija­cked planes cutting through a cloud­less September sky; the Twin Towers collap­sing to the ground; black smoke billo­wing up from the Pentagon; the wreckage of Flight 93 in Shanksville, Pennsylvania, where the actions of heroic citi­zens saved even more heart­break and dest­ruc­tion.

And yet we know that the worst images are those that were unseen to the world. The empty seat at the dinner table. Children who were forced to grow up without their mother or their father. Parents who would never know the feeling of their child’s embrace. Nearly 3,000 citi­zens taken from us, leaving a gaping hole in our hearts.

On September 11, 2001, in our time of grief, the American people came toge­ther. We offered our neigh­bors a hand, and we offered the wounded our blood. We reaf­fir­med our ties to each other, and our love of commu­nity and country. On that day, no matter where we came from, what God we prayed to, or what race or ethni­city we were, we were united as one American family.

We were also united in our resolve to protect our nation and to bring those who commit­ted this vicious attack to justice. We quickly learned that the 911 attacks were carried out by al Qaeda — an orga­ni­za­tion headed by Osama bin Laden, which had openly decla­red war on the United States and was commit­ted to killing inno­cents in our country and around the globe. And so we went to war against al Qaeda to protect our citi­zens, our friends, and our allies.

Over the last 10 years, thanks to the tireless and heroic work of our mili­tary and our coun­ter­ter­ro­rism profes­sio­nals, we’ve made great strides in that effort. We’ve disrup­ted terro­rist attacks and streng­the­ned our home­land defense. In Afghanistan, we removed the Taliban government, which had given bin Laden and al Qaeda safe haven and support. And around the globe, we worked with our friends and allies to capture or kill scores of al Qaeda terro­rists, inclu­ding several who were a part of the 911 plot.

Yet Osama bin Laden avoided capture and escaped across the Afghan border into Pakistan. Meanwhile, al Qaeda conti­nued to operate from along that border and operate through its affi­lia­tes across the world.

And so shortly after taking office, I direc­ted Leon Panetta, the direc­tor of the CIA, to make the killing or capture of bin Laden the top prio­rity of our war against al Qaeda, even as we conti­nued our broader efforts to disrupt, dismantle, and defeat his network.

Then, last August, after years of pain­sta­king work by our intel­li­gence commu­nity, I was briefed on a possi­ble lead to bin Laden. It was far from certain, and it took many months to run this thread to ground. I met repeatedly with my natio­nal secu­rity team as we deve­lo­ped more infor­ma­tion about the possi­bi­lity that we had located bin Laden hiding within a compo­und deep inside of Pakistan. And finally, last week, I deter­mi­ned that we had enough intel­li­gence to take action, and autho­ri­zed an opera­tion to get Osama bin Laden and bring him to justice.

Today, at my direc­tion, the United States laun­ched a targe­ted opera­tion against that compo­und in Abbottabad, Pakistan. A small team of Americans carried out the opera­tion with extra­or­di­nary courage and capa­bi­lity. No Americans were harmed. They took care to avoid civi­lian casu­al­ties. After a fire­fight, they killed Osama bin Laden and took custody of his body.

For over two decades, bin Laden has been al Qaeda’s leader and symbol, and has conti­nued to plot attacks against our country and our friends and allies. The death of bin Laden marks the most signi­fi­cant achie­ve­ment to date in our nation’s effort to defeat al Qaeda.

Yet his death does not mark the end of our effort. There’s no doubt that al Qaeda will conti­nue to pursue attacks against us. We must –- and we will — remain vigi­lant at home and abroad.

As we do, we must also reaf­firm that the United States is not –- and never will be -– at war with Islam. I’ve made clear, just as President Bush did shortly after 911, that our war is not against Islam. Bin Laden was not a Muslim leader; he was a mass murde­rer of Muslims. Indeed, al Qaeda has slaugh­te­red scores of Muslims in many coun­tries, inclu­ding our own. So his demise should be welco­med by all who believe in peace and human dignity.

Over the years, I’ve repeatedly made clear that we would take action within Pakistan if we knew where bin Laden was. That is what we’ve done. But it’s important to note that our coun­ter­ter­ro­rism coope­ra­tion with Pakistan helped lead us to bin Laden and the compo­und where he was hiding. Indeed, bin Laden had decla­red war against Pakistan as well, and ordered attacks against the Pakistani people.

Tonight, I called President Zardari, and my team has also spoken with their Pakistani coun­ter­parts. They agree that this is a good and histo­ric day for both of our nations. And going forward, it is essen­tial that Pakistan conti­nue to join us in the fight against al Qaeda and its affi­lia­tes.

The American people did not choose this fight. It came to our shores, and started with the senseless slaugh­ter of our citi­zens. After nearly 10 years of service, struggle, and sacri­fice, we know well the costs of war. These efforts weigh on me every time I, as Commander-in-Chief, have to sign a letter to a family that has lost a loved one, or look into the eyes of a service member who’s been gravely wounded.

So Americans under­stand the costs of war. Yet as a country, we will never tole­rate our secu­rity being threa­tened, nor stand idly by when our people have been killed. We will be relent­less in defense of our citi­zens and our friends and allies. We will be true to the values that make us who we are. And on nights like this one, we can say to those fami­lies who have lost loved ones to al Qaeda’s terror: Justice has been done.

Tonight, we give thanks to the count­less intel­li­gence and coun­ter­ter­ro­rism profes­sio­nals who’ve worked tirelessly to achieve this outcome. The American people do not see their work, nor know their names. But tonight, they feel the satis­fac­tion of their work and the result of their pursuit of justice.

We give thanks for the men who carried out this opera­tion, for they exem­plify the profes­sio­na­lism, patrio­tism, and unpar­al­leled courage of those who serve our country. And they are part of a gene­ra­tion that has borne the heaviest share of the burden since that September day.

Finally, let me say to the fami­lies who lost loved ones on 911 that we have never forgot­ten your loss, nor wavered in our commit­ment to see that we do whate­ver it takes to prevent another attack on our shores.

And tonight, let us think back to the sense of unity that prevai­led on 911. I know that it has, at times, frayed. Yet today’s achie­ve­ment is a testa­ment to the great­ness of our country and the deter­mi­na­tion of the American people.

The cause of secu­ring our country is not complete. But tonight, we are once again remin­ded that America can do whate­ver we set our mind to. That is the story of our history, whether it’s the pursuit of prospe­rity for our people, or the struggle for equa­lity for all our citi­zens; our commit­ment to stand up for our values abroad, and our sacri­fices to make the world a safer place.

Let us remem­ber that we can do these things not just because of wealth or power, but because of who we are: one nation, under God, indi­vi­si­ble, with liberty and justice for all.

Thank you. May God bless you. And may God bless the United States of America.

„Unorthodoxer” Vorschlag

„Unorthodoxer” Vorschlag eines „Bissigen Liberalen” in der Nacktscanner-Debatte:

Wie wäre es denn mal mit einer Positivliste: Da kommt man nur drauf, wenn man glaub­haft machen kann, daß man wegen Herkunft, Weltanschauung, Lebenslauf etc. mit Terrorismus bestimmt nichts zu tun hat.
Und dann gibt es eben Flüge reser­viert nur für Leute, die auf dieser Liste stehen. Ohne Sicherheitskontrollen, einfach nur einche­cken und losflie­gen.

Entweder verdammt gute Satire. Oder alles, aber nicht liberal.

Dorothee „Nachwuchszensursula” Bär

Dorothee Bär: Kampf gegen isla­mis­ti­schen Terror – Herausforderung für die innere Sicherheit? In: Herausforderung poli­ti­scher Extremismus: Unsere Demokratie festi­gen, Engagement stärken. Hg. v. Philipp Mißfelder. Berlin 2009. S. 68–73, S. 70:

Des weite­ren wird das Internet auch zur Anschlagsvorbereitung genutzt. Zum einen dient das Internet den Terroristen als konspi­ra­ti­ves Medium. Durch verschlüs­selte Botschaften, Befehle oder das Austauschen in einschlä­gi­gen Chatforen können sie kommu­ni­zie­ren. Zum anderen recher­chie­ren Terroristen im World Wide Web auch Informationen zum Bombenbau. „Dorothee „Nachwuchszensursula” Bär“ weiter­le­sen