Schröder gegen Lafontaine

Die ARD-Sendung „Duell: Schröder gegen Lafontaine“ war sehr aufschlussreich. Meine Einschätzung, dass Lafontaine in unverantwortlicher Art und Weise die Partei im Stich gelassen hat, nur wegen des eigenen Egos, hat sich nachhaltig gefestigt.

Eine kleine Anmerkung noch zum „taz“-Artikel zu ebendieser Sendung. Da steht ein Satz: „Für die von der SPD verbreitete Version, dass Lafontaine unbeherrscht und im bloßen Affekt alles hingeworfen habe, spricht nicht viel.“ Und ein paar Sätze weiter steht noch ein anderer Satz: „Lafontaines Rücktritt am 11. März war eine spontane, einsame Entscheidung.“ Möchte mir jemand erklären, wie man es als Journalist schafft, sich in einem Artikel von gut 3500 Zeichen fundamental selbst zu widersprechen?

Das in diesem Artikel eingangs geschilderte Szenario ist natürlich trotzdem klasse.

Endlich wieder Schröder?

Jedes Mal, wenn ich in einer Überschrift lese, dass Schröder dieses gesagt und jenes gefordert habe, dann fühle ich mich für eine ganz kurze Zeitspanne richtig gut. Weil ich das Gefühl habe: alles klar, es ist zwar Wirtschaftskrise und wir sind noch lange nicht über den Berg – aber hey, Schröder macht das schon. Das läuft, kein Stress. Holt dem Mann ’ne Flasche Bier, der will da rein. Und so weiter.

Und dann tifft mich die Erkenntnis mit Wucht: die Rede ist ist nicht von Gerhard Schröder, sondern von Twitter-Kristina Schröder.

Dann denke ich mir: wie kann das eigentlich sein? Ist es nicht Vorspiegelung falscher Tatsachen, dass sich die „frisch angetraute Ehefrau von diesem Milchbubi-Staatssekretär“ (Zitat: D.R.) Schröder nennen darf?

Ich meine: wo Schröder draufsteht, da muss auch Schröder drin sein. Wir brauchen ein Schröder-Gütesiegel. Ein klarer Fall für Verbraucherschutzministerin Aigner!

Kurz verlinkt: Fast schon Selbsthypnose

In einem Gastbeitrag in der Frankfurter Rundschau liefern die Politikwissenschaftler Daniel Gardemin und Heiko Geiling einen lesenswerten Überblick über die deutsche Parteienlandschaft und insbesondere die Rolle der SPD.

Die kulturelle Avantgarde, qualifizierte Facharbeiter, städtische Dienstleister, Sozial- und Bildungsberufsgruppen, einfache Angestellte, temporär Arbeitslose, untertariflich Beschäftigte, moderne Familien, Alleinerziehende, Langzeitarbeitslose und Sozialhilfeempfänger, auf Sozialstaatlichkeit angewiesenen Rentner und Frührentner, Auszubildende, Studierende, Migranten: Alle fühlen sich zu großen Teilen von der SPD nicht mehr repräsentiert, können politische Inhalte der SPD nicht mehr auf sich beziehen, verstehen die Funktionärssprache nicht, „Kurz verlinkt: Fast schon Selbsthypnose“ weiterlesen

60 Jahre Deutscher Gewerkschaftsbund

Der Deutsche Gewerkschaftsbund wird heute sechzig Jahre alt.

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Die deutsche Sozialdemokratie und die Gewerkschaften kämpfen seit sehr viel längerer Zeit für Demokratie, faire Wohlstandsverteilung und den Sozialstaat in Deutschland. Viel wurde erreicht – zentrale neue Projekte bleiben, beispielsweise der gesetzliche Mindestlohn als Antwort auf die Auswüchse im Niedriglohnsektor und ein Ausbau der demokratischen Mitbestimmung in den großen Wirtschaftsunternehmen.

„60 Jahre Deutscher Gewerkschaftsbund“ weiterlesen