Linke Diskussionskultur

Kommunistin Sahra Wagenknecht teilt aus:

Dass der Spiegel in seiner Schmutz-Berichterstattung gegen DIE LINKE konstant aus der Partei heraus mit vertrau­li­chen Informationen versorgt und aufmu­ni­tio­niert wird, ist uner­träg­lich. Denjenigen, die sich an solchen Medienkampagnen betei­li­gen und sie beför­dern, geht es nicht darum, eine demo­kra­ti­sche Auseinandersetzung um eine erfolg­rei­che Strategie der Partei zu führen. Es geht ihnen darum, DIE LINKE entwe­der mit Brachialgewalt wieder auf den von ihnen vertre­te­nen Kurs der Annäherung an die SPD zu bringen oder sie zu zerstö­ren. Dieses Vorgehen ist in höchs­tem Maße verant­wor­tungs­los.

Mal abge­se­hen von den übli­chen Parolen — finde nur ich die Behauptung skurril, Linkspartei-Politiker wollten die Linkspartei „zerstö­ren”? Das wäre ja so, als würde man den Ast, auf dem man sitzt, absägen; oder als würde man die Hand abhauen, die einen füttert. Glaubt Wagenknecht wirk­lich, es gibt Linkspartei-Politiker, die insge­heim die Zerstörung der Linkspartei anstre­ben? „Verantwortungslos” ist dafür ja das völlig falsche Wort, es wäre einfach dumm. Wieso sollte das denn ein Linkspartei-Politiker machen? Gibt es gute Vorschläge oder hat Wagenknecht einfach einen Hummer zuviel geges­sen?

Im Linkspartei-nahen Blog „Lafontaines Linke” ist man jeden­falls „not amused”.

Im Kern eine Gegenrevolution?

Manchmal ist es inter­es­sant, den Blick zurück zu werfen. So hat sich Sahra Wagenknecht im „Spiegel” vom 26.12.1994 wie folgt geäu­ßert.

Die soge­nannte Wende war im Kern eine Gegenrevolution. Es ist vor fünf Jahren ein Land zugrunde gegan­gen, in dem jeden­falls der Ansatz gegeben war, eine Gesellschaft ohne Profitprinzip aufzu­bauen. Heute haben wir wieder die eindeu­tige Kapitalherrschaft; das ist für mich ein klarer Rückschritt. Im Vergleich zur BRD war die DDR, was immer man im einzel­nen an ihr ausset­zen mag, in jeder Phase ihrer Entwicklung das fried­li­chere, sozia­lere, mensch­li­chere Deutschland. „Im Kern eine Gegenrevolution?“ weiter­le­sen