Beschneidung in Deutschland

In den letzten Monaten konnte die inter­es­sierte Öffentlichkeit stau­nend verfol­gen, wie nach einem Urteil des Landgerichts Köln plötz­lich das halbe Internet voll mit Experten (gefühlte 99 Prozent der Erregten waren männ­lich) zur Beschneidung, zum Humanismus und zum libe­ra­len Judentum waren. Warum? Weil das Landgericht Köln urteilte, dass Beschneidung bei Jungen eine Körperverletzung sei und sich Ärzte straf­bar machten, wenn sie diese durch­füh­ren. „Beschneidung in Deutschland“ weiter­le­sen

Israelische Botschaft wünscht einen gesegneten Ramadan

Der Gesandte der israe­li­schen Botschaft, Emmanuel Nahshon, hat den Muslimen in Deutschland einen geseg­ne­ten Ramadan gewünscht.

Der Gesandte erklärte: „In Israel begehen hundert­tau­sende musli­mi­scher Bürger diesen beson­de­ren Monat, in dem die Beziehungen zwischen den Menschen und Gott und der Menschen unter­ein­an­der im Vordergrund stehen. Der Ramadan ist eine Zeit der Offenheit, der Freundschaft und des Dialogs. Die Botschaft wünscht allen Muslimen einen fried­li­chen und erfolg­rei­chen Fastenmonat.“

Auch Ministerpräsident Binyamin Netanyahu hat in einer Videobotschaft den Muslimen in Israel und dem Rest der Welt einen geseg­ne­ten Ramadan gewünscht. In der Botschaft heißt es:

„Ich möchte zum Beginn des Ramadan die musli­mi­schen Bürger Israels und die Muslime in aller Welt grüßen. Der Ramadan ist eines der wich­tigs­ten Ereignisse im musli­mi­schen Kalender. Daher wünsche ich allen frohe Feiertage.
Ich würde gerne diese Gelegenheit nutzen und meinen Nachbarn, Präsident Abbas dazu aufru­fen, sich mit mir hinzu­set­zen und mit mir zu verhan­deln. Ohne Vorbedingungen, hier und jetzt. Unsere beiden Völker warten darauf und sehnen diesen Moment herbei.“

Präsident Shimon Peres hatte bereits vor einigen Tagen in einem Interview mit arabi­schen Journalisten aus Ostjerusalem, Nazareth und Ramallah seine Grüße zum Ramadan über­mit­telt.

Ngram: Kirche, Gott und Staat

Chart Kirche,Religion,Gott,Staat,Natur

Ein neues Spielzeug von Google: der „Books Ngram Viewer” (via „Zettels Raum”). Oben verlinkte Grafik zeigt sehr anschau­lich, wie „Religion” als Grundmoment quasi konstant Erwähnung findet, während „Gott” nach der Nazi-Barbarei einen immensen Bedeutungsgewinn erfährt und „Natur” gleich­zei­tig massiv zurück­geht. (In den Rohdaten ohne „smoot­hing” wird das noch deut­li­cher.) Außerdem sieht man, wie „Kirche” gleich­zei­tig mit Gott an Bedeutung gewon­nen hat und wie „Staat” immer wich­ti­ger wurde.

Sehr cool.

Burka im Dienst

Der Skandal ist nicht, dass eine Frau versucht, mit Burka im Staatsdienst zu erschei­nen (um mögli­cher­weise eine fette Abfindung zu kassie­ren).

Der Skandal ist, dass das nicht längst durch Bundesgesetz verbo­ten worden ist.

Schläft die Bundesregierung?

PS: Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps. Will sagen: als Privatperson kann man so viele Burkas tragen wie man will, als Staatsdiener nicht.

Falsche Freunde

Ein schöner Artikel bei der „Achse des Guten”, mit einer sehr rich­ti­gen Schlussfolgerung:

Kurz, irgend­wann wird den radi­ka­len Islamfeinden aufge­hen, dass die Israelis JUDEN sind. Und dann wird es mit ihrem kleb­ri­gen Philosemitismus – wetten?! – schlag­ar­tig vorbei sein.

Auf diesen Eintrag bin ich via Ruprecht Polenz MdB gesto­ßen, dessen Facebook-Profil ich übri­gens als Debattenort sehr empfeh­len kann. (Am Rande bemerkt: Polenz’ Buch „Die Türkei gehört in die EU”, erschie­nen in der Edition Körber-Stiftung, ist eben­falls bemer­kens­wert. Beizeiten komme ich hoffent­lich zu einer Rezension.)

Angemerkt sei noch dieses: so sehr ich Broder schätze, in der Sache „Islamkritik” hat er sich völlig verrannt. Es ist nicht zu erklä­ren, warum sich Broder so sehr für Sarrazin und dessen Machwerk einsetzt. Der Zentralrat der Juden verhält sich hier bedeu­tend klüger — denn es ist ja kein Geheimnis, dass das jüdi­sche Leben in Deutschland nach wie vor nicht als Normalität akzep­tiert wird. Ein einfa­cher Beleg dafür ist, dass jüdi­sche Einrichtungen und Veranstaltungen durch Sicherheitskräfte und Sicherheitsschleusen geschützt werden müssen. Deshalb ist es richtig, wenn sich Vertreter von Religionen gegen die Feinde des Religiösen beiste­hen.

Ein Schlüssel zu mehr Integration: Religion als Pflichtfach

These 1: Berlin hat deshalb verhält­nis­mä­ßig mehr Probleme mit Deutschen mit Migrationshintergrund isla­mi­schen Glaubens, weil es keinen Pflicht-Religionsunterricht an Berliner Schulen gibt. Gäbe es evan­ge­li­schen, katho­li­schen und musli­mi­schen Religionsunterricht glei­cher­ma­ßen, und Ethik für die Nicht-Gläubigen als Ersatz, dann würden die Muslime ihren Glauben besser kennen­ler­nen und es würde sich ein „deut­scher Islam” heraus­bil­den.

These 2: Sozialdemokraten mit Hass auf Kirche und Glaube sind die denkbar schlech­tes­ten Personen, um Integration voran zu bringen. Wer keinen eigenen Glauben besitzt, versteht den Glauben der anderen nicht.