Politikverdrossenheit und Organisation

Mit einer gewissen Sehnsucht schauten die Europäer im vergan­genen Jahr in die arabi­sche Welt. In den Menschen, die dort ihr Leben für die Freiheit riskieren, erblickten sie ihr früheres Selbst, das idea­lis­ti­sche Europa der Revolutionen von 1789 und 1989. Bald war der Funke der Arabellion nach Europa über­ge­sprungen: Im Westen und Osten, von Tel Aviv bis Madrid, entstanden Protestbewegungen, deren Hauptkennzeichen die weit­ge­hende Ideologiefreiheit war. „Die Bewegung ist alles, das Endziel nichts.“ Eduard Bernstein lebt. Freilich zuerst nicht in Deutschland, das erst auf den Geschmack der Rebellion kam, als in Amerika die eben­falls vom arabi­schen Frühling inspi­rierte „Occupy!“-Bewegung losging, dann aller­dings alles Mögliche und Unmögliche besetzen wollte. Davor hatte sich der Wutbürger in einen Bahnhof hier, eine Rollbahn dort verbissen und begnügt sich bis heute mit flam­menden Manifesten gegen die Zumutungen des Marktes in diversen Zeitungen, vor allem in der FAZ, dem Zentralorgan des Besitz-Stands. weiter­lesen

Macht Politik!

Franz Müntefering, der Vorsitzende der SPD, mahnt eine stärke demo­kra­ti­sche Beteiligung und mehr Engagement der Bürger an. Bürgerschelte von einem Vollblutpolitiker: Drei Monate vor der Bundestagswahl hat SPD-Chef Franz Müntefering mit unge­wohnter Deutlichkeit das Verhältnis vieler Deutschen zu ihrer Demokratie kriti­siert. In Deutschland säßen viele Menschen auf der Tribüne und weiter­lesen