Georg Kreisler ist tot

Georg Kreisler ist heute verstor­ben.

Im April hatte er der „Jüdischen Allgemeinen” noch ein großes (letztes?) Interview gegeben:

Haben Sie Angst vor dem Tod?
Nein, über­haupt nicht. Generell regt man sich im Alter nicht mehr so sehr über Dinge auf. Früher hätte ich gegen die faschis­ti­sche Regierung in Ungarn ange­schrie­ben. Heute tue ich das nicht mehr, weil es sich wohl nicht mehr lohnen würde. Als junger Mensch denkt man da zum Glück anders.

Georg Kreisler war einer der größten Künstler unserer Zeit. Er wird uns fehlen. Er ruhe in Frieden.

So geht Politik ja auch

Schön, oder? So kann Politik ja auch sein: locker, unbe­schwert, lässig, bissl selbst­iro­nisch, spaßig, enga­giert. (Bei uns Jusos geht’s halt oft zu staats­tra­gend zu, zu ernst — sexy ist das nicht immer.)

Freiheit, Gleichheit, Demokratie: ein gutes Leitmotiv. Ich bin echt gespannt, was aus der Piratenpartei noch wird.

(Via Profipirat @korbinian.)

Nur ein Augenblick?

Wikipedia: „Harris (* 1976, bürger­lich Oliver Harris) ist ein Berliner Rapper afri­ka­nisch-deut­scher Herkunft aus Kreuzberg.”

Du bist jung, schwarze Haare, braune Augen, dunkle Haut
Glaube mir, ich kenn diese scheiß Blicke auch
Dieser bestimmte „Du scheiß Kanacke-Blick”
Aber das ist nicht Deutschland, dass ist nur ein Augenblick

Ich glaube manche wissen gar nicht, wie gut sie es hier haben
Ich denke mal da wo du herkommst hast du gar nichts zu sagen
Schäm dich über Deutschland so schlecht zu reden
Wenn du genau drüber nach­denkst ist es schön in Deutschland zu leben

(Via achgut.com.)

Platt? Treffend? Oder surft der Rapper „Harris” einfach ein biss­chen auf der Integrationsdebattenwelle?

Kinderhymne


Anmut sparet nicht noch Mühe
Leidenschaft nicht noch Verstand
Daß ein gutes Deutschland blühe
Wie ein andres gutes Land.

Daß die Völker nicht erblei­chen
Wie vor einer Räuberin
Sondern ihre Hände reichen
Uns wie andern Völkern hin.

Und nicht über und nicht unter
Andern Völkern wolln wir sein
Von der See bis zu den Alpen
Von der Oder bis zum Rhein.

Und weil wir dies Land verbes­sern
Lieben und beschir­men wir’s.
Und das liebste mag’s uns schei­nen
So wie andern Völkern ihrs.

Bert Brecht