BILD: Eine unbequeme Wahrheit

Die „BILD” will „keine Sprechverbote” und postu­liert deshalb „neun unbe­queme Meinungen”, außer­dem „die Fakten”.

Schön und gut. Aber, liebe „BILD”: wer „keine Sprechverbote” will und „unbe­queme Meinungen” einfor­dert, ergo für Meinungsfreiheit und offenen Streit eintritt, sollte keinen Kasten basteln, der gewohnt zurück­hal­tend mit „UND SOLCHE DUMMEN SÄTZE KÖNNEN WIR NICHT MEHR HÖREN!” über­schrie­ben ist. Und vor allem sollte man diesen Kasten nicht auch noch direkt neben die Forderung nach Meinungsfreiheit packen:

Meinungsfreiheit nach BILD
Bild: Bildschirmfoto „bild.de”; Bearbeitung: Christian Soeder

Die neue Definition von „Meinungsfreiheit” frei nach „BILD” geht unge­fähr so: Meinungsfreiheit für die, die die Meinung der „BILD” vertre­ten. Alle anderen haben gefäl­ligst die Fresse zu halten.

Spiegel Online und die Lust am Drama

Die aktu­el­len Top-Schlagzeilen bei „Spiegel Online” sind:

  • Brandenburg fürch­tet die Flutwelle
  • Pakistan fleht Nato um Hilfe an
  • Polizei verhört einzi­gen Zeugen der Bluttat
  • Moskauer flüch­ten vor Bränden ins Ausland
  • „Die neue Marie Antoinette”
  • Dominanz der Dauerdirigenten
  • Mein Nachbar, der Massenmörder

Ich stelle fest: „Spiegel Online” hat die „Bild” bald über­holt. Mehr Drama geht kaum.

NRW-CDU: Wer hat Angst vor dem bösen Blogger?

Die NRW-CDU reagiert auf die Enthüllungen diver­ser Skandale in Blogs verär­gert: es wurde Anzeige gegen Unbekannt gestellt. Das ist natür­lich ziem­lich lächer­lich und dementspre­chend gelas­sen reagiert Blogger David Schraven. Ich meine: gut, dass es unab­hän­gige Blogs wie das Wir-in-NRW-Blog und die Ruhrbarone gibt, die übri­gens die NRWSPD nicht unge­scho­ren lassen (ganz im Gegenteil). „NRW-CDU: Wer hat Angst vor dem bösen Blogger?“ weiter­le­sen

Steinmeier bei „Erst fragen, dann wählen”

Sehr guter Auftritt von Frank-Walter Steinmeier bei der ZDF-Sendung „Erst fragen, dann wählen”. Angela Merkel war übri­gens nicht dort. Sie hat aber nicht abge­sagt, sondern nicht zuge­sagt. Ein großer Unterschied! (ZDF-Logik, bitte nicht hinter­fra­gen.)

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Die Sendung beweist: Politik-Sendungen können span­nend, inter­es­sant und aufschluss­reich sein. Und nicht derart abschre­ckend wie Anne Will und wie sie alle heißen. Würde ich mir nur Polit-Talkshows anschauen, ich wäre auch poli­tik­ver­dros­sen.

Leider beweist die Sendung auch den fehlen­den Mut des ZDF: die Sendung lief Sonntag Nachmittags in einem ZDF-Spartensender, die Zusammenfassung kam zwar im ZDF — aber erst gegen Mitternacht. Der Stream bei StudiVZ/MeinVZ war gut, aber mehr Publikum bei einem besse­ren Sendetermin hätte sicher­lich nicht gescha­det. Aber nun gut.

Kleine Medienkritik am Beispiel VW-Porsche

Falls es jemand noch nicht mitbe­kom­men haben sollte: Porsche möchte (bzw. kann) VW nicht mehr über­neh­men und strebt deshalb eine Fusion an.

Diese eigent­lich doch recht span­nende Nachricht verar­bei­ten die großen Presseportale leider ziem­lich gleich­mä­ßig: „Kleine Medienkritik am Beispiel VW-Porsche“ weiter­le­sen