Asyl und Staat

Die Ereignisse in Berlin-Hellersdorf sind mehr als beschä­mend. Es ist absto­ßend und abscheu­lich, wie dumm­deut­sche Nazis sich in aller Öffentlichkeit arti­ku­lie­ren und Flüchtlinge in Angst und Schrecken verset­zen können.

Es führt kein Weg daran vorbei: Deutschland muss seine Asylpolitik von Grund auf über­den­ken.

Zentral ist: Asylheime müssen der Vergangenheit ange­hö­ren. Massenunterkünfte sind ein zu lohnen­des Ziel für Nazis und über­dies der Integration abträg­lich. Menschen, die bei uns Zuflucht suchen, sollten von Beginn an Anspruch auf ganz normale Sozialwohnungen haben.

Das Arbeitsverbot für AsylbewerberInnen muss natür­lich fallen. Arbeit ist nicht nur dazu da, um Geld zu verdie­nen, sondern Arbeit ist der beste Integrationsmotor, den man sich vorstel­len kann. Menschen wollen gebraucht werden, Menschen wollen sich einset­zen für ihre Mitmenschen.

Wir sollten mehr Menschen als bislang Zuflucht bei uns gewäh­ren. Deutschland ist reich. Wir könnten vielen Menschen, denen es schlech­ter geht als uns, helfen.

Und es muss endlich Schluss sein mit dem Verständnis für „besorgte AnwohnerInnen” (Übersetzung: Nazis). Wenn „besorgte AnwohnerInnen” vor Flüchtlingsheimen dumm­deut­sche Parolen skan­die­ren, dann darf die Politik nicht einfach zusehen und besorgte Reden schwin­gen. Sondern dann sind Polizeispezialkräfte zu entsen­den, die mit harter Hand solche Menschenaufläufe auflö­sen. Wozu gibt es Wasserwerfer, wozu gibt es Tränengas?

Und wenn die Polizeikräfte dazu nicht in der Lage sind, dann muss per Amtshilfe eben eine Bundeswehreinheit hinzu­ge­zo­gen werden. Dazu muss man kein Grundgesetz ändern, das kann man einfach machen.

Denn es darf ja wohl nicht wahr sein, dass in Deutschland 2013 die öffent­li­che Sicherheit durch Linksalternative aufrecht­erhal­ten werden muss. Wer bei uns Zuflucht sucht, darf nicht um Leib und Leben fürch­ten müssen. Ein Staat, der das wesent­lichste Grundbedürfnis, nämlich Sicherheit, nicht gewähr­leis­ten kann, ist nichts wert. Innere Sicherheit ist keine Einbahnstraße.

Kurz verlinkt: stern.de: Sarrazins Hasspredigt

Sarrazin, Teil 352:

Man spürt, wie ange­wi­dert Sarrazin von Muslimen ist, wie sehr ihn die Sorge um eine Islamisierung Deutschlands umtreibt. Auch darüber hätte er skan­dal­frei schrei­ben können. Hat er aber nicht, weil er auf Relativierungen weit­ge­hend verzich­tet. Da rechnet einer ab mit Kopftuchträgerinnen und Mekka-Betern. Wenn sie so werden wie wir Deutsche, dann ist das okay, wenn nicht, hat er keine Verwendung für diese Menschen.

Sarrazin schreibt nicht mit heißem Herzen, sondern mit dem Blick eines Buchhalters. Seine Rüstung ist die Furcht, seine Klinge die Besoffenheit an der Wirkung seiner Provokationen. Seine Losung lautet: Das wird man doch mal sagen dürfen…

Darf man. Und als Leser darf man das absto­ßend finden.

So ist es. Auf ähnli­che Art und Weise schreibe ich mir hier schon seit einiger Zeit die Finger wund.

Weil nicht sein kann, was nicht sein darf

Philipp Freiherr von Brandenstein, ehema­li­ger CSU-Stratege, verzwei­felt an seiner (ehema­li­gen?) Partei:

Da aber nicht sein kann, was nicht sein darf, lehnt die CSU nicht nur eine Feststellung des derzei­ti­gen Status durch die Regierung ab. Man betont viel­mehr, dieser Status sei auch nicht Grundlage für koali­tio­nä­ren Verhandlungen über die Regierungspolitik (FAZ 20.11.2010 ). Konkret: Die Regierungspartei CSU lehnt eine Befassung mit der empi­ri­schen Wirklichkeit aus ideo­lo­gi­schen Gründen ab. Die demo­gra­phi­sche und ökono­mi­sche Realität wider­spricht dem Parteitagsbeschluss und wird daher zurück­ge­wie­sen. Realsatire?

Ein guter Artikel. Ganz allge­mein ein gutes Blog. Natürlich aus konser­va­ti­ver Perspektive, lesens­wert.

„Deutschland ist abgeschafft”

Sozialtheorist Stefan Schulz stellt die inter­es­sante Frage: „Was ist eigent­lich Integration?” in seinem amüsan­ten, wie erleuch­ten­den Artikel „Integrieren sie sich bitte”. Seine These: Integration ist das Hineinwachsen in die direkte Umgebung. Integrationstechnisch ist Deutschland damit abge­schafft:

„Nur in seiner unmit­tel­ba­ren Lebenswelt kann man „sich selbst“ inte­grie­ren, in dem man seine Nachbarn kennt, in Vereinen tätig wird, öffent­li­che Angebote nutzt, bei Tante Emma konsu­miert, viel­leicht mal ein Amt über­nimmt, usw.”

„„Deutschland ist abge­schafft”“ weiter­le­sen

Nur ein Augenblick?

Wikipedia: „Harris (* 1976, bürger­lich Oliver Harris) ist ein Berliner Rapper afri­ka­nisch-deut­scher Herkunft aus Kreuzberg.”

Du bist jung, schwarze Haare, braune Augen, dunkle Haut
Glaube mir, ich kenn diese scheiß Blicke auch
Dieser bestimmte „Du scheiß Kanacke-Blick”
Aber das ist nicht Deutschland, dass ist nur ein Augenblick

Ich glaube manche wissen gar nicht, wie gut sie es hier haben
Ich denke mal da wo du herkommst hast du gar nichts zu sagen
Schäm dich über Deutschland so schlecht zu reden
Wenn du genau drüber nach­denkst ist es schön in Deutschland zu leben

(Via achgut.com.)

Platt? Treffend? Oder surft der Rapper „Harris” einfach ein biss­chen auf der Integrationsdebattenwelle?