Europa in der Presse

Europa, genauer: die Europäische Union findet in der Presse nur verein­zelt bis gar nicht statt. Meistens dann, wenn etwas Negatives „aus Brüssel” zu berich­ten ist. Warum ist das so? Wir schauen uns die Online-Ausgaben der großen und wich­ti­gen deut­schen Zeitungen und der öffent­lich-recht­li­chen TV-Sendungen an:

  • faz.net: Unterkategorie „Europäische Union” im Politik-Bereich
  • taz.de: Unterkategorie „Europa” im Politik-Bereich
  • welt.de, zeit.de, spiegel.de: Politik-Bereich wird in „Deutschland” und „Ausland” geglie­dert
  • sueddeutsche.de: Politik-Bereich wird gar nicht unter­glie­dert, es gibt nur tages­ak­tu­elle Schlagworte
  • fr-online.de: Politik-Bereich wird unter­glie­dert in „Übersicht”, „Meinung”, u.a.
  • bild.de: Politik-Bereich wird unter­glie­dert in „Übersicht”, „Wirtschaft”, u.a.
  • heute.de: Politik-Bereich wird nicht geglie­dert
  • tagesschau.de: Kategorien „Inland” und „Ausland” stehen gleich­be­rech­tigt zu „Wirtschaft” etc.

Wenn wir uns das näher betrach­ten, stellen wir erneut fest: das Sein bestimmt das Bewusstsein. Denn wie soll eine euro­päi­sche Öffentlichkeit herge­stellt werden, wenn wich­tige Massenmedien Europa nur als „Ausland” betrach­ten? Insofern: Lob an FAZ und taz glei­cher­ma­ßen, die Seit’ an Seit’ für die Europäische Integration strei­ten — und Tadel an Welt, Zeit und Spiegel, die dem natio­na­len Denken verhaf­tet zu sein schei­nen. SZ und FR fallen wie die Bild aus dem Raster — da schei­nen Grenzen gar keine Rolle mehr zu spielen.