„Es ist Deutschland hier“

In den internationalen Medien wird der künftige Außenminister schon verspottet, noch ehe er überhaupt im Amt ist. Vier Jahre müssen wir Guido Westerwelle nun ertragen. Was das für Deutschlands Ansehen in der Welt bedeutet? Man darf gespannt sein.

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FDP, Zucht und Ordnung

Bei einer FDP-Wahlkampfveranstaltung mit Guido Westerwelle am 18. September kamen einige Aktivisten von campact zusammen, um ihren Unmut über die schwarz-gelbe Atomlobby-Politik kund zu tun. (Im Video ab der 7. Minute.) Dass Westerwelle nicht erfreut ist, ist nachvollziehbar; dass er die Protestierenden mal eben als „Extremisten“ und den Protest als „Quatsch“ bezeichnet, ist hingegen ein Skandal.

„Schön“ auch das folgende Westerwelle-Zitat: „Und lasst eure Schnipsel danach nicht liegen, denn ihr seid nicht bei euch zu Hause, sondern bei der FDP.“ Bei der FDP, da herrscht eben noch Zucht und Ordnung! Jawoll! Wir lernen: Westerwelle entdeckt den nationalliberalen Flügel neu für sich.

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Loblied auf Europa

Beim Antibürokratieteam zieht ein CDU-Politiker und (witzigerweise) Gastmitglied der FDP-nahen Organisation „Libertäre Plattform“ ordentlich vom Leder:

Völlig unverständlich erscheint dagegen die liberale Liebe zu Lissabon. Die heutige Europäische Union ist schließlich alles andere als eine freiheitsfreundliche Idee.

Das ist natürlich Quatsch, wie ich nun live und freundlich wie immer darlegen werde:

Offene Grenzen sind nicht freiheitsfreundlich?
Freier Warenverkehr ist nicht freiheitsfreundlich?
Freie Wahlen sind nicht freiheitsfreundlich?
Recht und Gesetz sind nicht freiheitsfreundlich?
Gleichheit ist nicht freiheitsfreundlich?
Frieden ist nicht freiheitsfreundlich?
Freiheit ist nicht freiheitsfreundlich?

Nur wegen der paar Agrarsubventionen ist die Europäische Idee, die Europäische Einigung, 60 Jahre Frieden nach hunderten von Jahren quasi ständigem Kriegszustand in Europa, also nicht freiheitsfreundlich?

Europa bedeutet Freiheit. Sogar Westerwelle hat das verstanden. Da wäre es eigentlich echt super, wenn die liberalen Fußtruppen ihrem Obervorturner bei diesem einen Punkt, bei dem Westerwelle mal nicht daneben liegt, zustimmen würden. Nur ist hier wohl mal wieder der Wunsch Vater des Gedanken.

Nachtrag, 13. Mai, 11.30 Uhr:
Ich freue mich, auf den Kommentar von A-Team-Leser „Die Stimme aus dem Off“ hinweisen zu können, der mir Rückendeckung, wenn auch aus unerwarteter Richtung, gibt.