„… auf dass ihr nicht gerichtet werdet“

Um es mal vorweg zu nehmen: Ich finde die gegen Guido Westerwelle erhobenen Vorwürfe zumindest zum Teil recht unfair. Nun gut, er hat bei seinen Auslandsreisen ein paar Leute mitgenommen, die auch Geschäfte machen wollten. Das macht so ziemlich jeder hochrangige Politiker bei seinen Auslandsreisen. Dass der Bruder von Westerwelle Anteile an einem Unternehmen hält, deren Vertreter auch dabei war, ist für sich genommen noch kein Grund, irgendetwas zu verteufeln. Und auch, was die möglichen Geschäfte von Michael Mronz angeht, sollte man lieber untersuchen, was Mronz eigentlich in Brasilien gemacht hat, bevor man in schrille Töne verfällt. „„… auf dass ihr nicht gerichtet werdet““ weiterlesen

Westerwelle-Rede auf dem FDP-NRW-Parteitag

Guido Westerwelle hat auf dem Parteitag der FDP Nordrhein-Westfalen eine Rede gehalten. Die schönsten Stilblüten, freundlicherweise von @fdp_nrw zur Verfügung gestellt, möchte ich dem geneigten Publikum nicht vorenthalten:

In unserer Republik geht es in politischen Diskussionen derzeit darum, welche Geisteshaltung in den nächsten Jahren herrscht. „Westerwelle-Rede auf dem FDP-NRW-Parteitag“ weiterlesen

Westerwave: „In Liebe“

Bundesaußenminister Guido ‚Westerwave‘ Westerwelle scheint in guter Stimmung zu sein: auf die Nachfrage einer Journalistin, seine „Welt“-Kolumne einmal vorzulesen, um Unklarheiten zu beseitigen, erklärte er, dies sei nicht möglich, aber er würde ihr die Kolumne gerne mit „In Liebe“ signieren, was G.W., der Mann der Tat, dann auch ausführte.

Und ich kann mir nicht helfen, aber ich musste beim Lesen des Carta-Artikels (via) an folgendes Video denken:

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=ACjHB9GZN18&hl=de_DE&fs=1&]

Das ist natürlich furchbar ungerecht von mir. Aber es ist auch verdammt lustig.

„Westerwelle geriert sich wie Haider“

Ralf Stegner haut auf den Putz:

Herr Westerwelle, aber auch Herr Koch, versuchen es immer wieder mit schamlosen, bewusst gesetzten Provokationen und Entgleisungen auf Kosten bestimmter gesellschaftlicher Gruppen politisch zu punkten. In der aktuellen Debatte über die Neuregelung der Hartz-IV-Gesetzgebung geriert sich der FDP-Vorsitzende wie der Jörg Haider der deutschen Politik. „„Westerwelle geriert sich wie Haider““ weiterlesen

Knigge für Unbemittelte

Aus aktuellem Anlass ein Gedicht von Erich Kästner aus dem Jahr 1928:

Ans deutsche Volk, von Ulm bis Kiel:
Ihr esst zu oft! Ihr esst zu viel!
Ans deutsche Volk, von Thorn bis Trier:
Ihr seid zu faul! Zu faul seid ihr!

Und wenn sie auch den Lohn entzögen!
Und wenn der Schlaf verboten wär!
Und wenn sie euch so sehr belögen,
dass sich des Reiches Balken bögen!
Seid höflich und sagt Dankesehr. „Knigge für Unbemittelte“ weiterlesen

„Vor 100 Tagen ist ein Esel Bundesaußenminister geworden.“

Heiner Geißler, der ehemalige CDU-Generalsekretär, zu seinen aktiven Zeiten als Scharfmacher und Polemiker gefürchtet und heute aktives „attac“-Mitglied, hat sich zu Guido Westerwelles Hetztiraden zu Wort gemeldet: „Die spätrömische Dekadenz bestand darin, dass die Reichen nach ihren Fressgelagen sich in Eselsmilch gebadet haben und der Kaiser Caligula einen Esel zum Konsul ernannt hat. Insofern stimmt Westerwelles Vergleich: Vor 100 Tagen ist ein Esel Bundesaußenminister geworden.“

Nero auf Hartz IV

Die Glosse des Tages auf NDR Info nimmt sich die „altrömische Dekadenz“ im Sinne des Hobbyhistorikers Westerwelle vor.  Marcel Güsken bittet dazu Auf ein Wort:

Und so sehen wir sie vor uns, die Hartz IV-Empfänger, wie sie sich lümmeln auf der Chaiselongue, die eben erst vom Recyclinghof gerettet wurde. Unmengen von Hähnchenkeulen, bei Lidl für 2,39 im Angebot, verschwinden in den offenen Mündern, in Strömen fließt der Lambrusco aus dem Tetrapak, bis alle Hemmungen fallen und schnackselnd eine neue Sozialhilfegeneration gezeugt wird.