Der „Adel” und die Republik

Deutschland ist eine Republik. Der „Adel” besitzt seit der Weimarer Verfassung in Deutschland keine Vorrechte mehr:

Öffentlich-recht­li­che Vorrechte oder Nachteile der Geburt oder des Standes sind aufzu­he­ben.
Adelsbezeichnungen gelten nur als Teil des Namens und dürfen nicht mehr verlie­hen werden. (Artikel 109)

Trotzdem betreibt der SPIEGEL Hofberichterstattung rund um die Nachkommen von Wilhelm II (leider noch nicht online verfüg­bar). Trotzdem ist rund um Schloss Salem ständig vom „Haus” Baden die Rede (eben­falls nicht online verfüg­bar) — und nicht einfach von der Familie Baden, wie es richtig heißen sollte.

Dass die BILD 2008 fragte, wieviel blaues Blut denn in uns steckt — geschenkt.

Was sollte man mit diesem „blauen Blut” übri­gens anfan­gen? Stolz auf die Vergangenheit bräuchte man nicht zu sein: der „Adel” hat immer wieder versagt und kam seinem Selbstverständnis als Elite nicht nach. Der (noch mit Vorrechten verse­hene) Adel konnte den größen­wahn­sin­ni­gen Kaiser nicht vom Ersten Weltkrieg abhal­ten, hat die Weimarer Republik gemein­sam mit Kommunisten und Nazis sturm­reif geschos­sen und schließ­lich bereit­wil­lig im Zweiten Weltkrieg ein weite­res Mal gemein­sam mit den braunen Horden Feuer und Schwert über Europa gebracht.

Worauf sollte der „Adel” also stolz sein?

Mir ist ein Dieter Bohlen lieber als zehn „von und zu” Guttenbergs.

Kleine Medienkritik am Beispiel VW-Porsche

Falls es jemand noch nicht mitbe­kom­men haben sollte: Porsche möchte (bzw. kann) VW nicht mehr über­neh­men und strebt deshalb eine Fusion an.

Diese eigent­lich doch recht span­nende Nachricht verar­bei­ten die großen Presseportale leider ziem­lich gleich­mä­ßig: „Kleine Medienkritik am Beispiel VW-Porsche“ weiter­le­sen