Ein Gastbeitrag von Burkhard Grafenstein, Student der Rechtswissenschaften, Jahrgang 1979, Mitglied der Jungen Liberalen: Im 19. Jahrhundert kam es bisweilen zu einem Umdenken unter Liberalen, die Sozialisten wurden oder sich sozialistischen Gedanken öffneten. Dies kann der Fall des berühmten Rechtswissenschaftlers Rudolph von Jhering (1818−1892) illustrieren. Jhering stammte aus einer bis ins 16. Jahrhundert zurückreichenden ostfriesischen Beamten– und Juristenfamilie. Er habilitierte sich 1843 in Berlin, folgte Berufungen nach Basel, Rostock, Kiel und Gießen. Mit dem gewonnenen Ansehen ging er 1868 nach Wien, wo er in den Adelsstand erhoben wurde. Seit 1872 wirkte er bis zu seinem Lebensende in Göttingen. Jhering ist nicht nur als Rechtsdenker bedeutungsvoll, er hat als Jurist auch allgemein geläufige und praxistaugliche Institute wie die „Culpa in contrahendo“ hinterlassen. Jhering hat sich möglicherweise als junger Mann bei...




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