Posts Tagged ‘ Geschichte ’

Jherings sozialdemokratische Visionen

15. März 2011
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Ein Gastbeitrag von Burkhard Grafenstein, Student der Rechtswissenschaften, Jahrgang 1979, Mitglied der Jungen Liberalen: Im 19. Jahrhundert kam es bisweilen zu einem Umdenken unter Liberalen, die Sozialisten wurden oder sich sozialistischen Gedanken öffneten. Dies kann der Fall des berühmten Rechtswissenschaftlers Rudolph von Jhering (1818−1892) illustrieren. Jhering stammte aus einer bis ins 16. Jahrhundert zurückreichenden ostfriesischen Beamten– und Juristenfamilie. Er habilitierte sich 1843 in Berlin, folgte Berufungen nach Basel, Rostock, Kiel und Gießen. Mit dem gewonnenen Ansehen ging er 1868 nach Wien, wo er in den Adelsstand erhoben wurde. Seit 1872 wirkte er bis zu seinem Lebensende in Göttingen. Jhering ist nicht nur als Rechtsdenker bedeutungsvoll, er hat als Jurist auch allgemein geläufige und praxistaugliche Institute wie die „Culpa in contrahendo“ hinterlassen. Jhering hat sich möglicherweise als junger Mann bei...

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Sophie Josephine Ernestine Friederike Wilhelmine Gräfin von Hatzfeldt-Wildenburg-Schönstein

10. August 2010
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Sophie Josephine Ernestine Friederike Wilhelmine Gräfin von Hatzfeldt-Wildenburg-Schönstein

Die hier abgebildete gelassene Raucherin, deren Geburtstag gedacht werden soll, ist Sophie Josephine Ernestine Friederike Wilhelmine Gräfin von Hatzfeldt-Wildenburg-Schönstein, geb. Gräfin v. Hatzfeldt-Trachenberg, sie wurde am 10. August vor 205 Jahren in Trachenberg geboren, war eine deutsche Sozialistin und die Lebensgefährtin Ferdinand Lassalles. Um Familienstreitigkeiten zwischen den Linien Hatzfeldt-Trachenberg und Hatzfeldt-Wildenburg zu beenden, war Sophie zur Heirat mit ihrem brutalen und gewalttätigen Vetter aus der Linie Wildenburg gezwungen worden, einem vermögenden Mann mit Wohnsitzen auf Schloss Kalkum bei Düsseldorf, Schönstein und Schloss Crottorf. Auch die Geburt ihres Sohnes Paul im Jahr 1831 konnte den Grafen nicht von seinen Ausschweifungen abhalten. Schon um 1830 wollte sie sichscheiden lassen, ihre Brüder versagten ihr jedoch jede finanzielle Unterstützung. Seit 1846 betrieb sie die Scheidung selbst und wurde dabei vom renommierten Rechtsanwalt und...

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Lily Braun

4. Juli 2010
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Lily Braun

Von Jens Tuengerthal Die hier lesend abgebildete schöne Dame ist Lily Braun, geboren als Amalie von Kretschmann, heute vor 145 Jahren in Halberstadt. Sie war eine deutsche Schriftstellerin, Sozialdemokratin und Frauenrechtlerin. Ihre Großmutter mütterlicherseits, Jenny von Gustedt, geborene Rabe von Pappenheim, ist die uneheliche Tochter von Jérôme Bonaparte und damit war sie mit dem Haus Bonaparte verwandt. Ihre Großnichte Marianne von Weizsäcker, geborene von Kretschmann, ist die Ehefrau von Richard von Weizsäcker. Die Tochter des preußischen Generals Hans von Kretschmann war mit dem Philosophieprofessor Georg von Gizycki verheiratet, der den Sozialdemokraten nahestand, ohne jedoch Parteimitglied zu sein.

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Peinlich, Herr Wissing!

11. Mai 2010
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Freidemokrat Volker Wissing bloggt: „Wer hat den Euro verraten? Sozialdemokraten!” Damit begibt er sich auf Kommunistenspur, denn genau aus dieser Ecke stammt dieser Spruch. Im Original geht er so: „Wer hat uns verraten? Sozialdemokraten! Und wer macht uns frei? Die Kommunistische Partei.” Entstanden ist er, als die Sozialdemokratische Partei den Kriegskrediten von Kaiser Wilhelm zugestimmt hat. Fortgeführt wurde er in der Weimarer Republik, die von Nationalsozialisten, Kommunisten und Konservativen sturmreif geschossen wurde. Das Ende vom Lied ist bekannt. Als Spitzenpolitiker derartige Sprüchlein zu bringen, das ist schon sehr geschichtsvergessen. Peinlich, Herr Wissing! Demokratisch geht anders.

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85. Todestag: Gedenken an Friedrich Ebert

28. Februar 2010
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85. Todestag: Gedenken an Friedrich Ebert

Heute vor 85 Jahren ist Friedrich Ebert, der erste demokratisch gewählte Reichspräsident der jungen Weimarer Demokratie, gestorben. Sein früher Tod war ein Schock für seine Partei, seine SPD. Auf den jungen Demokraten Friedrich Ebert folgte mit Paul von Hindenburg ein rechtsnationaler Monarchist, der mit Demokratie nicht viel anfangen konnte. Ebert war kein Theoretiker wie Rudolf Hilferding. Er war pragmatischer Gestalter, vergaß niemals seine Herkunft aus einfachen Verhältnissen: vom Sattlergeselle und Gastwirt arbeitete er sich für seine Partei und die Menschen ganz nach oben. Von Reaktionären gehasst, hatte er es auch in seiner eigenen Partei oft schwer: er wollte Reichspräsident aller Deutschen sein, und man darf sagen, ihm ist das gelungen. Nach seiner Wahl zum Reichspräsidenten erklärte Ebert am 11. Februar 1919: „Ich will und werde als der Beauftragte des...

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