Freund, Feind, Parteifreund

In der FDP wollen einige aufrechte Liberale mehr Liberalismus wagen und haben deshalb den „Liberalen Aufbruch” gegrün­det. Federführend ist hier vor allem Frank Schäffler, der als Finanzexperte gilt. In diesem Zusammenhang hat der „Deutschlandfunk” mit ihm ein Interview geführt.

Nun, man muss Frank Schäffler nicht zustim­men, aller­dings ist es wohl ziem­lich glaub­wür­dig, dass er sich um seine FDP sorgt. Das finde ich durch­aus honorig. Sein Parteifreund Daniel Bahr, Staatssekretär im Gesundheitsministerium, sieht das aller­dings offen­sicht­lich anders:

Ein schreckliches Interview mit Frank Schäffler im DLF.
Ein schreck­li­ches Interview mit Frank Schäffler im DLF.

A-Team-Kollege Drungels veran­lasste dies zu der tref­fen­den Bemerkung: „Entweder ihr seid für uns oder ihr seid gegen uns.” Wer könnte ihm wider­spre­chen. Die Stimmung in der FDP-Bundestagsfraktion muss in der Tat absolut schreck­lich sein. Der Ausspruch eines FDP-Bundestagsabgeordneten, der nächste FDP-Parteitag finde „in der Hölle” statt, ist vermut­lich keine Übertreibung. Wenn sich Fraktionskollegen schon in aller Öffentlichkeit bekrie­gen, dann will man gar nicht wissen, wie es intern zugeht. Nichts für schwa­che Nerven und kleine Kinder, wie man vermu­ten darf. (In der Schule würde man das „Mobbing” nennen, was Bahr treibt.)

Schäffler oder Wissing: FDP am Scheideweg

Die FDP-Bundestagsfraktion hat in den nächs­ten Tagen einen bedeu­ten­den Posten neu zu beset­zen: den des finanz­po­li­ti­schen Sprechers. Frank Schäffler und Volker Wissing wollen beide die Nachfolge des künf­ti­gen Bundesbankers Karl Ludwig Thiele antre­ten. Die Besetzung dieses Postens ist für die FDP entschei­den­der, als es auf den ersten Blick ausse­hen mag: Schäffler und Wissing stehen für zwei verschie­dene Ausrichtungen der FDP. „Schäffler oder Wissing: FDP am Scheideweg“ weiter­le­sen