Verlogen in Deutschland

Das deut­sche Aufenthaltsrecht und die deut­sche Einbürgerungspraxis sind ein einzi­ger Skandal. Menschen wird es viel zu schwer gemacht, einen deut­schen Pass zu erwer­ben, also: Deutsche zu werden. Es ist dies eine Bürde, die Deutschland belas­tet, ohne dass damit etwas gewon­nen ist, im Gegenteil. Menschen, die etwas leisten wollen, die hier leben wollen, die sich als Deutsche fühlen, werden behin­dert, können nicht arbei­ten, dürfen also nicht den Wohlstand mehren, müssen sich alimen­tie­ren lassen und werden im schlimms­ten Fall abge­scho­ben. In der „WELT” ist gerade ein weite­res bedrü­cken­des Beispiel zu lesen. Auf eine Protestnote oder gar eine gemein­same Anstrengung aller Parteien in Bundestag und Bundesrat kann man wohl vergeb­lich warten. Nicht über­ra­schend in einem Land, in dem promi­nente Personen unter Beifall der Mehrheitsgesellschaft Unterschriften gegen Ausländer sammeln und damit Wahlen gewin­nen, „Kinder statt Inder” skan­die­ren und gegen Muslime hetzen (und noch so einiges mehr).

Die glei­chen Parteien finden es hinge­gen ganz und gar in Ordnung, und ich meine wirk­lich alle Parteien, gleich­zei­tig in die Belange eines anderen, souve­rä­nen Staates hinein­zu­re­gie­ren, sich in dessen Belange einzu­mi­schen, obwohl sie niemand dazu ermäch­tigt hat. (Aber hey, es geht gegen Israel, da kann man schon einmal an einem Strang ziehen.)

Man sollte meinen, die Parteien sollten sich erst einmal darum kümmern, hier, in Deutschland, ein faires Einbürgerungsrecht und Staatsbürgerrecht zu schaf­fen, um dann den mora­li­schen Zeigefinger mit Recht erheben zu können. Aber nein, so funk­tio­niert Politik nun einmal nicht. Den fünften Schritt vor dem ersten zu tun, da gerät man zwar manch­mal ins Stolpern, aber es sieht halt auch ziem­lich forsch aus.