Kurz verlinkt: Sixt und die Türken: Alltagsrassismus in Deutschland

Via @chris_politicus und Jörg Lau: Die Achse des Guten: Jan Vajnorsky: Will ein Türke bei Sixt einen Wagen mieten: […] Das Reisebüro hätte für alles gebürgt. Aber nein, erfuhr sie, es gäbe eine Anweisung aus München, verfaßt von Herrn Erich Sixt persön­lich, dass türki­sche Staatsbürger bei Sixt keine Mietwagen anmie­ten dürfen! […]

Deutschland 2009. Irre.

Leute, sperrt die Kinder weg: Wagner versucht sich an Satire

Die Achse des Guten ist ein loser Zusammenschluss von Schriftstellern wie Henryk M. Broder und Vera Lengsfeld, die alle eines gemein­sam haben: sie haben Angst vor dem Islam. Die eine mehr, der andere weniger. Wenn sie mal keine Angst vor dem Islam haben, kabbeln sie sich unter­ein­an­der — an einem Tag mehr, am anderen Tag weniger. Der Islam ist immer mal wieder dran.

Aktuell versucht sich Richard Wagner an der schwie­ri­gen Disziplin Satire und malt sein persön­li­ches Horrorszenario an die Wand, in der der Kölner Dom mit den Stimmen von CDU und SPD abge­ris­sen wird, um die Gefühle der musli­mi­schen Mitbürger nicht zu verlet­zen.

Eigentlich wäre das sogar ziem­lich witzig. Denn teil­weise ist wirk­lich absurd, wie die Zivilgesellschaft den Schwanz einzieht, weil man ja die Gefühle von Muslimen verlet­zen könnte. Doch Wagners Text ist nicht witzig. Warum ist er das nicht? Er ist locker geschrie­ben, flüssig, lesbar, ein guter Text — aber warum ist er nicht witzig?

Die Antwort: Wagner nimmt den Text ernst. Richtig ernst. Überaus ernst. Zu ernst. Er meint ihn nicht sati­risch, sondern prophe­tisch. Er hat Angst, dass in ein paar Jahren Muslime tatsäch­lich die Mehrheit stellen. Und bestim­men, was Sache ist. Und das merkt man dem Text auch an. Da kann er noch so sehr Satire unten an den Text schrei­ben — stünde der Text so in der Titanic, wäre es Satire, und ich müsste darüber herz­lich lachen — da er jedoch so bei der Achse des Guten steht, muss ich darüber nicht lachen, sondern kann nur mit dem Kopf schüt­teln. Texte sind mehr als nur die Summe der einzel­nen Wörter — auch auf das Umfeld und den Autor kommt es an.