Ohren zu machen — auch die SPD hat Wahlkampfsongs!

In anderen Ländern (USA, Griechenland) gehört er zum Wahlkampf dazu, wie hier­zu­lande die Infostandkombination (Flyer, Einkaufswagenchip, Kugelschreiber) — die Rede ist vom Wahlkampfsong. Während in den USA da beispiels­weise schon im Vorwahlkampf die Wähler einbe­zo­gen werden um einen geeig­ne­ten Wahlkampftitel zu finden (und man dabei Auswahl aus Titeln von Interpreten wie u.a. Celine Dion, Madonna und U2 hat), sieht es in Deutschland mit den Wahlkampfsongs doch eher mau ist.

Im Pottblog hatte ich das Thema ein paar Mal schon erwähnt und zuletzt — getreu dem Motto Schlimmer geht’s immer! — den noch amtie­ren­den nord­rhein-west­fä­li­schen Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) präsen­tiert, wie er versucht YMCA-Variante namens „En-Er-Weh” zu singen.

Meine Hoffnung, dass es von der SPD keine Wahlkampfsongs gibt, ist jedoch von Anfang an zum Scheitern verur­teilt gewesen, denn natür­lich hat die SPD auch schon Wahlkampfsongs gehabt, wie man nach­fol­gend erken­nen kann (inso­fern vari­iere ich meine Hoffnung dahin­ge­hend, dass die NRWSPD sich musi­ka­lisch zurück­hält):
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Kurz verlinkt: Fast schon Selbsthypnose

In einem Gastbeitrag in der Frankfurter Rundschau liefern die Politikwissenschaftler Daniel Gardemin und Heiko Geiling einen lesens­wer­ten Überblick über die deut­sche Parteienlandschaft und insbe­son­dere die Rolle der SPD.

Die kultu­relle Avantgarde, quali­fi­zierte Facharbeiter, städ­ti­sche Dienstleister, Sozial- und Bildungsberufsgruppen, einfa­che Angestellte, tempo­rär Arbeitslose, unter­ta­rif­lich Beschäftigte, moderne Familien, Alleinerziehende, Langzeitarbeitslose und Sozialhilfeempfänger, auf Sozialstaatlichkeit ange­wie­se­nen Rentner und Frührentner, Auszubildende, Studierende, Migranten: Alle fühlen sich zu großen Teilen von der SPD nicht mehr reprä­sen­tiert, können poli­ti­sche Inhalte der SPD nicht mehr auf sich bezie­hen, verste­hen die Funktionärssprache nicht, „Kurz verlinkt: Fast schon Selbsthypnose“ weiter­le­sen

Kanzlerduell: Alles ist offen

Heute Abend treffen Angela Merkel und Frank-Walter Steinmeier im Kanzlerduell aufein­an­der — und alles ist offen. 44 Prozent der Menschen wissen noch nicht, ob sie wählen gehen werden, und wenn sie wählen gehen, wen sie wählen sollen — die Erfahrung zeigt, dass sich gerade SPD-WählerInnen erst sehr spät entschei­den. Die CDU hinge­gen hat ihr Potenzial ausge­schöpft und wird eher noch Stimmen an die FDP verlie­ren. Die CSU dürfte stabil bleiben, da CSU-Sozialdemokrat Horst Seehofer die Unterschiede zur FDP klar gemacht hat.

Steinmeier hat heute Abend die Chance, den ersehn­ten Umschwung für unsere Partei zu erbrin­gen. Dies kann er als Herausforderer schaf­fen, wenn er sich in einem emotio­nal besetz­ten Thema klar anders als die Kanzlerin posi­tio­niert. Und dieses Thema ist: Afghanistan. „Kanzlerduell: Alles ist offen“ weiter­le­sen

Piratenpartei: zwei magische Millionen

piratenpartei
Die Piratenpartei hofft, die 5-Prozent-Hürde zu knacken und in den Bundestag einzu­zie­hen. Rechnen wir das also durch: in Deutschland leben unge­fähr 82 Millionen Menschen. Davon sind geschätzt 62,2 Millionen bei der dies­jäh­ri­gen Bundestagswahl wahl­be­rech­tigt. „Piratenpartei: zwei magi­sche Millionen“ weiter­le­sen

Streicht das C der CDU Schleswig-Holstein

Peter Harry Carstensen (CDU)Der noch amtie­rende Ministerpräsident, Peter Harry Carstensen von der CDU, Schleswig-Holsteins hat vergan­gene Woche die Große Koalition bestehend aus CDU und SPD im Kieler Landtag für aufge­löst erklärt.

Grund seien die erheb­li­chen „Störungen” durch die SPD, insbe­son­dere durch den Landesvorsitzenden Ralf Stegner. Dieser habe beispiels­weise zuletzt die Bonuszahlungen in Millionenhöhe an den Chef der in Finanznot gera­te­nen HSH Nordbank kriti­siert, obwohl das ganze so inner­halb der Koalition und der Regierungsfraktionen vorab abge­spro­chen gewesen sei.

Hätte Peter Harry Carstensen mit dieser Aussage recht, würde ich verste­hen, dass er sauer ist. Wenn man sich in einer Koalition auf etwas einigt, dann sollte das auch einge­hal­ten werden. Jetzt kann man natür­lich behaup­ten, dass da Aussage gegen Aussage steht.

Doch die jüngs­ten Entwicklungen lassen den angeb­li­chen Grund für den Bruch der Koalition in einem anderen Licht darste­hen:
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