„Unorthodoxer” Vorschlag

„Unorthodoxer” Vorschlag eines „Bissigen Liberalen” in der Nacktscanner-Debatte:

Wie wäre es denn mal mit einer Positivliste: Da kommt man nur drauf, wenn man glaub­haft machen kann, daß man wegen Herkunft, Weltanschauung, Lebenslauf etc. mit Terrorismus bestimmt nichts zu tun hat.
Und dann gibt es eben Flüge reser­viert nur für Leute, die auf dieser Liste stehen. Ohne Sicherheitskontrollen, einfach nur einche­cken und losflie­gen.

Entweder verdammt gute Satire. Oder alles, aber nicht liberal.

Zeiten ändern sich

Der Blogger „Zettel” begrün­det etwas lang­at­mig, warum es völlig in Ordnung ist, dass der schwarz-gelbe Koalitionsvertrag teil­weise schwam­mig ist und vage bleibt; im Grunde genom­men sagt er: da das Grundgesetz so etwas wie einen „Koalitionsvertrag” nicht kennt, ist dieses Dokument eigent­lich nur Blendwerk für die Medien und den Pöbel. In Wahrheit entschei­den nämlich die frei gewähl­ten Abgeordneten im Bundestag und der Bundesrat völlig autark über die Gesetze. Formaljuristish sauber argu­men­tiert, gar keine Frage. „Zeiten ändern sich“ weiter­le­sen

Das Medienproblem der SPD

Betritt man die deut­sche poli­ti­sche Blog-Szene, fallen dem geneig­ten Beobachter einige kuriose, einige inter­es­sante und auch völlig abwe­gige Blogs auf. Es gibt Libertäre, Rechtskonservative, Links-Liberale und vieles mehr zu entde­cken. Eins ist jedoch den meisten dieser Blogs gemein: Der Niedergang der SPD wird äußerst inter­es­siert verfolgt und kommen­tiert. Dass dabei die Eigeninterpretation nicht zu kurz kommt ist natür­lich selbst­ver­ständ­lich.

So führt das, ich nenne es vorsich­tig mal „links­li­be­rale” Blog „fix [your] master boot record” eine eigene Artikelreihe zum Ende der SPD. Voll beiß­den­dem Sarkasmus kommen­tiert Autor Christian Sickendieck jedes noch so unbdeu­tende Ereignis. Die Präsentation Steinmeier’s Kompetenzteam wird so zum Todesstoß für die SPD umge­deu­tet, ein SPD-Verbot wird wegen der Zensur-Debatte gefor­dert. Kernaussage der unzäh­li­gen Artikel: Die SPD habe spätes­tens seit Schröder den „kleinen Leuten” den Rücken gekehrt, obwohl sie jahr­zehn­te­lang deren Schutzpatron und Bollwerk war. Diese Partei sei nicht mehr wählbar.

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Tauss tritt aus

Jörg Tauss hat heute seinen Austritt aus der SPD erklärt. Zugleich erklärte er seinen Wunsch sich der Piratenpartei anzu­schlie­ßen. Er wäre damit der erste Bundestagsabgeordnete der Piraten.

„Ich bin und ich bleibe Sozialdemokrat - und werde deshalb ein Pirat.” — Jörg Tauss

Sein Verhalten ist konse­quent. „Tauss tritt aus“ weiter­le­sen

Die eigene Welt der Netzgemeinde

Ich bin mir beim Schreiben dieser Zeilen durch­aus bewusst, dass ich Widerspruch der über­wie­gen­den Mehrheit unserer Leser ernte, dennoch sind das ein paar Gedanken, die mir in den letzten Tagen bei Diskussionen und Recherchen zu den geplan­ten — und leider wohl beschlos­se­nen — Netzsperren durch den Kopf gegan­gen sind.

Dass es in der Politik nicht darum geht, die eigene Meinung zu vertre­ten, sondern darum, sie zu verhan­deln und wenigs­tens Teile davon zu erhal­ten, ist keine neue Erkenntnis. Allerdings ist es eine, die gerade in der neuen Bürgerrechtsbewegung für Frust sorgt, die sich um das Thema Internetsperren formiert.
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Warum der Kampf gegen Rechts nach wie vor notwendig ist

Wer kennt es nicht, wenn Konservative und Liberale einem Aufruf gegen Rechts fern­blei­ben, weil sie sich lieber gegen Extremismus allge­mein ausspre­chen wollen. Jusos wussten schon immer, dass das Unsinn ist. Die Gefahr für unseren Staat geht von Rechts aus, nicht von Links. „Warum der Kampf gegen Rechts nach wie vor notwen­dig ist“ weiter­le­sen

Leute, sperrt die Kinder weg: Wagner versucht sich an Satire

Die Achse des Guten ist ein loser Zusammenschluss von Schriftstellern wie Henryk M. Broder und Vera Lengsfeld, die alle eines gemein­sam haben: sie haben Angst vor dem Islam. Die eine mehr, der andere weniger. Wenn sie mal keine Angst vor dem Islam haben, kabbeln sie sich unter­ein­an­der — an einem Tag mehr, am anderen Tag weniger. Der Islam ist immer mal wieder dran.

Aktuell versucht sich Richard Wagner an der schwie­ri­gen Disziplin Satire und malt sein persön­li­ches Horrorszenario an die Wand, in der der Kölner Dom mit den Stimmen von CDU und SPD abge­ris­sen wird, um die Gefühle der musli­mi­schen Mitbürger nicht zu verlet­zen.

Eigentlich wäre das sogar ziem­lich witzig. Denn teil­weise ist wirk­lich absurd, wie die Zivilgesellschaft den Schwanz einzieht, weil man ja die Gefühle von Muslimen verlet­zen könnte. Doch Wagners Text ist nicht witzig. Warum ist er das nicht? Er ist locker geschrie­ben, flüssig, lesbar, ein guter Text — aber warum ist er nicht witzig?

Die Antwort: Wagner nimmt den Text ernst. Richtig ernst. Überaus ernst. Zu ernst. Er meint ihn nicht sati­risch, sondern prophe­tisch. Er hat Angst, dass in ein paar Jahren Muslime tatsäch­lich die Mehrheit stellen. Und bestim­men, was Sache ist. Und das merkt man dem Text auch an. Da kann er noch so sehr Satire unten an den Text schrei­ben — stünde der Text so in der Titanic, wäre es Satire, und ich müsste darüber herz­lich lachen — da er jedoch so bei der Achse des Guten steht, muss ich darüber nicht lachen, sondern kann nur mit dem Kopf schüt­teln. Texte sind mehr als nur die Summe der einzel­nen Wörter — auch auf das Umfeld und den Autor kommt es an.