„Rumi und die deutschen Panzer” — Ein Gastbeitrag von Ulrich Kasparick

Ulrich Kasparick (SPD), Parlamentarischer Staatssekretär a.D., stellt „Rot steht uns gut” diesen Beitrag zur Afghanistan-Debatte zur Verfügung, „nachdem ein Verteidigungsminister zurück­ge­tre­ten ist, ein Staatssekretär und der Generalinspekteur der Bundeswehr entlas­sen wurden und der neue Verteidigungsminister eben­falls unter erheb­li­chen Druck steht, nachdem bekannt wurde, dass Anfang September bei Kundus ein deut­scher Offizier die Bombardierung von zwei Tanklastzügen ange­ord­net hat, die Tötung von Zivilisten hinneh­mend”. Der Text ist ein Auszug (Vorabdruck) aus einem Kapitel für ein Buch, das im kommen­den Jahr im Gütersloher Verlagshaus erschei­nen wird:

„Es ist wich­ti­ger, die eigenen Beweggründe zu erken­nen, als die Motive des anderen zu verste­hen.”
(DAG Hammarskjöld, UN-Generalsekretär; 29.7.1905–17.09.1961)

Dieses Kapitel begann ich zu schrei­ben an dem Tag, als die Agenturen melde­ten, die Deutschen hätten zum ersten Mal Panzer einge­setzt.
In Afghanistan. In der Region Kundus. Gegen „die Taliban“.
Ich war dort, noch bevor die Deutschen Soldaten dort statio­niert wurden.
Damals im Juli 2003 gab es ein kleines briti­sches Team in Kundus. Ich war mit Dr. Rupert Neudeck auch bei diesen briti­schen Soldaten. Erst waren die Briten zöger­lich. Aber dann ließ man uns ein, als sie erfuh­ren, dass da ein „Member of German Parliament“ vor der Tür stünde. Da saßen die Soldaten bei Cola und Zeichentrick-Film, der auf einer großen Leinwand lief. Alles war impor­tiert, sogar das Wasser. Wie einge­bun­kert wirkten die Briten, hatten keiner­lei Kontakt mit der Bevölkerung.
Wir waren dabei, Informationen zusam­men zu tragen; waren auf der Suche nach mögli­chen neuen Projekten für die „Grünhelme“, wollten Schulen bauen, wollten dem geschun­de­nen Land helfen.
Wir reisten als Privatpersonen. Waren in Begleitung von zwei jungen Afghanen. Lebten in deren Familie – eine beson­dere Auszeichnung für „Ungläubige“ wie uns. Wir erleb­ten die Große Gastfreundschaft. „„Rumi und die deut­schen Panzer” — Ein Gastbeitrag von Ulrich Kasparick“ weiter­le­sen