Finanztransaktionssteuer. Eine gute Idee?

Ein inter­na­tio­na­les Netzwerk aus Nichtregierungsorganisationen, kirch­li­chen und gewerk­schaft­li­chen Gruppen sowie Attac startet heute eine Unterschriftenkampagne unter einen Offenen Brief an die Staats- und Regierungschefs der G 20-Länder. Darin werden die Staats- und Regierungschefs aufge­for­dert, für die Einführung einer Umsatzsteuer auf den Handel mit Finanzvermögen zu sorgen.

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Der Brief weist darauf hin, dass mit der Krise Millionen von Menschen ihren Arbeitsplatz verlo­ren hätten. Überall in der Welt habe die Armut zuge­nom­men, und die Zahl der Hungernden sei um 100 Millionen gestie­gen, heißt es in dem Brief. „Finanztransaktionssteuer. Eine gute Idee?“ weiter­le­sen

Tobin-Steuer?

Seit den 1970er Jahren gibt es die Forderung nach der Tobin-Steuer, seit 1997 enga­giert sich attac dafür. Jetzt treten mit SPD-Kanzlerkandidat und Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier und Finanzminister Peer Steinbrück zwei poli­ti­sche Schwergewichte dafür ein. Und viele Kommentare in Medien und Zeitungen sind zustim­mend.

Man sollte meinen, nun würden sich Globalisierungskritiker freuen, dass sich ihr jahre­lan­ger Kampf gelohnt hat und ihre Forderungen Öffentlichkeit erhal­ten. Aber das wäre wohl zu ratio­nal und logisch: es ist doch viel einfa­cher, sich zu beschwe­ren, dies sei „ja nur Wahlkampf” — statt gemein­sam mit Steinmeier, Steinbrück und der SPD Seit’ an Seit’ zu schrei­ten. Das alte Problem der Linken: gute Ideen dürfen auf keinen Fall über­nom­men werden, und Kompromisse sind sowieso Verrat und außer­dem böse.