Kanzlerkandidat Steinmeier mit neuer Homepage

Die ersten Screenshots kursier­ten unter Bloggern schon einige Tage, nun ist die neue Homepage von Frank-Walter Steinmeier</a> online. Normalerweise bin ich in dieser Beziehung immer recht skep­tisch, aber in diesem Fall finde ich die Seite wirk­lich gelun­gen. Sie sieht aufge­räumt aus, über­sicht­lich, der Kandidat steht im Zentrum. Es gibt keine Textwüsten und es sind sinn­volle Verlinkungen zu den anderen Wahlampfseiten (Wahlkampf09, SPD.de, meinespd.de, face­book) vorhan­den. Besonders angetan hat es mir dann die „flashige” Aufmachung etwa der Biographie („mein Weg”). Der Look gefällt mir irgend­wie. Der von Steinmeier aus einem Wettbewerb ausge­wählte Layoutvorschlag für seinen „Fan-Button” sieht unge­wöhn­lich aus, aber ich denke genau das wird ihn auffäl­li­ger machen.
Insgesamt, wie gesagt, eine gute Homepage. Man wünscht sich so etwas öfters.

Bei Indiskretion Ehrensache gibt es eben­falls eine erste Bewertung und einen Vergleich zu Merkel.

(Diesen Beitrag findet ihr auch auf meinem Blog haseler.de/blog/)

300,- Euro Lohnsteuerbonus erzeugen Wahlkampfgetöse

Ein Haufen Euroscheine
Ein Haufen Euroscheine
Heute machte die Süddeutsche Zeitung (SZ) mit der Nachricht auf, dass die SPD für einen Verzicht auf eine Steuererklärung einen 300,- Euro-Bonus zahlen möchte.

Dieser finanz­po­li­ti­sche Vorstoß soll laut SZ-Informationen am kommen­den Samstag als Teil des SPD-Wahlkampfprogrammes verab­schie­det und dann am Folgetag von Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier in Berlin vorge­stellt werden. Auch wenn offi­zi­elle SPD-Sprecher das ganze noch demen­tie­ren, scheint es als gesi­chert zu gelten, dass dieses Punkt im Wahlprogramm der SPD auftau­chen wird.

Kaum dass diese Idee publik wurde kamen sofort die Bedenkenträger — insbe­son­dere aus den Kreisen des derzei­ti­gen SPD-Koalitionspartners CDU. So sei das Konzept der SPD konzept­los (klingt wie ein Schimmel der nicht weiß ist), das ganze wäre verfas­sungs­wid­rig, es würden einzelne Bevölkerungsgruppen benach­tei­ligt, es wäre nicht zu bezah­len usw.usf.

Doch viel­leicht sollte man sich das Konzept erst einmal genauer anschauen, bevor man darüber urteilt. Nach den bisher durch­ge­si­cker­ten Informationen soll das ganze wie folgt gestal­tet werden:
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Das Genmais-Verbot ist richtig, der Weg zum Verbot nicht

CSU-Bundesagrarministerin Ilse Aigner, die in der Öffentlichkeit gänz­lich unbe­kannt ist, hat aus partei­tak­ti­schen Gründen heraus eine in der Sache rich­tige Entscheidung getrof­fen und den Anbau von Genmais verbo­ten. Da die CSU befürch­tet, bei den Europawahlen an der 5-Prozent-Hürde zu schei­tern, ergrei­fen die Christsozialen jeden Strohhalm, der sich ihnen bietet. Obwohl der jetzige CSU-Ministerpräsident Bayerns Horst Seehofer in der Vergangenheit nicht gerade als Gentechnik-Gegner bekannt war, bezieht er jetzt gemein­sam mit Markus Söder urgrüne Positionen, um die CSU-Stammwähler nicht zu enttäu­schen. „Das Genmais-Verbot ist richtig, der Weg zum Verbot nicht“ weiter­le­sen

Internetsperre: Sinnlos und keine Lösung des Problems

Unsere Familienministerin Ursula von der Leyen möchte das Internet von Kinderpornographie befreien. Eine sehr unter­stüt­zens­werte und ambi­tio­nierte Zielsetzung. Leider aber unrea­lis­tisch und naiv. „Internetsperre: Sinnlos und keine Lösung des Problems“ weiter­le­sen

Das neue Böse: Internet, Computerspiele und LARP

Es scheint in uns veran­kert zu sein. Zu allen Zeiten machte uns Unbekanntes und Fremdes Angst. So wie wir heute vor der Weltwirtschaftskrise Angst bekom­men, weil wir sie nicht wirk­lich verste­hen können, so fürch­te­ten sich die Menschen in frühe­ren Jahrhunderten vor Phänomenen, die sie nicht erklä­ren konnten. Dieses Verhaltensmuster scheint ins uns ange­legt zu sein: „Vorsicht Unbekanntes! Nimm dich in Acht!”

Nun liegt es auf der Hand, mit solchen Ängsten kann man auch spielen. Derzeit entsteht der Eindruck wieder einmal in einem völlig anderem Bereich. Politiker der CSU bedie­nen in ihren Äußerungen nach der schreck­li­chen Amoktat von Winnenden die Ängste, gerade älterer Mitbürger, vor den so genann­ten Neuen Medien.

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Protestgipfel beim Gipfeltreffen

Die Gipfeltreffen sind vorbei, die braven Bürgerinnen und Bürger in Baden-Baden, Kehl und Straßburg dürfen wieder ruhig schla­fen. Keine Hundertschaften tram­peln mehr durch ihren Vorgarten, kein Polizist besteht mehr freund­lich, aber bestimmt, darauf, dass Briefkästen abzu­neh­men seien. Milch kann wieder ohne Polizeieskorte gekauft werden, Hotels sind nicht mehr in Gefahr, von „fried­lie­ben­den Demonstranten” abge­brannt zu werden. Für Frieden kann jetzt wieder unver­mummt demons­triert werden.

Auch die Regierenden sind’s zufrie­den: es wurde viel geredet, doch auch viel entschie­den. Die Weltwirtschaft ist zwar noch nicht geret­tet, aber doch schon fast. Davon ist man jeden­falls über­zeugt. Auch die Nato muss nicht führungs­los taumeln, und Angela Merkel darf frohen Mutes zurück nach Berlin fliegen — der neue Nato-Generalsekretär kommt aus Dänemark, dem Unbehagen der Türkei zum Trotz. Barack Obama, der moderne Messias, konnte Recep Tayyip Erdoğan, den Held der musli­mi­schen Welt, von seinem Anti-Kurs abbrin­gen. Das Klassentreffen fand also doch noch sein glück­li­ches Ende, auch einige schöne Bilder konnten gemacht wurden.

Ein Verfahrensvorschlag für künf­tige Gipfeltreffen, auf dass sie nicht mehr in Protestgipfeln gipfeln: es möge künftig auf Flugzeugträgern gegip­felt werden. Ob die Gipfelnden den Gipfelprotest der Gipfelgegner in Baden-Baden oder in der Südsee nicht mitbe­kom­men, das ist einer­lei. Der Vorteil eines solchen außer­or­ti­gen Gipfeltreffens ist offen­sicht­lich: man spart Zeit und Geld. Außerdem können irgend­wel­che Terrortouristen nicht die Gelegenheit nutzen, um unschul­dige Bushaltestellen abzu­fa­ckeln. Nachteile fallen mir keine ein. Man komme mir nicht mit Bürgerferne. Bürgerferner als voriges Wochenende geht es kaum.

Zum Start von „Rot steht uns gut”

Die deut­sche Politblog-Szene ist durch­wach­sen: es exis­tie­ren viele libe­rale Blogs, etliche grüne Blogs, einige linke Blogs; auch rechts­kon­ser­va­tive Blogs sind zu finden, ebenso wie rechts­ex­treme und links­ex­treme. SPD-nahe Blogs hinge­gen sind Mangelware.

Diesen Missstand wollen die Autoren von „Rot steht uns gut” beheben.