Handlungsanweisung für die Piratenpartei, um in den Bundestag zu kommen

Ich werde mich nicht lang und breit mit dem üblichen Blabla aufhalten: ja, die Piratenpartei ist eine komische Partei, ich würde sie niemals wählen, aber nun gut — das ist ein freies Land, jedem Tierchen sein Pläsierchen, etc. Hier also meine Ratschläge, wie es die Piratenpartei in den Bundestag schaffen kann:

  • Namen ändern in „Die Internetpartei”. Grund: das versteht jeder — und man kann der Oma erzählen, dass man die „Internetpartei” wählt; nicht erzählen kann man der Oma hingegen, dass man die „Piratenpartei” wählt — zumindest dann nicht, wenn man an Weihnachten und Ostern weiterhin leckere Kuchen und Plätzchen will.
  • Die Nische klar besetzen. Keinesfalls ein umfassendes Programm formulieren, jegliche Tendenzen in diese Richtung rigoros abblocken. Ähnlich sind die Grünen groß geworden. Sobald „Die Internetpartei” dann im Bundestag ist, kann sie sich programmatisch erweitern. Bis dahin stört das nur.
  • Strukturen radikal vereinfachen. Delegiertensystem einführen, Bundesparteitage professionalisieren (10 Stunden für eine Vorstandswahl, das geht einfach nicht).
  • Die „10 Thesen” (via) übernehmen und ausbauen, jedoch keinesfalls über das Internet hinaus. Den Anspruch, als einzige Partei Ahnung vom Internet zu haben, wie eine Monstranz vor sich hertragen. (Vorbild ist die Linkspartei, die das „Soziale” für sich gepachtet hat.)
  • Das Programm keinesfalls anpassen. Strikt auf Pro-Internet-Kurs bleiben. Ein Programm für Bundestags-, Landtags-, möglicherweise Kommunalwahl — das muss reichen.
  • Botschaften radikal vereinfachen.
  • Wichtig: sich keinesfalls auf „liberal”, „links”, „rechts”, „konservativ” etc. festlegen lassen. Das ist natürlich grober Unfug, aber das ist egal. Keinesfalls potenzielle Wähler verschrecken.

Damit dürfte der Einzug in den Bundestag 2013 klappen. Für zwei Millionen Stimmen ist das gut, da bin ich mir sicher. Ob es gut für die deutsche Politik und Gesellschaft ist, sei dahingestellt.

Veröffentlicht in 1. Politik und Wirtschaft | Getagged | 10 Kommentare

Neu: Das CDU-Schnellrücktrittsformular


Quelle: Der Postillon

Veröffentlicht in 5. Humor und Satire | Getagged | 20 Kommentare

Antisemitismus in der Linkspartei

Samuel Salzborn im Interview mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger”:

Wenn man sich die Entwicklung in den letzten Monaten ansieht, kann man sagen, dass Die Linke auf dem besten Weg ist, eine antisemitische Partei zu werden.

Ich bin kein Prophet. Aber die wenigen klugen Köpfe, die Kritiker des Antisemitismus werden sich fragen müssen, ob das noch eine Partei ist, in der sie politisch aktiv sein können.

Starker Tobak, nicht wahr? Kann das denn sein, Antisemitismus in einer linken Partei, in der Linkspartei gar? Nun, es gibt dafür Anzeichen. Man muss wissen, dass innerhalb der linken/linksextremen Szene eine Art Kulturkampf zwischen „Antiimperialisten” und „Antideutschen” tobt: während die „Antiimps” die Meinung vertreten, dass Israel als letzter Vertreter des Imperalismus generell bekämpft werden muss, sind die „Antideutschen” der Ansicht, dass Deutschland strukturell antisemitisch sei und Kritik an Israel immer antisemitisch. Bedingungslose Solidarität mit dem jüdischen Staat gehört zum Selbstverständnis der „Antideutschen”. Eine gute Übersicht liefert ein Vortrag von Stefan Kestler. Weiterhin lohnt sich ein Blick auf die Seiten des NRW-Innenministeriums. Die „Antideutschen” haben sich innerhalb der Linkspartei im BAK Shalom” organisiert; die „Antiimperialisten” haben sich (noch) nicht organisiert; es scheint auch nicht nötig zu sein, da sich die Linkspartei ja generell als antiimperialistisch versteht. Während die „Antiimps” mit der Linkspartei-nahen „Jungen Welt” ihre eigene Hauszeitung haben, steht das Linkspartei-Blatt „Neues Deutschland” und die „Jungle World” eher den „Antideutschen” nah. Weiterhin gibt es die „Antiimperialistische Koordination”.

Bei der „Amadeu Antonio Stiftung” schreibt Anetta Kahane:

Bringen die Antiimperialisten in ihrem Engagement für Gaza den Menschen dort wirklich und echt Interesse entgegen? Ich bezweifle das. Wie ist es sonst möglich, dass sich die Linken-Abgeordneten Annette Groth und Inge Höger auf einem Schiff der Gaza-Flottille von ihren männlichen Freunden abends auf dem „Frauendeck” einschließen ließen? Diese Frauen, die in Deutschland jedes Substantiv feminisieren, reisten im Namen des Antiimperialismus mit Leuten türkisch-islamistischer Organisationen — Frauenfeinden, Schwulenkillern, Antisemiten. Haben sich Linke von Dschihadisten aus Naivität instrumentalisieren lassen? Nein. Die Gleichgültigkeit der deutschen Flottilleros lässt eher vermuten, dass sie ihrerseits die islamistischen Menschenrechtsverletzer benutzt haben: gegen den Imperialismus, wie sie ihn verstehen, gegen Israel und natürlich gegen die Juden, die ihre Geschichtslektion nicht gelernt haben.

Vor einigen Tagen hat sich bei Facebook eine Gruppe „Stoppt den BAK Shalom!” gegründet, mit klaren Ansagen:

Wir wollen und können zu dieser Frage nicht weiter schweigen. Wir pflegen ein kritisch– solidarisches Verhältnis zur LINKEN und es gibt sicherlich einiges an der Partei oder auch bestimmten GenossInnen zu kritisieren. Dass der BAK Shalom aber verdiente Antifaschistinnen und Antifaschisten in der Partei, wie zuletzt bei Ulla Jelpke und vorher schon bei Norman Paech geschehen, offen Antisemitismus unterstellt und in die Nähe von Neonazis rückt, zeugt von einem verbohrten Fundamentalismus, der seines Gleichen sucht und in unserem Jugendverband nicht zu dulden ist. Unter GenossInnen gibt es keinen schlimmeren Vorwurf, als sie in die Nähe von Nazi-Schlägern zu rücken, gegen die sie selbst seit Jahren kämpfen. Wie auf einer solchen Grundlage weiter diskutiert werden kann, ist uns schleierhaft. Der BAK Shalom zerschneidet durch das eigene Vorgehen auch noch das letzte Band und die letzten gut gemeinten Diskussionsangebote.

Der Gruppengründer Peter H. gab bis vor wenigen Tagen noch folgendes Hobby in seinem Facebook-Profil an:

Antideutsche” suchen, finden und von der Erde tilgen scheiß reaktionäres Pak.

Das war dann wohl auch seinen Genossinnen und Genossen zuviel, mittlerweile ist diese spaßversprechende Freizeitbeschäftigung aus seinem Profil verschwunden. Ein weiterer Gruppen-Admin, Claus Stephan S. (siehe auch seine „Räuberhöhle”), findet ebenfalls klare Worte:

Da ich das Gedöns um „political correctness” ziemlich lächerlich finde, (ebenso wie „Gender Mainstreaming”, aber das ist noch eine Spur lachhafter), ist die Default-Einstellung meiner Posts „political incorrect”.

In bester pluralistischer Tradition fragt ein Gruppenmitglied via Facebook-Pinnwand:

Ist es nicht möglich ein Verbot des BAK Shaloms zu initieren?

Auch zu lesen ist:

Ebenso wenig normal find ich eine Petra Pau, die die 9 Morde mit keinem Wort erwähnt, aber stattdessen Parteimitglieder, die soeben von einer extrem anstrngenden Reise zurückkehren, übel zu dissen versucht.

Wir sehen: Kritik an Israel, sog. „Israelkritik”, ist besonders in der Linkspartei sehr beliebt. Dass prominente Mitglieder wie Bodo Ramelow und Halina Wawzyniak sich klar mit Israel solidarisieren, soll hier nicht unerwähnt bleiben; ebenso, dass Gregor Gysi im Januar 2009 einen Strategiewechsel versuchte mit dem Ziel, die Linkspartei klar pro Israel zu positionieren. Allein, es ist festzuhalten: die Strategie scheint gescheitert. Die Kommunisten und Israelkritikerin Sahra Wagenknecht wurde zur Linkspartei-Vize gewählt, mit dem besten Ergebnis aller Stellvertreter, während Wawzyniak abgestraft wurde. Im Programmentwurf der Linkspartei taucht „Israel” mit keiner Silbe auf. (Zum Vergleich: im Hamburger Programm, dem Grundsatzprogramm der SPD, steht auf Seite 21: „Deutschland hat eine besondere Verantwortung für das Existenzrecht Israels. Auch deswegen engagieren wir uns für einen umfassenden Frieden im Nahen Osten auf der Grundlage internationaler Verträge. Wir setzen uns für die Selbstbestimmung des palästinensischen Volkes und die Schaffung eines lebensfähigen palästinensischen Staates ein.”)

Es führt kein Weg daran vorbei: die Linkspartei muss ihre Haltung zu Israel und Antisemitismus klären. Irre gibt es in jeder Partei — aber in der Linkspartei bekleiden die Irren hohe Parteiämter und haben enormen Einfluss. Der deutschen Linken muss klar werden: Antisemitismus, der als Antizionismus daher kommt, bleibt deshalb dennoch Antisemitismus. Das Bekenntnis zu Israel ist Staatsräson; wenn die Linkspartei das nicht akzeptiert, dann sind jegliche R2G–Träume völlig sinnlos.

Veröffentlicht in 1. Politik und Wirtschaft | Getagged , , | 41 Kommentare

Lokalverbot für Herrn Sebastian Frankenberger

An alle Wirte, Raucher und Freiheitsliebhaber,

ich mache hiermit Gebrauch von einem meiner letzten Rechte als Wirt, dem Hausrecht, und erteile Herrn Frankenberger ein Hausverbot für den Gasthof Ochsenwirt Oberaudorf.

Ich hoffe, dass sich auch einige Oktoberfestwirte und Kollegen anschließen!

Um mich korrekt auszudrücken und damit man das richtig versteht: Ich selbst bin Nichtraucher, jedoch finde ich es nicht richtig wenn in das Selbstbestimmungsrecht des Gastes und des Wirtes eingegriffen wird. Warum kann es nicht Raucher– und Nichtraucherkneipen bzw –räume geben?

Leben und Leben lassen, aber das ist wohl in Deutschland nicht mehr möglich! Das ist gelebte Intoleranz HERR FRANKENBERGER!

http://www.facebook.com/group.php?gid=140645822614487

Veröffentlicht in 2. Gesellschaft, Medien und Kultur | Getagged , , | 14 Kommentare

Jeder kann Sachen machen

Der Landesvorsitzende der Jungen Union Berlin, Conrad Clement, hat nicht nur Ahnung vom Internet, sondern auch von Pornos:

Ich finde schon Seiten wie Chatroulette oder andere Seiten, auf denen privat jeder Sachen hochladen kann und Sachen machen kann, bedenklich, absolut.

Wenn keine Frau in dem Porno vorkommt, ist es natürlich auch nicht frauenfeindlich. Es ist für mich nur sehr wichtig — und das ist es auch, was die Sexualwissenschaftler sagen: Wenn ein Jugendlicher, ein Minderjähriger diese Sachen sieht, dass er das, was er beobachtet, anders aufnimmt, als ein Erwachsener.

Es kann natürlich auch einen Wissenschaftler geben, der sagt, es hat einen positiven Effekt, aber das ist ja auch eine politische Entscheidung!

Wenn man zu dem Schluss kommt, dass man Pornografie stärker verbieten muss für Jugendliche, dann muss es das Ziel sein, das international zu machen.

(via)

Veröffentlicht in 2. Gesellschaft, Medien und Kultur, 3. Das Internet, 5. Humor und Satire | Getagged , , | 4 Kommentare

Video: Allgemeine Erklärung der Menschenrechte

(via)

Veröffentlicht in 2. Gesellschaft, Medien und Kultur | Getagged , | 6 Kommentare

Kinderhymne

Anmut sparet nicht noch Mühe
Leidenschaft nicht noch Verstand
Daß ein gutes Deutschland blühe
Wie ein andres gutes Land.

Daß die Völker nicht erbleichen
Wie vor einer Räuberin
Sondern ihre Hände reichen
Uns wie andern Völkern hin.

Und nicht über und nicht unter
Andern Völkern wolln wir sein
Von der See bis zu den Alpen
Von der Oder bis zum Rhein.

Und weil wir dies Land verbessern
Lieben und beschirmen wir’s.
Und das liebste mag’s uns scheinen
So wie andern Völkern ihrs.

Bert Brecht

Veröffentlicht in 2. Gesellschaft, Medien und Kultur | Getagged , , , , , | 2 Kommentare

Die SPD und die Homöopathie

Prof. Dr. Dr. Karl W. Lauterbach, gesundheitspolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, hat den Vorschlag gemacht, Homöopathie nicht mehr von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlen zu lassen. Zustimmung gab es von der CDU und allen Wissenschaftlern, dagegen sind die Grünen, die FDP und die Homöopathie-Lobby. So weit, so gut.

Nun meldet sich allerdings Elke Ferner zu Wort:

Fraktionsvize Elke Ferner habe in einem Schreiben an ihre Fraktionskollegen den SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach wegen dessen Vorstoß für ein Verbot von Homöopathie auf Kassenkosten in die Schranken gewiesen, berichtete die „Saarbrücker Zeitung”. „Die SPD plant in diesem Bereich keine Änderungen”, schreibt Ferner. Ihre Partei bekenne sich „ausdrücklich zu einem umfassenden Leistungskatalog” in der gesetzlichen Krankenversicherung.

Das klingt ziemlich gewichtig, oder? Sehr eindrucksvoll: als habe die Partei nach einem langen und ausführlichen Dialog zu diesem Thema eine unglaublich profunde Beschlusslage, die Lauterbach einfach so über den Haufen wirft.

Nunja. Ganz so ist es nicht. Nicht einmal ansatzweise. Eine Suche nach „homöopathie” auf www.spdfraktion.de” liefert genau ein Ergebnis „Entwurf eines GKV-Modernisierungsgesetzes (Stand: 9.9.2003)”. In diesem gemeinsamen Entwurf von SPD, CDU/CSU und Grünen taucht auf 471 Seiten die Homöopathie auf genau einer Seite auf, auf Seite 238:

Dabei ist die Therapievielfalt zu gewährleisten; Arzneimittel der besonderen Therapierichtungen, insbesondere der Anthroposophie, Homöopathie und Phytotherapie, sind zu berücksichtigen.

Man darf davon ausgehen, dass Anthroposophie und Homöopathie besonders auf Drängen der Grünen aufgenommen wurde, schließlich war die rot-grüne Mehrheit 2003 nicht gerade satt.

Aber was ist mit der Partei? Vielleicht hat die SPD eine umfassende Beschlusslage zu Homöopathie, auf die sich Elke Ferner bezieht und die Karl Lauterbach einfach so überrollt? Mal sehen.

Wenn man via Google auf spd.de nach „homöopathie” sucht, findet man erneut genau ein Ergebnis: im Beschlussbuch des SPD-Bundesparteitages in Nürnberg 2001. Und, wie könnte es auch anders sein: auf 363 Seiten taucht die Homöopathie nur ein einziges Mal auf, auf Seite 203, im Antrag des Unterbezirk Northeim-Einbeck. Es wird u.a. Folgendes gefordert:

Stärkere Einbindung von alternativen Heilmethoden, deren therapeutischen Erfolge nachgewiesen sind, z. B. Akupunktur, Homöopathie, Phytotherapie.

Natürlich sind bei Homöopathie keine therapeutischen Erfolge nachzuweisen — wie auch, es ist schließlich nur Zucker und Wasser. Ebenso könnte man eine Behandlung mit Cola durchführen.

Also, entweder, Elke Ferner kennt Beschlüsse, die nicht auf spd.de oder spdfraktion.de verlinkt sind — oder sie maßt es sich einfach an, die Beschlusslage der SPD zu Homöopathie sehr frei zu interpretieren.

Veröffentlicht in 1. Politik und Wirtschaft | Getagged , , , , | 22 Kommentare

Argumentatives Eigentor

Ich halte von Homöopathie überhaupt nichts. Aber was Mediziner Edzard Ernst bei Spiegel Online im Rahmen eines einzigen Interviews hinbekommt, das ist ein derartiges argumentatives Eigentor, das tut richtig weh:

Das ist die typisch unwissenschaftliche Argumentation von Gläubigen: Wenn eine Studie nicht das zeigt, was man sich erhofft hat, dann ist nicht etwa das geprüfte Mittel unwirksam, sondern die Methode wird angegriffen.

Das ist totaler Schmarren! Diese Studien sind das Papier nicht wert, auf dem sie gedruckt worden sind. Über die Wirksamkeit der Homöopathie sagen sie nichts aus, das weiß jeder, der sich auch nur ein bisschen in der Wissenschaft auskennt.

Veröffentlicht in 2. Gesellschaft, Medien und Kultur | Getagged | 5 Kommentare

Burka-Verbot in Frankreich

In Frankreich wurde ein Burka-Verbot beschlossen. Dass ich das nicht nur für falsch, sondern auch für gefährlich halte, habe ich hier schon ausgeführt. Das Vermummungsverbot, wie es offiziell heißt, kennt allerdings einige wichtige Ausnahmen:

Verboten soll es inskünftig sein, aus welchen Beweggründen auch immer, in der Öffentlichkeit das Antlitz total zu verhüllen. Ausgenommen davon sind Motorradhelm, Verkleidung bei Karnevalsanlässen, berufliche Schutzmaßnahmen oder Vorkehrungen bei außerordentlicher Kälte.

Ich freue mich schon auf die ersten Gerichtsverhandlungen, wenn Gerichte entscheiden müssen, was „Schutzkleidung” ist, wann Kälte „außerordentlich” ist bzw. ob sie gerade noch „ordentlich” ist.

Veröffentlicht in 1. Politik und Wirtschaft, 2. Gesellschaft, Medien und Kultur | Getagged , | 4 Kommentare

Respekt, Bushido!

Super Interview mit Bushido bei Spiegel Online:

Bushido: Wir sind Deutsche. Genauso wie Mesut Özil. Meinen Sie, der hat ernsthaft überlegt, für die Türkei zu spielen?

Bushido: Das ist was anderes. Ich kenne Kevin gut. Der hatte beim DFB keine Chance, das war eine reine Karriereentscheidung. Aber der musste auf der Karte erst mal gucken, wo Ghana liegt.

Bushido: Natürlich gab es Streitereien, und einer sagt dann: Du Scheiß-Ausländer. Ich habe dem Typen dann einfach auf die Fresse gehauen, aber dafür mache ich doch das Land nicht verantwortlich. Außerdem ist meine Mutter auch Deutsche. Deutschland ist ein Top-Land.

Bushido: Ja, aber ich finde es schade, dass wir unser Land kleiner machen, als es ist. Sehen Sie mal, wie gut es uns geht während der WM: nicht wirtschaftlich, ich meine, im Kopf, im Herzen, in der Psyche. Wir sind befreit. Wir können unsere Flagge aus dem Fenster hängen, wir können sie ans Auto hängen. Niemand wird dich blöd angucken oder für einen Nazi halten.

Zwei Anmerkungen: Bushido bewegt sich offensichtlich nicht in antideutschen Kreisen. Und: es ist natürlich möglich, dass Bushido sich nur so präsentiert, um besser anzukommen oder um zitiert zu werden. Ich glaube das nicht — aber selbst wenn es so sein sollte, macht das seine Einlassungen nicht weniger richtig.

Also, Linke und Antideutsche: lesen und verstehen!

(via)

Veröffentlicht in 1. Politik und Wirtschaft | Getagged , | 8 Kommentare

Immer wieder Gaza

Spiegel Online, 13.7.2010, Uhrzeit unbekannt: Trotz Drohungen aus Israel: Libysches Schiff hält unbeirrt Kurs auf Gaza:

Angespannte Lage im Mittelmeer: Israel bereitet sich darauf vor, ein libysches Schiff mit Hilfslieferungen für den Gaza-Streifen im Notfall abzufangen. Die Crew des Frachters weigert sich, Forderungen nach einem Kurswechsel nachzukommen.

DiePresse.com, 13.7.2010, 20:45 Uhr: Gaza: Schiff mit libyschen Hilfsgütern dreht ab:

Der Kapitän des Solidaritätsschiffes folgt den Aufforderungen der israelischen Marine und steuert einen ägyptischen Hafen an. Die Hilfsgüter sollen nun auf dem Landweg nach Gaza gebracht werden.

Spiegel Online, 14.7.2010, Uhrzeit unbekannt: Gaza-Hilfsschiff: Verwirrung um Kurs des libyschen Frachters:

Verwirrung um ein libysches Gaza-Hilfsschiff: Israelischen Angaben zufolge hat der Frachter Kurs auf Ägypten genommen. Die Organisatoren erklärten jedoch, das Schiff steuere wie geplant das Palästinensergebiet an.

Zeit Online, 14.7.2010, 10:28 Uhr: Gaza-Hilfsschiff dreht nach Ägypten ab:

Ein erneuter Konflikt mit Israels Militär ist vorerst abgewendet. Ein Schiff mit libyschen Hilfsgütern für den Gaza-Streifen steuert nun Ägypten an.

Finde nur ich die Berichterstattung von Spiegel Online fragwürdig?

Veröffentlicht in 1. Politik und Wirtschaft, 2. Gesellschaft, Medien und Kultur | Getagged , | 4 Kommentare

Nach iPod, iPhone und iPad: Apple präsentiert das iWheel

Erste Bilder gibt’s hier:

Veröffentlicht in 5. Humor und Satire | Getagged , , , , | 5 Kommentare

Das Problem der Deutschen Bahn

Das Problem der Deutschen Bahn sind nicht die offensichtlich fehlerhaften ICE-Züge und die ständigen Verspätungen (auch wenn wir im Vergleich zu anderen Ländern wirklich zufrieden sein können). Das Problem der Bahn ist auch nicht, dass es ein ehemaliger Staatsbetrieb ist, oder dass sie nach wie vor zu 100 Prozent dem Bund gehört.

Das Problem der Bahn ist, dass ihr Eigentümer, der Bund, nicht abschließend entschieden hat, welches Ziel er mit seinem Eigentum verfolgt. Will die Bundesregierung die Bahn doch noch an die Börse bringen? Soll das Schienennetz in staatlicher Hand bleiben? Soll die Bahn am Stück verkauft werden? Das sind allerdings alles technische Fragen, die erst zuletzt beantwortet werden sollten. Mehr lesen »

Veröffentlicht in 1. Politik und Wirtschaft | Getagged , | 9 Kommentare

IHH verboten

Erfreuliche Nachrichten:

Innenminister Thomas de Maizière hat am Montag den in Frankfurt am Main ansässigen Verein „Internationale Humanitäre Hilfsorganisation” (IHH) mit sofortiger Wirkung verboten.

Der Grund:

Organisationen, die sich unmittelbar oder mittelbar von deutschem Boden aus gegen das Existenzrecht des Staates Israel richten, haben ihr Recht auf Vereinigungsfreiheit verwirkt”, so de Maizière weiter.

Ich meine: recht so! Keine Toleranz der Intoleranz, kein Fußbreit den Faschisten!

Veröffentlicht in 1. Politik und Wirtschaft | Getagged , , | 36 Kommentare