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	<title>rotstehtunsgut.de &#187; Jana Ihrig</title>
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		<title>Die Stasi und ich</title>
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		<pubDate>Fri, 15 Jan 2010 19:28:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jana Ihrig</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es gibt Tage, da muss ich muss oft an meinen Großvater denken. Wie wir unser Auto mühsam vollgepackt haben um ihn zu besuchen und die Ausweise nicht vergessen durften. Denn der Weg zu ihm war nämlich lang und etwa auf der Hälfte der Strecke wurden wir immer angehalten. Uniformierte und bewaffnete Menschen waren daran interessiert, warum und wie lange wir weiterfahren wollten. Die Gegend dort sah auch etwas anders aus. Die eigentlich schöne hügelige Landschaft war kahl gerodet. Zahlreiche graue Gebäude standen in einer Linie, verbunden mit schmalen Wegen und alles war umzäunt. Sogar die große hohe Mauer. Die weitere Fahrt kann man nur als unspektakulär bezeichnen, denn man sah ja fast nichts. Keine Häuser und Gemeinden, die an der Strecke lagen. Nicht mal Autokennzeichen-Raten konnte man spielen, mangels Vorkommen an Fahrzeugen. Da war schlafen eine gute Alternative, schließlich konnte ich mich darauf verlassen rechtzeitig vorm Ziel von der holprigen Straße geweckt zu werden. Und solche Besuche waren schon wichtig, denn mein Großvater hat nur Postkarten geschrieben und selten mit uns telefoniert. Aber so war das eben damals 1987/88 zwischen Neckargemünd (BaWü) und bei Halle an der Saale in Sachsen-Anhalt. Heute ist also wieder so ein Tag. Am 15. Januar [...]<strong>Automatisch erstellte Liste ähnlicher Beiträge:</strong><ul>
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</ul>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt Tage, da muss ich muss oft an meinen Großvater denken. Wie wir unser Auto mühsam vollgepackt haben um ihn zu besuchen und die Ausweise nicht vergessen durften. Denn der Weg zu ihm war nämlich lang und etwa auf der Hälfte der Strecke wurden wir immer angehalten. Uniformierte und bewaffnete Menschen waren daran interessiert, warum und wie lange wir weiterfahren wollten. Die Gegend dort sah auch etwas anders aus. Die eigentlich schöne hügelige Landschaft war kahl gerodet. Zahlreiche graue Gebäude standen in einer Linie, verbunden mit schmalen Wegen und alles war umzäunt. Sogar die große hohe Mauer. Die weitere Fahrt kann man nur als unspektakulär bezeichnen, denn man sah ja fast nichts. Keine Häuser und Gemeinden, die an der Strecke lagen. Nicht mal Autokennzeichen-Raten konnte man spielen, mangels Vorkommen an Fahrzeugen. Da war schlafen eine gute Alternative, schließlich konnte ich mich darauf verlassen rechtzeitig vorm Ziel von der holprigen Straße geweckt zu werden. Und solche Besuche waren schon wichtig, denn mein Großvater hat nur Postkarten geschrieben und selten mit uns telefoniert. Aber so war das eben damals 1987/88 zwischen Neckargemünd (BaWü) und bei Halle an der Saale in Sachsen-Anhalt.</p>
<p>Heute ist also wieder so ein Tag. Am 15. Januar vor 20 Jahren stürmten etwa 100.000 Menschen die Berliner Zentrale des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) um jegliche Aktivität in dieser Einrichtung zu beenden. Denn kurz nach dem Fall der Mauer hatten die Angehörigen des MfS in großem Stil begonnen, Akten zu vernichten und die Spuren der Überwachungsmaßnahmen – zu Inoffiziellen Mitarbeitern, Operativen Vorgängen, Personenkontrollen und Postüberwachung – zu verwischen. Auf Druck der Opposition konnte dieses am 4. Dezember 1989 gestoppt, nachdem seit Anfang Dezember fast alle Bezirks– und Kreisdienststellen durch Oppositionelle besetzt worden waren.</p>
<p>Die Zentrale in der Berliner Normannenstraße setzte die Überwachungsarbeit und Aktenvernichtung aber fort. Man schätzt das die Stasi zu Überwachungszwecken etwa 4 Mio. Akten über ihre DDR-Bürger sowie 2 Mio. Akten über Westdeutsche und Ausländer angelegt hatte. Zuträger, Führungs– und Verwaltungspersonal addierten sich zu 265.000 offiziellen und inoffiziellen Mitarbeitern, was etwa 1,6 Prozent der Gesamtbevölkerung entsprach.</p>
<p>Ob die DDR auch meinen Namen kannte?</p>
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