Kanzlergipfel auf römisch

NDR Info bot am Donnerstag in seiner Glosse Auf ein Wort die ganze Wahrheit über den Koalitionsgipfel. Merkel, Seehofer und Westerwelle im Kanzleramt mit Weintrauben auf der Chaiselongue:

„Jungs, jetzt mal sach­lich”, sagt die Kanzlerin. „Was machen wir mit Rüttgers?”

„Vermieten, an die SPD, und anschlie­ßend behaup­ten, der sei sowieso Sozi”, sagt Seehofer. „Und wer kandi­diert für uns?” will Merkel wissen.

„Hier, nimm doch unseren Konsul Gu-i-do. Fünf Prozent Schwachköpfe werden sich in Westfalen ja noch finden lassen.”

„Ich will ernst genom­men werden!” brüllt Westerwelle.

Das ganze Drama zum Nachhören hier.

Alte Liebe

Aus der Worten der Woche, ZEIT Nr. 9/2010:

„Ich vemiss dich.”
Volker Kauder, CDU/CSU-Fraktionschef zum ehema­li­gen SPD-Fraktionschef Peter Struck, mit dem er in der Großen Koalition zusam­men­ge­ar­bei­tet hatte.

Das lässt dann einige Rückschlüsse auf die „Liebesheirat” mit der FDP und die Zusammenarbeit mit ihrer Fraktionsvorsitzenden Birgit Homburger zu.

Life is hard and then you die

Unter dem Titel Korrektur des Schicksals veröf­fent­lichte die Süddeutsche Zeitung heute ein Plädoyer für den Sozialstaat von Heribert Prantl, leider bisher nur in der Printausgabe. In gewohnt prägnan­ter und bild­rei­cher Sprache nimmt Prantl die aktu­el­len Diskussionen um das Hartz IV-Urteil des Bundesverfassungsgerichts und die dies­be­züg­li­chen Äußerungen Guido Westerwelles nur zum Anlass, die grund­sätz­li­che Bedeutung des Sozialstaats zu disku­tie­ren. „Life is hard and then you die“ weiter­le­sen

Die ersten hundert Tage des Sigmar Gabriel

Georg Schwarte kommen­tierte gestern abend im Echo des Tages auf NDR Info und WDR 5 die ersten hundert Tage des SPD-Vorsitzenden Sigmar Gabriel:

Das neue Jahrzehnt, das könnte das Jahrzehnt dieses Sigmar Gabriel werden. Womit übri­gens gleich die Perspektiven zurecht­ge­rückt wären: Hier gerade einmal 100 Tage Elendsverwaltung als neuer SPD-Chef, da ein neues Jahrzehnt, das es zu gestal­ten gilt. Der Mann hat noch viel vor, aber auch noch viel vor sich. […]

23 % haben Demut erzeugt, nicht Radikalität. Nachdenken statt Nachtreten — auch bei Sigmar Gabriel, der weiß, dass sein Porträt irgend­wann einmal neben dem von Ollenhauer und Brandt hängen wird. Auch das hilft biswei­len, aus einem Bruder Leichtfuß einen gewich­ti­ge­ren Genossen zu formen. […]

Die SPD von heute lernt gerade, und Gabriel als erster, den langen Atem zu schät­zen, erzwun­gen zwar, aber deshalb viel­leicht umso nach­hal­ti­ger. Deshalb sind Umfragen, die die Münteferings und Becks noch zu Getriebenen machten, heute für die SPD zum ersten Mal seit langem wirk­lich das, was sonst aus Politikermund wie eine Unglaublichkeit klingt: Sie sind egal. Die SPD hat ein neues Jahrzehnt für sich zu entwer­fen, nicht die nächste Woche. […]

Wenn dieser Sigmar Gabriel es hinkriegt, in seiner gerade eröff­ne­ten Ideen- und Zukunftswerkstatt SPD nicht nur Funken zu schla­gen, sondern aus all den Schmuddelecken, in denen es brodelt, stinkt und mieft in Deutschland etwas zu formen, das sich als Idee einer neuen Sozialdemokratie eignet, dann hat der Mann schon viel geleis­tet für dieses neue Jahrzehnt der SPD.

In der oben verlink­ten Sendung beginnt der Beitrag etwa bei 5:15.

Gespaltene Ansichten zur Atomenergie

Während das Guido-Bashing gerade zum Volkssport wird, möchte ich doch noch einmal einen Scheinwerfer auf Norbert Röttgen richten, dessen Vorstoß sicher noch viel höhere Wellen geschla­gen hätte, wenn nicht alle Welt noch damit beschäf­tigt wäre, Westerwelles Äußerungen bzw. das Echo darauf zu kriti­sie­ren, je nach Standpunkt. „Gespaltene Ansichten zur Atomenergie“ weiter­le­sen

Verantwortung der Eliten

Hamburgs Erster Bürgermeister Ole von Beust (CDU) im Gespräch mit der WELT:

Es kann nicht sein, dass die Wohlhabenden sich nur um ihre Interessen kümmern und dieje­ni­gen, die in einer schwie­ri­gen Situation leben, nicht einmal mehr die Hoffnung oder die Chance haben, dass es besser werden kann. Ich finde, dass einige derje­ni­gen, die sich für die Elite halten, ihrer Verantwortung nicht gerecht werden.

SPD im Selbstversuch: Neumitgliedertag

Wer in den letzten Monaten in Hamburg in die SPD einge­tre­ten ist, hatte auf Einladung der Landesorganisation heute die Möglichkeit, an einem Infotag für Neumitglieder teil­zu­neh­men. Knapp 60 Frischlinge aus allen Ecken Hamburgs einschließ­lich meiner Wenigkeit hatten trotz früher Stunde und nach wie vor vereis­ten Straßen den Weg ins Kurt-Schumacher-Haus gefun­den. „SPD im Selbstversuch: Neumitgliedertag“ weiter­le­sen