Flüchtlinge

„Das Boot ist voll,“ heißt es oft, wenn über Zahlen von Flüchtlingen diskutiert wird. Wir könnten nicht jeden aus Afrika in Europa durchfüttern. Und auf natürlich können nicht alle Menschen aus Afrika in Europa leben. Die allermeisten wollen das aber auch gar nicht. trotz Armut und Gewalt – Bevor Menschen ihre Heimat verlassen, muss schon eine Menge passieren.

Neulich habe ich eine Familie aus Mexiko kennengelernt. Was die über die Zustände in ihrer Heimatstadt erzählt haben, ist unglaublich. Wöchentlich Leichen auf der Straße. Öffentliche, brutalste Hinrichtungen. Und immer wieder lebensbedrohende Situationen für Erwachsene und Kinder. Bei jedem einzelnen Fall hätte ich gesagt: Wir müssen weg hier. Aber so einfach ist es nicht, Job, Haus, Freunde, Bekannte und die restliche Familie hinter sich zu lassen. Über Jahre hat die Familie das so ertragen. Und mir ist durch diese Geschichte klar geworden, wie viel Menschen ertragen, bevor sie ihre Heimat verlassen und in ein unbekanntes Land mit ungewisser Zukunft aufbrechen.

So kommen die Flüchtlinge auch nicht „aus Afrika“ nach Europa, obwohl es ja fast allen Afrikanern in Europa wirtschaftlich besser gehen könnte. Ein großer Teil flieht vor dem Krieg in Syrien – verständlich wohl. Oder sie kommen aus Somalia und Eritrea – Länder, die nicht nur arm sind: In Somalia herrscht das Chaos, in Eritrea ein unglaublich brutales Regime. Diese Menschen können sich nicht einmal mehr auf ihre Armut verlassen – sie müssen Tod und Folter fürchten. Sie flüchten nicht, weil Europa so toll wäre, sondern weil ihre Heimatländer zur Zeit so schrecklich sind. Menschen fliehen selten aus allgemeiner Armut, sondern vor konkreter Gefahr wie zum Beispiel gesellschaftlichen Konflikten, die aber wiederum aus oft Armut entstehen.

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Autor: Steffen Voß

Steffen Voß bloggt meistens unter kaffeeringe.de und twittert als kaffeeringe. Manchmal bloggt er auch beim landesblog.de Sein Motto ist: "Mach es selbst, oder wunder Dich nicht, wenn es nicht passiert."

Ein Gedanke zu „Flüchtlinge“

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