Falsches Spiel mit Peter Altmaier

Umweltminister Peter Altmaier hat der „Welt“ ein Interview gegeben, in dem er sich u.a. so äußerte:

Was für einen Wahlkampf erfordert das? Sollte die Union ganz auf konservative Stammwähler setzen, wie die CSU verlangt?

Die CDU war in ihren besten Zeiten immer eine Volkspartei, und sie wird auch nur als Volkspartei erfolgreich sein können. Lager- oder Stammwählerwahlkampf sollte man vermeiden. Man sollte aber auch nicht schrillen Einzelgruppen hinterherlaufen.

CSU-Generalsekretär Dobrindt wird erleichtert sein.

Die Union sollte einen programmatischen Anspruch formulieren, der für eine Mehrheit der Menschen akzeptabel ist. Unsere Politik sollte eine klare Absage an extreme politische Vorstellungen enthalten. Das gilt auch für die Steuerpolitik. Wenn wir unsere Positionen konkret und begreiflich vermitteln, bin ich mir ganz sicher, dass wir unsere Wahlziele erreichen und ohne die CDU keine stabile Regierung gebildet werden kann.

Daraus machte „Spiegel Online“ dann einen Artikel mit der Überschrift „Mögliche Anspielung auf Homo-Ehe: Altmaier warnt CDU vor ’schrillen Einzelgruppen'“. Der Artikel wurde mittlerweile quasi komplett umgeschrieben und auch die Überschrift verändert.

Denn: Peter Altmaier hat via Twitter die „Spiegel Online“-Falschmeldung (und nichts anderes war es) richtig gestellt – natürlich wollte Altmaier nicht Pausenclown Dobrindt zustimmen, sondern klar Position beziehen für eine CDU als starke Volkspartei, die sich nicht von Einzelinteressen beeinflussen lässt. Damit steht Altmaier ganz in der Tradition der Saar-CDU, die schon immer deutlich linker war als der Rest der CDU. (Das Saarland ist generell ein spannendes Pflaster für Parteien.)

Leider sind auch einige meiner FreundInnen auf diesen „Spiegel Online“-Spin reingefallen – ich fand das gerade in diesem Fall besonders unschön, weil es natürlich der Sache (hier: Öffnung der Ehe) nicht im Mindesten zuträglich ist, wenn potenzielle Verbündete wie Altmaier diffamiert werden. (Wer sich auskennt, weiß, dass Altmaier seit Jahren für Gleichstellung eintritt.)

Es ist im höchsten Maße unethisch von „Spiegel Online“, eine Passage aus einem Interview völlig aus dem Zusammenhang zu reißen und dann ihr eigenes Spiel zu spielen.

Was Steinbrück und Altmaier passierte, kann allen PolitikerInnen passieren. Das sollte uns allen Mahnung genug sein.

Autor: Christian Soeder

Christian Soeder ist Herausgeber von ROTSTEHTUNSGUT und besonders an netzpolitischen Zusammenhängen interessiert.

Ein Gedanke zu „Falsches Spiel mit Peter Altmaier“

  1. @ Christian: „Leider sind auch einige meiner FreundInnen auf diesen „Spiegel Online”-Spin rein­gefallen…“

    Sorry, aber Leute die SPON als Nachrichtenquelle nutzen sind m.E. nicht ernstzunehmen. Wer verschwendet eigentlich noch seine Zeit damit?

    Zeig mir irgendeinen SPON-Artikel, der nicht entweder mit einem voellig absurden Spin versehen oder voller falscher Fakten ist? Und zwar quer durch die Sparten, selbst die Fussball-Artikel sind Mist. Gruselig.
    Wer sowas liest, laesst sich gerne verarschen, ich kann mir keine andere Erklaerung vorstellen.

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