Mit Brüderle ist die FDP sicher im Bundestag

Brüderles Taktik war schmut­zig, aber letzt­end­lich erfolg­reich. Und damit ist die FDP auch sicher im Bundestag. Brüderle vertritt den klas­si­schen Wirtschaftsliberalismus aus dem Südwesten, der im Wesentlichen aus „weniger Bürokratie” und „etwas Staatsknete für Mittelständler” besteht.

Die mittel­stän­di­schen UnternehmerInnen im Süden haben kein Interesse an Pseudophilosophen wie Lindner, die wollen Leute, die Verständnis für ihre Sorgen und Nöte haben. Das kann Brüderle liefern, mehr ist nicht nötig. Den HauptstadtjournalistInnen ist das nicht recht, die hätten lieber Menschen an der Spitze wie Lindner, der ihnen vom Habitus her auch viel ähnli­cher ist.

Wir sollten uns deshalb von den diver­sen Artikeln nicht täuschen lassen, die sich über Brüderle lustig machen und die Wahlchancen der FDP durch ihn geschmä­lert sehen.

Das Gegenteil ist richtig. Mit der Entscheidung der FDP, Brüderle an die Spitze zu stellen, ist der Wiedereinzug der FDP in den Bundestag gesi­chert. Sicherlich nicht mit knapp 15 Prozent wie 2009, aber für sechs Prozent wird es problem­los ausrei­chen.

Damit müssen wir planen und entspre­chend umgehen. Es hilft uns nichts, wenn wir uns selbst täuschen und glauben, dass die FDP es nicht packt — sie wird es packen. Wir brau­chen also eine eigene rotgrüne Mehrheit.

Autor: Christian Soeder

Christian Soeder ist Herausgeber von ROTSTEHTUNSGUT und besonders an netzpolitischen Zusammenhängen interessiert.

4 Gedanken zu „Mit Brüderle ist die FDP sicher im Bundestag“

  1. Zustimmung.
    Die drei Wahlen in BaWü, SH und Niedersachsen haben deut­lich gezeigt, dass es eine ausrei­chend große schwarz-gelbe Wechselwählerschaft gibt, die der CDU näher steht, aber einen Untergang der FDP verhin­dern werden. Wenn es der FDP dreckig geht, wird diese gewählt.
    Zugegeben, es gibt auch nicht wenige Rot-Grüne Wechselwähler, die früher die Grünen, wenn diese bei 5% schwä­chel­ten, in das eine oder andere Parlament hievten. Ist ja auch nichts schlim­mes dabei, Nur mitt­ler­weile sind die Grünen zu stark, um noch solche „Hilfsstimmen” zu benö­ti­gen.

    Die Linkspartei kommt auch garan­tiert in den Bundestag. 20% im Osten und 2,5% im Westen sollten locker genügen.

    Ich rechne also wieder ganz fest mit einem Sechs-Parteien-Parlament. Also muss eine Rot-Grüne Mehrheit her, die stärker ist als CDU, CSU, FDP und Linkspartei zusam­men.

    Unter 48% geht das kaum. 34–36% SPD, 14–16% Grüne.

  2. Ob die FDP in den Bundestag kommt oder nicht, wird viel weniger von Personen abhän­gen, als die auf effekt­ha­schende Personalisierung setzende Journaille uns glauben machen will. Wer FDP wählt, braucht ange­sichts des ange­sag­ten Bashings deut­lich bessere Gründe als Präferenzen für irgend­eine Nase.

    Dass sich in den „Kanzlerparteien” alles auf den Spitzenmann bzw. die Spitzenfrau fokus­siert, ist ja noch halb­wegs verständ­lich. Aber auch bei den „Grünen” sind die Personen deut­lich weniger wichtig, wie u.a. Wahlergebnisse immer wieder belegen.

  3. der bürger wird einmal mehr eine linke ( wenn man die grünen noch als links bezeich­nen kann ) mehr­heit wählen und die spd wird sich verwei­gern.
    das müssen sie mir erklä­ren, herr soeder, warum die fdp eine chance hätte als koali­ti­ons­part­ner und die „LINKE” nicht. kommen sie mir aber bloss nicht mit mauer­bau und kommu­nis­mus!!
    erklä­ren sie mir, warum die schnitt­menge mit der fdp größer sein sollte als mit der linken!!

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