Realsatire am Montag

FDP-Chef Rösler bietet nach einem hervorragenden Ergebnis für die FDP in Niedersachsen seinen Rücktritt an, sofern Brüderle sein Nachfolger wird. Brüderle lehnt ab und wird daraufhin Spitzenkandidat, Rösler bleibt Parteivorsitzender. Der FDP-Bundesparteitag wird trotzdem vorgezogen. Hä?

Die Linkspartei ist in Niedersachsen voll gegen die Wand gefahren, Heilsbringerin Wagenknecht hat genau gar nichts gebracht. Im Wahlkampf wird die Linkspartei jetzt also „folgerichtig“ mit einem Spitzenteam aus acht (!) Personen antreten. Wagenknecht ist dabei, Kipping nicht. Hä?

Die CDU ist „ein bisschen traurig“, weiß aber auch: man habe schon deutlich höher verloren. Hä?

Und die Piraten zoffen sich auf weiterhin auf Twitter und schreiben Blog-Einträge, die man nicht kommentieren kann. Hä?

Wurden die alle von der heute show unterwandert oder wie?

Autor: Christian Soeder

Christian Soeder ist Herausgeber von ROTSTEHTUNSGUT und besonders an netzpolitischen Zusammenhängen interessiert.

8 Gedanken zu „Realsatire am Montag“

  1. psssst, herr soeder….. nicht abheben! so überzeugend war das ding in niedersachsen nicht!
    das reden und handeln des ehem. spd-ministerpräsidenten bzw. finanzministers unterscheidet sich sich so gewaltig von den wahlversprechen des spd-kanzlerkandidaten, dass man sich als wähler schon jetzt verwundert die augen reibt: „HÄÄÄÄ?“
    und gaaaanz sicher: das interview, nach dem auch sie sich erstaunt (frei nach asterix) fragen „hääää? what he says????“ ist praktisch schon auf band ;-))

  2. trotzdem, herr soeder…… über eines können wir gemeinsam spotten: mit ihrer stimmenverleiherei-taktik haben die sich selbst ausgetrickst! das wird mutti gewaltig ärgern!!
    darauf ein bierchen……prost!

      1. Eine Begründung für ein angebliches „Verzocken“ ist das aber nicht. Hätte es die – wie auch immer motivierte – Wanderung von CDU nach FDP nicht gegeben, hätte das am wichtigsten Ergebnis der Wahl, nämlich dem Wechsel in der Regierung, nichts geändert.

        Eine genauere Analyse (http://www.wahlrecht.de/news/2013/landtagswahl-niedersachsen-2013.html#mehrheit) zeigt hingegen, wie sehr man sich hüten sollte, sofort die Deutungsversuche der öffentlich-rechtlichen Qualitätsjournalisten zu übernehmen, insbesondere wenn diese über einen Teilaspekt des Wahlausgangs, nämlich den Erfolg der FDP, offensichtlich verärgert sind, was eben allzu schnell mal die Sinne vernebelt: Mit 2.000 *mehr* gesplitteten Stimmen hätten CDU/FDP weiter regieren könne.

  3. Das Märchen von den „Leihstimmen“ kommt gleich mehreren Gruppen zugute:
    Die Umfrageinstitute können von ihrem wiederholten Versagen ablenken.
    Die Medien können damit ihren Frust über den FDP-Erfolg verarbeiten.
    Und die Union kann davon ablenken, daß sie schon wieder eine Landtagswahl versemmelt hat.

      1. Ich bezweifle, dass Parteien das stark steuern können.
        Ich denke, es gibt ebenfalls eine nicht zu unterschätzende rot-grüne Kernwählerschaft, auch unter SPD-Mitgliedern. Wenn die Grünen kurz vor knapp stehen, könnten viele dieser Wähler ihre „Mitleidsstimmen“ spontan an die Grünen geben. Egal was die Führung der SPD sagt.
        Genauso sehe ich es bei Union und FDP.
        Mein Fazit: Lagerwahlkämpfe stärken vor allem die kleineren Parteien der jeweiligen Lager, weil viele Wähler ihre Stimme entsprechend splitten.

        Auf der anderen Seite: Lagerwahlkämpfe sprechen auch für spannendere „Wahlschlachten“ statt gegenseitigem Kuschel-Ermüdungswahlkampf, helfen also auch der Wahlbeteiligung.

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