Sieben Thesen zur Zukunft der Zeitung

Die Print-Tageszeitung umgibt ein mystisches Leuchten, eine Aura der Erhabenheit und der Richtigkeit. Was schwarz auf weiß in der Tageszeitung steht, ist erst einmal richtig. Und wenn es falsch ist, dann ist es nicht wirklich falsch. Sondern eher eine Ungenauigkeit.

Der Untergang von „Frankfurter Rundschau“ und der „Finacial Times Deutschland“ hat die Debatte zur Zukunft der Zeitung noch einmal neu entfacht.

Die Fragen sind:

  • Wie sieht die Zukunft der Tageszeitungen in Deutschland aus?
  • Welche Zeitungen können überleben?
  • Wie können sie überleben?
  • Müssen Zeitungen radikal umdenken?
  • Sind Regionalzeitungen oder überregionale Zeitungen in einer besseren Ausgangssituation?

Das Spannende am deutschen Zeitungsmarkt ist, dass es hier nach wie vor eine große Vielfalt gibt. Von TAZ über SZ bis FAZ und WELT ist alles dabei. Und einige Regionalzeitungen haben eine größere Reichweiche als überregionale, bspw. die Rheinische Post.

Und weil es ziemlich schick ist, Thesen aufzustellen, mache ich das auch.

Erste These:

Es gehört der Vergangenheit an, mehr als eine Zeitung im Abo zu haben. Man wird auf eine Hauszeitung setzen und den Rest individuell zusammenstellen.

Zweite These:

Tablets ändern alles. Schon heute hat jeder Fünfte in Deutschland ein Tablet. Das ist erst der Anfang. Tablets werden billiger und besser werden und werden mehr können, als wir uns das jetzt vorstellen können. Die Geräte von heute werden in zwei Jahren wie Spielzeuge aussehen. (Siehe auch bei Nico.)

Dritte These:

In 5-6 Jahren wird es keine überregionalen Print-Zeitungen mehr geben. FAZ, SZ und WELT/BILD werden den Markt unter sich aufgeteilt haben und nur noch als Digital-Abo auf dem Tablet erscheinen.

Vierte These:

Lokalzeitungen haben noch einen großen Vorteil: sie haben Monopolstellungen vor Ort. Aber es fehlt an finanzieller Power, einen Umstieg auf Digital-Abos zu leisten. Viele Lokalzeitungen werden pleite gehen, es wird zu erhöhter Medienkonzentration kommen.

Fünfte These:

Die Unübersichtlichkeit wird zunehmen. Das wird den anerkannten Marken die Möglichkeit geben, den Diskurs noch stärker als heute zu dominieren. NutzerInnen werden noch mehr als heute auf „ihre“ Zeitung vertrauen.

Sechste These:

Überregionale Tageszeitungen, die nicht den Trend packen, werden verschwinden. Die Zukunft gehört wenigen nationalen Zeitungen und vielen kleinen lokalen Medien.

Siebte These:

Sonntagszeitungen und Wochenmagazine werden noch stärker nachgefragt werden und weiterhin auf Papier erscheinen.

Autor: Christian Soeder

Christian Soeder ist Herausgeber von ROTSTEHTUNSGUT und besonders an netzpolitischen Zusammenhängen interessiert.

Ein Gedanke zu „Sieben Thesen zur Zukunft der Zeitung“

  1. Achte These:
    Der öffentlich rechtliche Rundfunk in Deutschland macht mit kostenlosen APPs für Tablets den Markt für bezahlte Online-Abos kaputt und killt damit die letzten Tageszeitungen.

    Neunte These:
    Um die sterbende Zeitungsindustrie zu retten wird sie staatlich Subventioniert, die Kontrolle erfolgt durch eine Kommission die ganz demokratisch mit den Vertretern der wichtigsten Gesellschaftlichen Gruppen (Landfrauen, Religonsgemeinschaften, ect… ) besetzt ist.

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