CDU weiterhin gegen Lesben und Schwule

Als der SPD-Bundesparteitag sich 2011 nicht gegen die Vorratsdatenspeicherung ausge­spro­chen hat, fand ich das inhalt­lich falsch, aber es war für mich kein persön­li­ches Drama. Es wurde nicht über mich als Person abge­stimmt, sondern Meinungen wurden verschie­den gewich­tet und die Mehrheit hat dann gespro­chen.

Heute hat sich der CDU-Parteitag mehr­heit­lich gegen die steu­er­li­che Gleichstellung der Homo-Ehe mit der Hetero-Ehe ausge­spro­chen. Die Redebeiträge klangen unge­fähr so: „Wir müssen dulden, dass ihr schwul/lesbisch seid, aber gut finden wir das nicht, sondern eigent­lich eklig.”

Und nach der Abstimmung twit­ter­ten schwule CDU-MdBs ernst­haft, das sei eine respekt­volle Debatte gewesen.

Nein, das war keine respekt­volle Debatte. Es ist nichts respekt­voll daran, Menschen ihr Sein abzu­spre­chen und sie deshalb zu diskri­mi­nie­ren. Es ist schlimm genug, dass die Mehrheit der CDU-Delegierten so denkt, wie sie denkt — aber dass schwule Abgeordnete sich danach selbst verleug­nen und sich für den Schlag in die Fresse auch noch bedan­ken, das will mir nicht in den Kopf. Ich finde das richtig bitter und ich finde das persön­lich tragisch.

Autor: Christian Soeder

Christian Soeder ist Herausgeber von ROTSTEHTUNSGUT und besonders an netzpolitischen Zusammenhängen interessiert.