Der vorwärts braucht eine Chefredakteurin

Uwe Knüpfer ist bald nicht mehr Chefredakteur des vorwärts, des traditionsreichen SPD-Zentralorgans. Bin ich darüber traurig? Nein. Und ich weiß von vielen Genossinnen und Genossen, die ebenfalls nicht traurig deshalb sind. Im Gegenteil. Knüpfer hat viel Porzellan zerschlagen, als er den vor Ort vereinbarten Nominierungsprozess unterlaufen hat. Das hat viele Genossinnen und Genossen in NRW verstört und dürfte der Tropfen gewesen sein, der das Fass zum Überlaufen brachte. Denn auch zuvor war Knüpfer mitnichten unumstritten, die Extremismus-Comic-Absurdität war da nur ein „besonderer“ Höhepunkt.

Wie geht es nun weiter beim vorwärts, wer soll auf Knüpfer folgen?

Der SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück ist ein Mann.
Der SPD-Parteivorsitzende Sigmar Gabriel ist ein Mann.
Der SPD-Fraktionsvorsitzende Frank-Walter Steinmeier ist ein Mann.
Die SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles ist eine Frau.
Der Erste Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Fraktion Thomas Oppermann ist ein Mann.
Peer Steinbrücks Wahlkampfleiter ist ein Mann.
Der FES-Vorsitzende Peter Struck ist ein Mann.
Die NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft ist eine Frau.
etc. pp.

Ich breche an dieser Stelle ab – was ich sagen will, ist klar: Die SPD ist derzeit in den Spitzenpositionen so männerdominiert wie schon lange nicht mehr. (Von einigen Ausnahmen abgesehen.) Das trifft die Stimmung an der Basis nicht, das passt nicht zur SPD – sicherlich ist das auch oppositionsbedingt, aber wir müssen jetzt Gegenmaßnahmen einleiten. Wir brauchen Frauen an der Spitze – nicht nur als Stellvertreterinnen, sondern ganz vorne.

Deshalb muss die Nachfolgerin Knüpfers eine Frau sein – und am besten eine Frau, die viel Ahnung vom Internet hat und für die der vorwärts nicht den krönenden Abschluss ihrer politischen Karriere darstellt. Die Perspektive sollte auf mindestens 8-10 Jahre lauten, um Kontinuität reinzubringen und die Zukunft des vorwärts zu sichern.

Autor: Christian Soeder

Christian Soeder ist Herausgeber von ROTSTEHTUNSGUT und besonders an netzpolitischen Zusammenhängen interessiert.

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