Rezension: „Der falsche Präsident”

Albrecht Müller, Herausgeber der „NachDenkSeiten”, hat pünkt­lich zur gest­ri­gen Wahl Joachim Gaucks zum Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland ein Buch mit dem program­ma­ti­schen Titel „Der falsche Präsident” veröf­fent­licht. Der Name des Buches ist in der Tat Programm: Müller gibt sich viel Mühe, alle Gauck-Zitate, derer er auf die Schnelle habhaft werden konnte (Google lässt grüßen), aufzu­grei­fen und in mehr oder weniger passende Zusammenhänge zu stellen. Im Grunde genom­men schreibt Müller kompri­miert das auf, was er schon seit einigen Jahren auf den „NachDenkSeiten” zum Besten gibt: der Sozialstaat wird von einem Kartell der Systemparteien ruiniert, die Medien machen mit, die Bürger sind wehrlos. Gauck dient Müller somit als Pappkamerad, auf den er seine Fundamentalkritik der Parteien proji­ziert. Immer wieder bemüht sich Müller, Gauck mit mehr oder weniger gelun­ge­nen Vorwürfen zu diffa­mie­ren bzw. in ein vermeint­lich schlech­tes Licht zu rücken; Gauck ist immer wieder „Pfarrer Gauck” oder „Pastor Gauck” — man merkt dem Text an, dass das kein Lob sein soll. Ohne Unterstellungen kommt das Buch nicht aus, so ist Müller bspw. der Ansicht, Gauck habe von der „Debatte über Hintergründe und Strategien der herr­schen­den Wirtschaftsideologie” nichts „mitbe­kom­men” (S. 59). Müller ist sich nicht zu schade, ausge­rech­net Edmund Stoibers Aschermittwochrede als Argument gegen Gauck ins Feld zu führen (S. 55). Dass Gauck an einer Stelle Willy Brandt gelobt und ihn an anderer Stelle kriti­siert hat, ist für Müller nicht etwa ein Beweis dafür, dass Gauck diffe­ren­zie­ren kann, sondern das ist sinn­bild­lich für Gaucks angeb­li­che „Sowohl-als-auch-Strategie” (S. 46). Die Anklage, Gauck lebe in der Vergangenheit, darf quasi stell­ver­tre­tend von der „23-jähri­gen Studentin der Zahnmedizin” Aylin Selcuk erhoben werden (S. 50).

Alles in allem ist das kleine Büchlein Müllers eine Lektüre, die man sich problem­los sparen kann. Es ist eine Zusammenfassung der „NachDenkSeiten”-Artikel der letzten Jahre, garniert mit reich­lich plumpen Angriffen auf Gauck. Penetrant und ärger­lich. Wer wissen will, wie das Linkspartei-Spektrum über Gauck denkt, ist indes­sen mit Müllers Buch gut bedient.

Albrecht Müller: Der falsche Präsident. Was Pfarrer Gauck noch lernen muss, damit wir glück­lich mit ihm werden. Frankfurt am Main 2012.

Autor: Christian Soeder

Christian Soeder ist Herausgeber von ROTSTEHTUNSGUT und besonders an netzpolitischen Zusammenhängen interessiert.

23 Gedanken zu „Rezension: „Der falsche Präsident”“

  1. Danke für die Rezension, aber im Grunde enthält das Buch ja genau das, was man vom Autor erwar­ten durfte. Und sich erhoffte, wenn man sich über Gauck freut.

  2. Das Buch mag mittel­mä­ßig sein. Die Nachdenkseiten sind es aller­dings nicht. Es spricht leider Bände, wenn sich ein beken­nend sozi­al­de­mo­kra­ti­scher Blog nicht mehr inhalt­lich mit der Kritik ausein­an­der setzten kann, die an der Regierungssozialdemokratie der letzten Jahre von links geübt wird.

    1. > Das Buch mag mittel­mä­ßig sein. Die Nachdenkseiten
      > sind es aller­dings nicht.
      Ich bekom­men von den „Nachdenkseiten” nur spora­disch etwas mit. Und da habe ich eher den Eindruck, daß es mit dem Nachdenken dort nicht weit her ist, daß da eher unre­flek­tiert die Vorteile des linken Stammtischs propa­giert werden.

      Aber dieser Eindruck mag ja der zufäl­li­gen Auswahl geschul­det sein. Welche Artikel dort wären denn empfeh­lens­wert?

      1. empfeh­lens­wert wäre es, die nach­denk­sei­ten jeden tag durch­zu­le­sen.
        albrecht müller veröf­fent­licht beiträge aus anderen medien und ab und an kommen­tiert er sie auch.
        es dreht sich weniger darum ob a. müller nach­denkt ( was er sicher tut )als viel­mehr darum, dass er seine leser zum nach­den­ken anregen will.

        1. Ich werde bestimmt nicht täglich Zeit mit einer Website verschwen­den, wenn die mir bishe­ri­gen Stichproben dürftig erschie­nen und sich dort offen­bar auch kein Beitrag findet, den man mal empfeh­len könnte.

          Und ich habe auch das Gefühl, daß der Autor etwas über­ge­schnappt ist:
          „Die Anstrengung, in wenigen Tagen ein Buch zu schrei­ben, hat sich gelohnt. Die Botschaft „was Pfarrer Gauck noch lernen muss“ wie auch die Kritiken und Anregungen von anderen, sind bei Gauck erkenn­bar ange­kom­men”

          Der glaubt also wirk­lich, Gauck hätte sich die Müller’schen Tiraden so zu Herzen genom­men, daß er darauf in seiner ersten Bundespräsidentenrede reagiert?

          1. Wenn ich mal nach­hel­fen darf: Ich hab mir die Website eine Zeit lang zu gemuete Gefuehrt, aus dem Grund dass Politik-Kritik grund­saetz­lich mal lesens­wert ist und Mueller auch Volkswirt ist.

            Ein Beispiel hab ich noch entfernt im Gedaechtnis (bitte Ungenauigkeiten zu verzei­hen, ich hab keine Lust fuer diesen Blog-Kommentar zu recher­chie­ren):

            Teaser: 2 Papers von namhaf­ten Oekonomen zeigen, dass Mindestlohn positiv mit dem Beschaeftigungsgrad korre­liert (kausal, selbst­ver­sta­end­lich).

            Ist an sich nicht falsch; Was halt nicht erwaehnt wird, sind die 10 namhaf­ten Oekonomen, die im selben Zeitraum raus­ge­fun­den haben, dass es keine Korrelation und/oder Kausalitaet gibt; eben­so­we­nig wie die 10 namhaf­ten Oekonomen, die eine nega­tive Korrelation gefun­den haben.

            Von jeman­dem, der seine Plattform „Nachdenkseiten” nennt sollte man erwar­ten, dass er alle Ergebnisse disku­tiert auch auch die Annahmen und Datensaetze, unter denen diese zustan­de­ge­kom­men sind (DAS ist naem­lich der sprin­gende Punkt bei empi­ri­scher Writschaftsforschung).

            Ansonsten kann er sich den wissen­schaft­li­chen Anstrich sparen und das ganze auch „Propagandaseiten” nennen.

            Aber viel­leicht steckt da auch bewuss­ter Zynismus dahin­ter: „Nachdenkseiten” heisst, dass wir fuer unsere Leser das Nachdenken ueber­neh­men ;)

      2. Natürlich stehen die Nachdenkseiten links. Du wirst vom Antibürokratieteam und den Bissigen Liberalen auch nicht erwar­ten, dass sie eine ‚objek­tive’ (was auch immer das sein soll?) oder ‚äqui­di­stante’ Sichtweise einneh­men.

        Folgende Artikel sind lesens­wert:

        http://www.nachdenkseiten.de/?p=9857
        http://www.nachdenkseiten.de/?p=12480

        Ich finde, dass es zwischen einem konse­quent verstan­de­nen Liberalismus und einer links­so­zi­al­de­mo­kra­ti­schen Kritik ange­sichts der herr­schen­den Verhältnisse durch­aus eine poli­ti­sche Zweckallianz geben könnte.

  3. Ich fände es übri­gens gut — das nur als kleine Anregung zu verste­hen — wenn hier mal ein Artikel zur Wirtschaftspolitik der Sozialdemokratie erschiene. Griechenland, Eurorettung, Austeritätspolitik. Ist ja nicht alles ganz unum­strit­ten, auch wenn die SPD bisher fein spurt und die Dinge mitträgt.

  4. beiden kommen­ta­ren von karsten stimme ich zu.
    oft sind die artikel hier sehr ober­fläch­lich. der verfas­ser hat sich offen­sicht­lich mit dem thema nicht tiefer beschäf­tigt.
    ich greife ein beispiel raus:
    ich bezwei­felte in einer antwort stark, dass der iran israel angrei­fen würde. antwort von herrn soeder:
    „…Tja, nur wird der Iran nicht von eini­ger­ma­ßen klar denken­den Politikern regiert, sondern von Verrückten. Da kommt man mit ratio­na­len Argumenten nicht weit.”
    herr soeder hat sich noch keine gedan­ken gemacht, ob man bei der israe­li­schen regie­rung mit ratio­na­len argu­men­ten weiter­kommt.
    ist das argu­ment soooo weit herge­holt, dass bei einem angriff israels der kessel unkon­trol­liert platzen könnte?

    http://www.blaetter.de/archiv/jahrgaenge/2012/maerz/daemon-iran

    und wenn es anders kommt als geplant: frage nicht, wem die welt — und insbe­son­dere der deut­sche stamm­tisch — die schuld geben wird.
    da brauche ich wohl nichts dazu sagen!
    noch etwas, was auch mit ober­fläch­lich­keit zu tun hat:
    sigmar gabriel war im westjordanland/hebron. offen­sicht­lich hat er da ein paar dinge gesehen und beim namen genannt.
    wäre auch etwas, das man an dieser stelle thema­ti­sie­ren könnte.

    was „die linke” betrifft — so sich denn herr soeder mit ihr hier beschäf­tigt — kann man das nur als bashing bezeich­nen.
    das mag ab und an lustig sein. aber von einer poli­ti­schen ausein­an­der­set­zung mit den jewei­li­gen themen hab ich mehr weil ich mir dann eine meinung bilden kann.

    dann zu albrecht müller:
    albrecht müller ist sozi­al­de­mo­krat! und bei gott nicht irgend­ei­ner!
    in den nach­denk­sei­ten veröf­fent­licht er beiträge aus anderen medien, oft mit einem kommen­tar verse­hen.
    man kann — logisch — aus den kommen­ta­ren schlie­ßen welche über­zeu­gun­gen und ansich­ten herr müller hat.
    somit kann ich mir ein urteil über ihn bilden.
    albrecht müller ist ein sozi­al­de­mo­krat, wie ich ihn mir als ideal vorstelle. würden seine gedan­ken und die seiner umge­bung eingang finden in eine von sozi­al­de­mo­kra­ten geführte regie­rung.… ein dickes, fettes kreuz für die spd auf dem wahl­zet­tel wäre todsi­cher!
    und um über gauck zu schrei­ben muß man nicht googlen, herr soeder!
    man wird von arti­keln und kommen­ta­ren erschla­gen, man rutscht auf dem medien-schleim ständig aus!
    wo ist die mess­latte der spd geblie­ben? verlegt?
    die mess­latte, die die spd an präsi­den­ten­an­wär­ter legen sollte heißt „heine­mann”.
    und dass gauck sich an dieser mess­latte den kopf ansto­ßen könnte ist ausge­schlos­sen!

    1. Und: wow: was für ein demago­gi­scher Artikel in den „Blättern”. Das ist schon krass. Zu unter­stel­len, die irani­sche Führung handle nicht ratio­nal, sei Anzeichen von Islamophobie, außer­dem müsse man Verständnis für den Iran haben, im Übrigen sei Israel ja selbst schuld. Krass.

    2. Ich habe nicht beklagt, dass es hier ober­fläch­lich zuginge. Die aussen­po­li­ti­schen Analysen sind durch­aus lesens­wert. Auch wenn ich nicht unbe­dingt befür­worte, dass die anti­deut­sche Argumentation durch einen, sagen wir mal, ‚Regierungssozialdemokraten’ wie Christian Soeder in den Mainstream über­führt wird.

      Beklagt habe ich, dass ökono­mi­sche Themen hier nicht vorkom­men. Das halte ich ange­sichts der Aktualität der Eurokrise für schade. Da könnte der Blog mehr leisten. Ist ja nicht so, als ob Ökonomisches gänz­lich unum­strit­ten wäre in der Sozialdemokratie. An tief­ge­hen­de­rem sind trotz­dem nicht viele inter­es­siert. Siehe auch: http://www.facebook.com/Fiskalpakt

  5. was ich geschrie­ben habe:
    „…ist das argu­ment soooo weit herge­holt, dass bei einem angriff israels der kessel unkon­trol­liert platzen könnte?

    http://www.blaetter.de/archiv/jahrgaenge/2012/maerz/daemon-iran

    und wenn es anders kommt als geplant: frage nicht, wem die welt — und insbe­son­dere der deut­sche stamm­tisch — die schuld geben wird.
    da brauche ich wohl nichts dazu sagen!.…”

    ich beziehe mich klar ersicht­lich auf den teil des arti­kels, der auf die unkal­ku­lier­ba­ren folgen eines angriffs hinweist!
    auf schuld­zu­wei­sun­gen geb ich eh nix. die wahr­heit geht im krieg als erstes drauf.

    es geht und ging keine irani­sche rakete auf israel nieder!
    und ich habe schon einmal hier betont: ich verstehe, wenn das jüdi­sche volk ein beson­de­res vertei­di­gungs­be­dürf­niss hat — schon aufgrund seiner leid­vol­len geschichte in den letzten 2000 jahren.
    aber wollen sie israel deshalb wirk­lich ein recht auf angriffs­krieg-auf-verdacht einräu­men? das meinen sie doch nicht im ernst!

    kommen wir aber doch nochmal zurück zur rezen­sion des buches „der falsche präsi­dent”:
    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,822132,00.html

    muß ich das kommen­tie­ren?

    1. Bitte, wenn Sie glauben, mit den absur­den Artikeln von Fleischhauer können Sie irgend­je­man­den vom Hocker hauen, dann haben Sie sich sehr geirrt.

      1. ich weiß nicht.…. ich glaub die spd will von uns garnichts mehr wissen. ich komm langsam zur über­zeu­gung, dass es so ne art brandt-schmidt-spd-roman­tik
        ist, wenn man noch beim wort „sozial” an die spd denkt.
        man sollte die hoff­nung begra­ben.
        herr soeder, sie machen sich wirk­lich keinen gedan­ken, wenn ein mann wie fleisch­hauer gauck lobt und so einen artikel schreibt?
        noch mehr irri­tiert mich ihre kritik an albrecht müller.

        1. „herr soeder, sie machen sich wirk­lich keinen gedan­ken, wenn ein mann wie fleisch­hauer gauck lobt und so einen artikel schreibt?”

          Ich mache mir darüber Gedanken, dass Sie auf einen Troll wie Fleischhauer rein­fal­len.

  6. Ich gucke mir die Nichtdenkseiten täglich an, da in poli­ti­schen Foren ein großer Teil des linken Rands seine Argumentationen von dort bezieht. Es dient quasi der Vorbereitung.

    Der Blog verkauft sich als „nach­denk­lich”, „kritisch” und setzt sich angeb­lich für mehr „Qualität” und „Pluralismus” in den Medien ein. Tatsächlich ist es aber einfach ein Blog auf Linie der Linkspartei. Von Pluralismus spre­chen die Autoren nur, wenn sie mehr Aufmerksamkeit für ihre eigenen Meinungen fordern. Kritische Anmerkungen zu ihren Beiträgen werden i. d. R. nicht veröf­fent­licht. Alle Menschen mit anderen Auffassungen sind entwe­der böse, gekauft oder von den Medien gehirn­ge­wa­schen. Der Gedanke, dass andere Menschen aus guten Gründen anderer Meinung sind, ist den Autoren genauso fremd wie jede Selbstkritik. Es ist schon erstaun­lich, wie die Autoren ganz genau die Lage in jedem Land kennen und die Lösungen für alle Probleme (i. d. R. lösen höhere Löhne alles und lassen auch die Sonne schei­nen).

    Studien, die zu Resultaten kommen, die den Autoren nicht passen, sind grund­sätz­lich gekauft und unwis­sen­schaft­lich. Zur Not reicht es, wenn die Autoren an einem Institut arbei­ten, das vor 20 Jahren mal einen Institutsleiter hatte, der mal mit jeman­den Kaffee getrun­ken hat, der jemand kennt, der heute bei der INSM ist. Studien von Gewerkschaften sind natür­lich nicht gekauft oder ideo­lo­gisch vorfest­ge­legt, sondern „Wissenschaft”. Logisch.

    Ökonomisch ist das alles recht einfäl­tig. Lohnerhöhungen schei­nen nie schlecht zu sein. In der Krise „kurbeln” sie die Wirtschaft an, im Boom müssen die Arbeitnehmer natür­lich mit Lohnerhöhungen daran betei­ligt werden. Folgewirkungen von Lohnerhöhungen (Preisverhältnis inlän­di­sche zu auslän­di­sche Arbeit, Arbeit zu Kapital) werden igno­riert. Höhere Steuern sind immer gut und gene­rell kann der Staat alles besser. Wirtschaftliche Strukturen sind völlig egal. Fiskal- und Lohnpolitik sind die einzi­gen Determinanten wirt­schaft­li­cher Entwicklung. Staatsausgaben und Löhne hoch, alles gut.

    Das Lesen des Blogs wird schnell lang­wei­lig. Neue Erkenntnisse haben die Autoren offen­sicht­lich seit den „golde­nen 70ern” nicht mehr gewon­nen. Der ober­leh­rer­hafte Ton, der auch im Buchuntertitel offen­sicht­lich wird, ist ange­sichts der recht dünnen Substanz der Argumente eher belus­ti­gend und wirkt zusam­men mit den Verschwörungstherien und Verunglimpfungen Andersdenkender glück­li­cher­weise abschre­ckend auf alle, die nicht sowieso schon die Meinung der Autoren teilen.

    1. Gut, die Kritik an der Paranoia der NDS-Autoren teile ich. Das ist aller­dings ein Phänomen, das sich bei allen Vertretern margi­na­li­sier­ter Sichtweisen jenseits des Mainstreams finden lässt. Wer in der libe­ra­len Blogosphäre liest, wird derglei­chen dort ebenso entde­cken. Nur, dass es dort der ‚sozi­al­de­mo­kra­ti­sierte’, etatis­ti­sche Mainstream ist. Bei den NDS ist es dagegen der ‚Neoliberalismus’.

      Die Kritik, die NDS seien einzig und allein Sprachrohr der Linkspartei teile ich so nicht. Es ist erfri­schend, dass dort auch wirt­schafts­wis­sen­schaft­li­che Artikel verlinkt werden, die dem deut­schen Mainstream wider­spre­chen (und der ist nunmal neoli­be­ral — ganz anders übri­gens als in den USA). Ein Paul Krugman, ein Brad DeLong, ein Joe Siglitz aber auch ein Ambrose Evans-Pritchard sind wohl kaum origi­när Linkspartei. Thomas Fricke von der FTD oder die Kollegen vom Herdentrieb auch nicht. Im übrigen hat auch eine Sahra Wagenknecht eine wirt­schafts­wis­sen­schaft­li­che Kompetenz (man wird kaum mit ihr über­ein­stim­men müssen, aber immer­hin weiss sie, wovon sie redet), die man bei vielen Sozialdemokraten schmerz­lich vermisst.

      Alles in allem halte ich die Nachdenkseiten für gute und anre­gende Lektüre. Gerade, weil ich eben nicht mit allem über­ein­stimme, was Müller und Co. verlin­ken oder schrei­ben.

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