Mode-Upgrade für Steinmeier

So, einer muss es ja sagen, wenn es sonst keiner sagt: die weißen Haare von Steinmeier, die sind nix. Damit wirkt er wie der Prototyp des älteren Beamten, der gerade noch auf seine Pensionierung wartet — maximal wirkt er wie ein Professor. Beides ist nicht gut. Die Leute wollen Macher an der Spitze, echte Zupacker — da müssen die Haare eine kräf­tige Farbe haben. Sofortmaßnahme ergo: Haare tief­schwarz färben. Die Frisur muss prak­tisch-kurz sein, das ist schon richtig so — ener­gisch, dyna­misch, sprit­zig.

Graue Anzüge: gehen gar nicht. Steinmeier ist vom Typ her nun einmal kein Volkstribun, das darf er aber um Himmels Willen nicht auch noch durch die Wahl der Anzüge unter­strei­chen. Alle Anzüge, die nicht schwarz, dunkel­blau oder Nadelstreifen sind, sind also sofort einzum­ot­ten. Weg damit. Am besten auf eine Anzugfarbe fest­le­gen. Ein dunkel­blauer Anzug wäre sicher­lich ein echter Hingucker, blau ist schließ­lich nicht umsonst die Lieblingsfarbe der Deutschen. Nadelstreifen wird vermut­lich zu sehr mit der Bänkerkaste in Verbindung gebracht. Sakkotyp: einrei­hi­ger Dreiknöpfer. Keine Experimente.

Krawatte: immer. Locker und leger kann man sich als junger Abgeordneter geben, der Fraktionsvorsitzende trägt Krawatte. Und zwar keine Krawatten mit selt­sa­men Mustern, sondern immer ordent­li­che rote Seidenkrawatten. Das muss einfach sein, auch wenn es noch so abge­dro­schen wirkt. Dunkelblauer Anzug, rote Krawatte — läuft.

Hemd: weiß. Keine Diskussion. Das Hemd muss weiß sein.

Schuhe: schwarz oder dunkel­braun; nichts Megaschickes, keine 1000-Euro-Latschen, aber Format müssen sie haben. Lloyd ist immer eine gute Wahl.

Uhr: klar. Auch hier: kein Protzklunker, sondern etwas Solides. Junghans ist sicher­lich eine gute Idee. Aber bitte keine mit Goldrand oder derglei­chen Kinkerlitzchen, sondern eine Uhr, die Funktionalität ausstrahlt. Schwarzes Lederarmband, logisch.

Brille: die muss weg. Steinmeier ist kein Hipster und wird auch kein Hipster mehr werden. Warum sollte er auch? Entweder eine rand­lose Managerbrille oder direkt Kontaktlinsen.

Accessoires: Smartphone (am besten kein iPhone, um ein wenig aus dem Standard zu fallen), Tablet, Montblanc.

Zu guter Letzt: ein paar Runden im Solarium schaden nicht und tun auch nicht weh. Vornehme Blässe ist jeden­falls out.

Das wäre dann wohl alles. Und fertig ist der Steinmeier.

Autor: Christian Soeder

Christian Soeder ist Herausgeber von ROTSTEHTUNSGUT und besonders an netzpolitischen Zusammenhängen interessiert.

17 Gedanken zu „Mode-Upgrade für Steinmeier“

  1. Liege ich da falsch, oder beschreibst Du da einen Gerhard Schroeder 2.0?

    Kleiner Tip am Rande: danke fuer den +1 Button fuer die Googler, Deine sehr inter­es­san­ten Artikel dort auch zu vero­ef­fent­li­chen wuerde Dir sicher­lich etwas mehr gehoer einbrin­gen.

    Es Gruesst
    Olli

  2. 1. Männer mit knapp 60 sehen mit gefärb­ten Haaren lächer­lich aus
    2. Männer mit knapp 60 die ins Solarium gehen sehen lächer­lich aus
    3. Korpulente Menschen sollten Anzüge mit zwei Knöpfen tragen, drei tragen auf
    4. Blauer Anzug, rote Krawatte und braune Schuhe lassen jeden wie einen Clown ausse­hen
    5. Weg vom Versicherungsvertreter wollen, aber dann ne Junghansuhr?? Wenn dann Nomos (silber­nes Gehäuse, schwar­zes Ziffernblatt und schwar­zes Lederarmband), dazu silberne Manschettenköpfe
    6. Handy ist echt egal, sieht eh keiner, inter­es­siert keinen, und sagt auch nix aus
    7. Die Brille ist gut, lässt ihn jünger und dyna­mi­scher wirken

          1. Warum drücken? Ich stehe zu meinem Ursprungsbeitrag. Gefärbte Haare gäbe 2–3 Wochen einen ordent­li­chen Sturm in den Gazetten, danach wäre das rum und es würde gut ausse­hen; die Kombination „braune Schuhe/dunkelblauer Anzug/rote Krawatte” ist gera­dezu klas­sisch — und Solarium geht immer.

          2. Darum drücken:

            Hach ja, die Mode … :-)

            Konstantin hat m.E. durch­aus berech­tigt Gegenpositionen bezogen, denen ich z.T auch zustim­men kann.

            Also was wird nun aus der Nomos statt der Junghans? Und über die Brille müssen wir wirk­lich nochmal reden…

          3. Ja gut, die Uhr, da bin ich nicht fest­ge­legt; Junghans war nur eine mögli­che Option, da gibt’s natür­lich viele andere. Nomos ist natür­lich auch eine Option, das ist klar.

            Aber diese Brille mit schwar­zem Rand — nein. Passt nicht zu Steinmeier.

  3. Das ersehnte Stimmvieh erreicht Steinmeier erst, wenn er sein Gesicht schwarz anmalt, ein knall­ro­tes Sakko über­streift und „Ein biss­chen Spaß muss sein” träl­lert.

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