Monthly Archives: November 2011

Unmöglichkeit der unabhängigen Zentralbanken

5. November 2011
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In der neoklassischen bzw. auch in großen Teilen der neoliberalen Theorie wird alles und jedem die Neutralität abgesprochen: Dem Modell des Homo Oeconomicus zufolge sind wir alle Egoist*innen, mal mehr mal weniger, je nachdem ob altruistische Wünsche in den eigenen Bedürfnissen eine Rolle spielen oder eben nicht. Somit hat jeder Mensch bei Entscheidungen seinen eigenen Nutzen im Sinn, ein neutraler Standpunkt ist demnach nicht mehr möglich. Unternehmen maximieren in dieser Theorie seit jeher selbstverständlich nur den eigenen Profit, sie haben nie etwas anderes getan. Alle Individuen tun das im einzelnen ebenso (nur spricht mensch in diesem Fall von Nutzen). Seit geraumer Zeit sprechen die Wirtschaftswissenschaftler*innen nun auch dem Staat das altruistische Handeln ab. Da dieser ebenfalls nur aus einzelnen Individuen besteht, die alle nur ihren eigenen Nutzen maximieren und...

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Offener Brief: Charlotte Knobloch an den Abgeordneten Gerwald Claus-Brunner

4. November 2011
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In ihrem Brief erläutert die ehemalige Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland dem jungen Abgeordneten der Piratenpartei die Symbolkraft des sogenannten Palästinensertuches, und meint, ein solches Tuch sei in einem deutschen Parlament fehl am Platz. Fußnoten aus dem deutschen Parlamentarismus Sehr geehrter Herr Claus-Brunner, zunächst darf ich Ihnen sehr herzlich zu Ihrer Wahl ins Abgeordnetenhaus von Berlin gratulieren. Ich freue mich, dass mit Ihnen und Ihrer Partei eine Vielzahl an jungen Menschen in unserem Land beweist, dass die nachfolgenden Generationen mitnichten politikverdrossen sind. Seit Jahrzehnten ist es mir ein Anliegen, gerade junge Menschen für unsere freiheitliche Demokratie zu begeistern und ihnen zu vermitteln, dass unsere Republik von Zivilcourage lebt und davon, dass wir alle gemeinsam für unseren Staat Verantwortung übernehmen. Entsprechend erfreulich ist es also, dass mit Ihnen und...

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Wir Hetencismänner und der Feminimus

3. November 2011
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Was ich in den letzten Tagen gelernt habe: als Gegenmodell zu Transgender gibt es auch Cisgender, also Menschen, deren biologisches Geschlecht (sex) mit ihrem sozialen Geschlecht (gender) übereinstimmt bzw. die sich so wohlfühlen. Wir sog. „Cisgender” sind allerdings auch keine einheitliche Masse, sondern nochmals zu unterteilen in „Homocisgender” (Lesben, Schwule) und „Heterocisgender”. (Gibt es auch „Bicisgender”? Ich weiß es nicht.) Die „Heterocisgender” sind logischerweise zu unterteilen in „Heterocismänner” und „Hetercisfrauen”. Ich für meinen Teil gehöre also zu den „Heterocismännern”, in der „Szene” genannt „Hetencismann”. Ich bin also biologisch ein Mann, fühle mich auch als Mann und finde Frauen attraktiv (nicht alle). Das nun aber macht mich angeblich automatisch (!) privilegiert. Außerdem bin ich auch noch „weiß”, jedenfalls das, was man so als „weiß” versteht in dieser Gesellschaft. Damit bin...

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Mindestlohn? Maximallohn! Von Gleichheit und Gerechtigkeit

3. November 2011
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Geld ist ein Kommunikationsmittel: Auf dem sogen. freien Markt des Kapitalismus äußern wir unsere Bedürfnisse mit der Zahlungsbereitschaft für ein bestimmtes Gut oder eine spezielle Dienstleistung. Unter diesen Spielregeln betrachtet können die hungerleidenden Menschen der dritten Welt noch so laut nach Nahrung schreien, solange sie kein Geld haben, um ihre Bedürfnisse auf dem Markt zu artikulieren, werden ihre Schreie ungehört verhallen und ihre dringend benötigte Nahrung an anderer, zahlungskräftigerer Stelle konsumiert. Aber ist das gerecht? Hatten wir nicht alle einmal den Traum der Demokratie: Ein Mensch, eine Stimme? Aber was zählt diese Stimme in dieser kapitalistischen Welt, wenn sie nicht von Geld untermauert ist? Richtig: Nichts! Um eine gerechtere Welt innerhalb dieses Systems zu schaffen, braucht es also die gleiche Verteilung des einen Kommunikationsmittels Geld über alle Menschen und...

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Griechenland ist kein Protektorat

3. November 2011
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Vieles wurde und wird zu Griechenland geschrieben. Die sog. „Schuldenkrise” würde sich zur Euro-Krise oder gar zu einer veritablen Weltwirtschaftskrise auswachsen. Das kann wohl niemand abschließend beurteilen. Fakt ist: so lange es nicht die echten Vereinigten Staaten von Europa gibt, mit einem starken und demokratisch gewählten Europäischen Parlament, werden wir es „ertragen” müssen, dass nationale Regierungen machen, was sie wollen. Griechenland ist ein souveräner Staat und kein Protektorat Deutschlands. Griechenland wird mit den sich aus der Volksabstimmung ergebenden Konsequenzen leben müssen (Euro-Austritt und/oder EU-Austritt), ja – aber es ist die Aufgabe der Regierung Deutschlands, einen Plan B in der Tasche zu haben. Das Totalversagen Merkels ist nicht die Schuld der Griechen. Das Problem Europas sind weiterhin nach wie vor nicht die Staatsschulden, sondern die Angst der Regierungen, „die Reichen” angemessen...

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Wir sind dabei

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