Macht wird in Geld gemessen!

Mit dem Slogan „Occupy Wallstreet“, „Occupy Frankfurt“ oder einfach „Occupy Together“ gehen Menschen aktuell im „Westen“ auf die Straße um ihre Unzufriedenheit kund zu tun. Dabei ist trotz aller Aufbruchstimmung viel Orientierungslosigkeit zu beob­ach­ten, einzig in einem Punkt sind sich die Massen einig: So wie bisher kann es nicht weiter­ge­hen!

Die Menschen fühlen sich von den Banken und der Politik verra­ten. Sie sehen, wie immer mehr Milliarden an Dollar oder Euro zuerst für Banken-Rettungsschirme und danach für Staaten-Rettungsschirme (die eben­falls Banken retten werden) ausge­ge­ben wird. Während ansons­ten aller Orts gekürzt und gestri­chen wird: Von der gesetz­li­chen Krankenversorgung, bis zur drin­gend Nötigen Straßenrenovierung im kleinen Heimatort, wo schon Radfahrer von Schlaglöchern verschluckt wurden. Überall ist angeb­lich zu wenig Geld da, während es zur Rettung des Finanzwesens, dessen Akteure Millionen an Gehalt & Boni einstrei­chen, immer reich­lich vorhan­den ist. Im Gegensatz zu Krankenversorgung, Kindergärten, Schulen, Universitäten und Infrastruktur sind Banken nämlich system­re­le­vant.

Dabei über­se­hen viele Menschen, dass wir die Machteliten des Finanzwesens erst mit dieser Macht ausge­stat­tet haben, die ihnen nun die Möglichkeit gibt über das Schicksal von Staaten zu urtei­len. War es nicht der nun aufge­brachte Mittelstand (der sich irrsin­ni­ger Weise für die 99% hält),welcher vor einigen Jahren zins­gie­rig noch den letzten Notgroschen zur Bank seines Vertrauens gebracht hat, verführt von astro­no­mi­schen Gewinnversprechen? Es gab Zeiten, da war es Trend sein Geld in Aktien oder Investmentfonds anzu­le­gen. Kaum jemand hat verstan­den, was da über­haupt vor sich ging, aber alle wollten inves­tie­ren. Ein eigenes Aktienportfolio war so hip, wie heute ein iPhone.

Somit haben wir der Finanzwelt die Macht gegeben! Die macht der Banken ergibt sich aus unserem Geld und unserem Vertrauen. Noch immer lungert unser Geld auf den Konten, Fonds und anderen Anlagen unserer Banken. Wir haben ihnen die Vollmacht gegeben damit noch mehr Geld zu zaubern und vertrauen in einer sehr naiven Art und Weise darauf, dass hinter dem Schreibtisch unserer Bankfiliale ein*e kleine*r Hogwarts Absolvent*in sitzt. Wer von uns hat sich schon jemals für die Zaubertricks inter­es­siert? Hauptsache ist doch, dass die Verzinsung stimmt.

Mit einem einfa­chen Trick können wir der Macht der Banken ein Ende setzen: Morgen gehen wir alle in unsere Filiale und heben unser gesam­tes Vermögen ab! Stutzen und Zögern? Vollkommen zurecht, denn unser Kontoguthaben ist kein Geld, sondern nur der Anspruch auf Geld. Es gibt gar nicht genug Geld, um uns allen unser Vermögen auszu­zah­len, nicht mal annä­hernd! Optimistisch geschätzt exis­tie­ren gerade mal 10% des Geldes wirk­lich und das weniger in Form von Bargeld, sondern eher als Goldbarren, Häusern und Grundstücken. Das gesamte Finanzsystem samt unserer kapi­ta­lis­ti­schen Weltordnung würde in die Knie gehen, wenn morgen alle Kund*innen Bares sehen wollten.

Genau das ist das Problem mit unserem System, wir alle sind der Illusion der Taschenspielertricks des Kapitalismus erlegen und haben sogar begon­nen damit rechnen und zu (be)zahlen. Diese Illusion ist aber untrenn­bar verbun­den mit den großen Magier*innen in den Bürotürmen in Frankfurt, London, New York oder anderswo. Wer die Macht der Banken brechen möchte, sollte sich daher bewusst sein, dass damit auch die Illusion unserer aller Kontenguthaben platzt wie eine Seifenblase.

Kapitalismus beruht auf Illusion und das Volk dürstet gerade nach dem Blut seiner Zauberer!

Autor: Roter Claus

Provokant, überspitzt, abgrundtief ehrlich und in jedem Fall polarisierend: Alltägliche Gedanken zu Politik und Weltgeschehen. Immer mit einer Priese Sozialismus und voller Halbwahrheiten!

5 Gedanken zu „Macht wird in Geld gemessen!“

  1. „Während ansons­ten aller Orts gekürzt und gestri­chen wird: Von der gesetz­li­chen Krankenversorgung, bis zur drin­gend Nötigen Straßenrenovierung im kleinen Heimatort, wo schon Radfahrer von Schlaglöchern verschluckt wurden. Überall ist angeb­lich zu wenig Geld da, während es zur Rettung des Finanzwesens, dessen Akteure Millionen an Gehalt & Boni einstrei­chen, immer reich­lich vorhan­den ist. Im Gegensatz zu Krankenversorgung, Kindergärten, Schulen, Universitäten und Infrastruktur sind Banken nämlich system­re­le­vant.”

    Erwaehneswert hierbei: Das momen­tane Problem wuerde gar nicht bestehen, wenn 95% der EU-Staaten nicht mehr Geld ausge­ben wuerden, als sie einneh­men.
    …unter anderem fuer: Ein Kranken- und Rentenversicherungssystem, das man mit Recht als das groesste Schneeballsystem aller Zeiten bezeich­nen darf, voellig sinn­freie Wohlfuehl-Oeko-Subventionen (das ist hier vermut­lich mit „Infrastruktur” gemeint), oder ein Universitaetssystem, das an Ineffizienz nicht zu ueber­bie­ten ist („…geh ma mal 10 Jahre studie­ren, bezah­len darf den Unsinn mein Automechaniker…”).

    Was im Moment passiert ist die logi­sche Folge des unlo­gi­schen, euro­pa­ei­schen Politikbetriebs. Die Verursacher werden den Schlamassel nie loesen, sondern nur bis zur naechs­ten Wahl aussit­zen. Wie Spass beim Untergang ;)

  2. Hm, manch Einer hat auch nicht den Unterschied zwischen einer Bürgschaft ( wie z.B. Merkels Garantie für Spareinlagen ) und einma­li­gen Ausgaben ( flicken von Schlaglöchern ) und auswei­ten von laufen­den Ausgaben ( mehr Kindergärtner_Innen ! Mehr Lehrer_Innen, ect… ) verstan­den.

    Interessant sind auch die angeb­li­chen Sozial-Versicherungen…
    Die mehr Ähnlichkeit mit einer Steuer haben als mit einer realen Versicherung.

  3. > Die Menschen fühlen sich von den Banken und der Politik verra­ten.
    > Sie sehen, wie immer mehr Milliarden an Dollar oder Euro zuerst
    > für Banken-Rettungsschirme und danach für Staaten-Rettungsschirme
    > (die eben­falls Banken retten werden) ausge­ge­ben wird.
    Und wer ist verant­wort­lich? Der Geber oder der Empfänger?

    Es sind die Politiker, die sowohl die Schulden als auch die „Rettungs”-Schirme zu verant­wor­ten haben.
    Natürlich nehmen die Gläubiger gerne die Staatsknete. Natürlich erzäh­len die Banker gerne von ihrer Unentbehrlichkeit, um an Steuersubventionen zu kommen. Wie das auch alle mögli­chen anderen Lobbies machen, wenn sie kassie­ren wollen.

    Aber es ist immer alleine die Entscheidung der Politik, auf welche Sprüche sie hören und wem sie Geld geben will.

    Die naiven Trottel von „Occupy” kampie­ren vor irgend­wel­chen Bankzentralen. Wenn über­haupt, dann hätten sie gestern vor dem Reichstag demons­trie­ren sollen.

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