Avoda nach Mitgliederentscheid vor Wiederaufstieg

Shelly Yachimovich wurde von den Mitgliedern der Avoda, der israelischen Schwesterpartei der SPD, in einem Mitgliederentscheid zur neuen Vorsitzenden gewählt. Sigmar Gabriel hat ihr dazu gratuliert:

Zu Deiner Wahl zur Vorsitzenden der israelischen Arbeitspartei gratuliere ich Dir sehr herzlich im Namen der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD). Wie Du weißt, fühlen wir uns eng mit der Arbeitspartei und ihren Mitgliedern verbunden. Ihr schaut auf eine stolze Tradition zurück und Ihr habt Israel zu einem modernen und wohlhabenden Land gemacht.

Dass Du nach Golda Meir nun die zweite Frau an der Spitze der Arbeitspartei bist, freut mich besonders.

Ich hoffe, dass Ihr nach Deiner Wahl zu alter Stärke zurückfinden werdet. Die Arbeitspartei wird gebraucht, um im Inneren Reformen voranzubringen, für die Hunderttausende in den letzten Wochen in Tel Aviv und in anderen Städten demonstriert haben. Und Ihr werdet dringend gebraucht, damit es eine starke israelische Stimme für einen neuen Anlauf für Frieden und Versöhnung im Nahen Osten gibt. Bei Eurem Weg, zu einer gerechten Zwei-Staaten-Lösung mit dem Palästinensischen Volk zu kommen, habt Ihr die Unterstützung der deutschen und europäischen Sozialdemokratie.

Und da gute Nachrichten immer schön sind, hier eine wunderbare Nachricht: nach einer neuen Umfrage könnte sich die Avoda aus dem Tal der Tränen (8 von 120 Sitzen) kämpfen und läge jetzt hinter dem Likud auf Rang 2. Es gibt also Hoffnung für die Arbeiterpartei Israels.

Autor: Christian Soeder

Christian Soeder ist Herausgeber von ROTSTEHTUNSGUT und besonders an netzpolitischen Zusammenhängen interessiert.

2 Gedanken zu „Avoda nach Mitgliederentscheid vor Wiederaufstieg“

  1. zu: SPD gratuliert AWODA

    Die AWODA war mal eine sehr wählbare Partei, ja Israels beste Hoffnung. Aber das war, als sie sich unter Politikern wie Rabin und Peres für den Frieden eingesetzt hat. Nun ist sie Mehrheitsbeschafferin der Rechtsregierung Netanjahu-Liebermann. Letztere tut alles, um den Friedensprozess zu verhindern. AWODA macht da widerwillig, aber ohne echten Widerstand mit.

    Wer in Israel gemäßigt-links und für den Frieden ist, der wählt Meretz. Das ist eine von Haus aus sozialliberale und eher säkulare Partei, die Mitglied der Sozialistischen Internationale ist. Wer bürgerlich und für den Frieden ist, wählt Kadima. Die vernünftigen Leute haben AWODA überwiegend verlassen und sind entweder bei Meretz oder in der liberal-konservativen Kadima organisiert, die ebenfalls für den Frieden ist.

    Ohne AWODA hätte Netanjahu mit weiteren rechtsaussen-Splitterparteien koalieren müssen. Das hätte seine Regierung destabilisiert und vielleicht jetzt schon zu Neuwahlen geführt, wie Anfang 1999. AWODAs Regierungsbeteiligung verhindert dies bisher.

    Ich will nicht hoffen, dass Amir Perez und Ehud Barack, die nach wie vor viel Macht in der Partei haben, nächstes Mal wieder den Stabilisator einer Likud-Regierung stellen.

    Wenn AWODA wirklich einen Neuanfang will, soll sie wegen der neuen jüdischen Siedlungen in Ostjerusalem die Regierung verlassen. Mal sehen, wie lange eine Regierung Netanjahu dann noch Neuwahlen vermeiden kann. Er wäre auf Populisten angewiesen. Die könnten angesichts der sozialen Lage in Israel Sparkurse verhindern und so die Regierung zu Fall bringen.

    Links und für den Frieden sieht anders aus. Die SPD sollte ihre Partnerpartei Meretz unterstützen und nicht die Mehrheitsbeschaffer von Netanjahu und Liebermann, die Rabins Werk bewusst sabotieren.

    Georg Ahlers, Hannover

  2. Ich bitte um Löschung meines eigenen Kommentares. Gerade hat mir jemand mitgeteilt, dass AWODA die Regierung verlassen und Barack sich abgespalten hat. Herzlichen Glückwunsch Avoda + REVOCO

    Georg Ahlers, Hannover

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