Grüner Online-Wahlkampf in Berlin

Dazu wollte ich eigentlich nichts bloggen, aber es ist jetzt mittlerweile doch zu lustig. Also: die Grünen in Berlin haben so ein modernes Mitmach-Tool, um sich die Sorgen und Nöte der Bürger anhören zu können und betiteln das vollmundig mit „Da müssen wir ran“. Also im Grunde genommen das Prinzip „Fix my street“. Das Land Brandenburg nutzt das übrigens ganz offiziell. Sehr gute Sache. Nun, wie auch immer. Über die erste „Da müssen wir ran“-Eingabe der Grünen wurde u.a. in ihrem Blog berichtet, die Presse etc. pp. war natürlich auch da, alle zufrieden und so. Bis, ja bis: bis ein Mensch aus der Linkspartei feststellte: da ist was faul im Staate Künastmark. Denn: der Bürger, der einen Problemfall meldete, ist kein „normaler“ Bürger, sondern auch noch Geschäftsführer der Agentur, die den Grünen-Wahlkampf technisch aufzieht. Peinliche Sache. Das haben die Grünen und die Agentur dann auch gemerkt, jedenfalls so halbwegs. Der Genosse Lumma ließ sich das dann nicht entgehen. Bei Grüns dachte man sich: alles nicht so wild. Dummheit, klar, Skandal? Ne. Skandal, das sind die anderen. So. So weit, so lustig. Oder auch nicht. Je nach Perspektive. Aber jetzt, jetzt wird es richtig spaßig. Und das muss ich dann einfach zitieren, was Roland Schröder (SPD) unter „Stadtrat Kirchner leidet offenkundig an Amnesie“ genüsslich schreibt:

Die Verkehrssituation an der Kreuzung Torstraße/Schönhauser Allee wurde von den Grünen Hämmerling, Künast und Kirchner begutachtet. Kirchner versprach schnelle bauliche Veränderung, wie im Artikel „Eine Aufgabe, die bewegt“ nachzulesen ist. Als genau diese Kreuzung von der SPD im Spätsommer/Herbst 2010 im Rahmen einer Kleinen Anfrage thematisiert wurde, um anhand der Beantwortung Maßnahmen zu ermitteln, die dann in einen Antrag an die BVV Pankow eingeflossen wären, antwortete Kirchner noch ganz anders und lehnte bauliche Veränderungen ab. … Insofern sind die Ausführungen von Stadtrat Kirchner, Frau Hämmerling und wem auch sonst noch als Grünes Wahlkampfgetöse ohne fachlichen Hintergrund einzustufen und sollen den Wählerinnen und Wählern offenbar Sand in die Augen streuen und Lösungkompetenz vorgaukeln.

Die Grünen müssen noch lernen: wenn man schon bescheißt, dann darf man sich immerhin nicht erwischen lassen.

Autor: Christian Soeder

Christian Soeder ist Herausgeber von ROTSTEHTUNSGUT und besonders an netzpolitischen Zusammenhängen interessiert.

8 Gedanken zu „Grüner Online-Wahlkampf in Berlin“

      1. So sinnig das Anbiedern an beide Fangruppen auch ist: Von einer Bundesliga-Garantie für den einen Klub von beiden lese ich da nichts ;-)

        Und wenn ich leere Versprechungen will, kann ich ja auch FDP wählen.

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