Ein interessantes Gespräch — ganz anders als übliche Interviews — führten die Blogger Frank Lübberding, Thomas Strobl und Jochen Venus von weissgarnix.de und Formfrei mit Peer Steinbrück für die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Es ging um Schulden, Staat und das Primat der Politik. Und die drei Blogger fühlten dem ehemaligen Finanzminister tüchtig auf den Zahn.
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„Auf den Zahn gefühlt”? Da müssen wir wohl verschiedene Interviews gelesen haben. Beispiel: Im Euro-Raum haften die inzwischen Steuerzahler des ein Landes in einer Transferunion für die Schulden der Politiker eines anderen. Genau das verbietet jedoch „Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union”. Halb Deutschland ist über dieser neuerliche Bauernfängerei im Namen der EU in Aufruhr. Steinbrück und seine Interviewpartner schütteln einträchtig den Kopf über diesen „neuen Chauvinismus” und erklären die Transfers für notwendig für das „Friedensprojekt Europa”.
Warum keine Reizthemen, etwa wo Steinbrück die Unterschiede sieht zwischen seiner Vorstellung von Sozialer marktwirtschaft und der Vorstellung jener Männer, die diese erfanden? Oder wieso das Volk nicht über die europäsiche Verfassung abstimmen durfte und danach über den Lissabon-Vertrag? Hier haben die FAZ-Redakteure zwei Blogger gesucht und gefunden, die mit dem vermutlichen nächsten SPD-Kanzlerkandidaten das gleiche Weltbild teilten. Dabei kam ein freundlicher Austausch verbaler Wattebäuschchen heraus. Schade um die Gelegenheit.
ähnlich spannend, als ob zwei Journalisten einen Journalisten über Jorunalismus interviewen.
Abgesehen davon sollte Herr Steinbrück mal die europäischen Verträge lesen, die Sache mit dem EU-Länderfinanzausgleich steht da irgendwie genau anders drin …
Komisch, habe das komplett anders gesehen: http://www.bissige-liberale.net/2011/08/01/verpasste-chance/