Kurzhinweis: IPG: „Warum fossile Brennstoffe für die armen Länder unverzichtbar sind“

Noch ein rascher Kurzhinweis auf einen Artikel in der Zeitschrift „Internationale Politik und Gesellschaft“, hg. v. der FES, der sich aus einem anderen Blickwinkel der Thematik „Energie“ und „Klimaerwärmung“ (PDF) nähert:

Das Bevölkerungswachstum stellt ein viel ernsteres Problem dar als die Klimaerwärmung. Maßnahmen zur Eindämmung des Bevölkerungsanstiegs müssen höchste Priorität eingeräumt werden, weil sonst Hungersnöte, Epidemien und Bürgerkriege große Regionen der Erde in Verelendung stürzen werden. Mit wachsendem Wohlstand sinkt die Geburtenrate automatisch. Dazu bedarf es aber bezahlbarer Energie wie Kohle, Erdöl, Erdgas und Uran. Diese Primärenergieträger sind so lange unverzichtbar wie es Länder mit einem Bruttoinlandsprodukt von weniger als 1000 Euro pro Kopf und pro Jahr gibt.

Ich lese ihn gerade und kann ihn deshalb noch nicht kommentieren. Er scheint aber nicht schlecht zu sein.

Gerd Ganteför: Bevölkerungswachstum und Klimawandel: Warum fossile Brennstoffe für die armen Länder unverzichtbar sind. In: Internationale Politik und Gesellschaft. Heft 1. Berlin 2011. S. 114-133. (PDF)

Autor: Christian Soeder

Christian Soeder ist Herausgeber von ROTSTEHTUNSGUT und besonders an netzpolitischen Zusammenhängen interessiert.

5 Gedanken zu „Kurzhinweis: IPG: „Warum fossile Brennstoffe für die armen Länder unverzichtbar sind““

  1. „Maßnahmen zur Eindämmung des Bevölkerungsanstiegs müssen höchste Priorität eingeräumt werden, weil sonst Hungersnöte, Epidemien und Bürgerkriege große Regionen der Erde in Verelendung stürzen werden.“

    Mal ganz davon abgesehen, dass Letzteres für Ersteres sorgt, gibt es Letzteres trotzdem auf der Welt.

    „Mit wachsendem Wohlstand sinkt die Geburtenrate automatisch. Dazu bedarf es aber bezahlbarer Energie wie Kohle, Erdöl, Erdgas und Uran“

    Dass diese Energieträger zwar bezahlbar sein mögen, aber gleichzeitig riesige Folgekosten erzeugen, dürfte inzwischen schon zu Genüge bewiesen worden sein. Für Länder, die nicht über ausreichend fossile Brennstoffe verfügen, ist es billiger in erneuerbare Energien zu investieren als den Kram zu importieren, da sie somit auch die Mögllichkeit bekämen mehr Unabhängigkeit zu erlangen.

  2. „Das Bevölkerungswachstum stellt ein viel ernsteres Problem dar als die Klimaerwärmung.“

    Der hat Autobahn gesagt, das ist völlig indiskutabel. ;)

    Zum Thema: Das ist eine akademische Diskussion, weil sich die betreffenden Länder sowieso nicht für Klimapanik interessieren. Dritte Welt kenne ich nicht, aber Schwellenländer schon: Glaub mir, da interessiert sich kein Mensch für Klimawandel, und eine Regierung, die teure CO2-Vermeidungsgesetze einführen würde, würde mit Mistgabeln und Fackeln aus dem Amt gejagt.

    In solchen Ländern fängt gerade eine marginale Bewusstseinsentwicklung in Richtung Umweltschutzthemen an (Tiere nicht einfach kaputthauen, Müll nicht einfach in den nächsten Wald schmeissen). In wirklich armen Ländern gibt’s vermutlich nicht mal das.

    Klimawandel ist ein Luxusproblem, um das man sich kümmern kann, wenn sonst nix ansteht (siehe Deutschland).

    1. „Das ist eine akademische Diskussion“

      Klar, was auch sonst? Ist ja auch eine akademische Fachzeitschrift. ;-)

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