Zweimal Grün

Heute rasch zwei Links zu den Grünen. Einmal eine Analyse zum Gerechtigkeitsempfinden der Grünen-Wähler des „Göttinger Institut für Demokratieforschung“, Zitat:

Noch scheint der Streit beherrschbar, doch die Werthaltungen der neuen grünen Wähler stellen die Frage, wie es die Grünen mit welcher Gerechtigkeit halten, erneut in aller Deutlichkeit. Und dennoch scheint nichts gefährlicher, als hierauf eine Antwort zu liefern. Die Architekten der Agenda 2010 mögen als warnendes Beispiel genügen. Denn auch dies zeigte sich in den Befragungen: Ein konsistenter Gerechtigkeitsbegriff existiert für alte wie neue grüne Wählernnicht. So politisiert die Frage der Gerechtigkeit im linken Lager ist, so wenig scheint sie für grüne Wähler tatsächlich virulent. Kurzum, von den Grünen erwartet man die Lösung dieser Frage nicht – zumindest auch ein Zeichen dafür, dass diese sich allmählich aus dem linken Lager lösen.

Außerdem eine Analyse für die Grünen-nahe Böll-Stiftung mit der Frage, ob die Grünen zur Volkspartei geworden sind. Zitat:

Ob allerdings der hier sichtbar werdende Trend als auch das Ergebnis in Baden-Württemberg es rechtfertigen, die Grünen als „neue Volkspartei“ einzustufen, sei dahingestellt. Betrachtet man ihre hauptsächlich elektorale Basis, die sich vor allem aus Beamten, Angestellten und zunehmend auch aus Selbstständigen, die überwiegend aus dem Bereich der sogenannten kreativen Berufe und der Humandienstleistungen kommen, rekrutiert, könnte man sie allenfalls mit etwas Wohlwollen als „Volkspartei der modernen Mitte“ bezeichnen. Letzten Endes kommt es aber nicht auf das Etikett an, sondern darauf, wie die Grünen in Zukunft mit ihrem Bedeutungszuwachs umgehen werden.

Kann man lesen.

Autor: Christian Soeder

Christian Soeder ist Herausgeber von ROTSTEHTUNSGUT und besonders an netzpolitischen Zusammenhängen interessiert.

5 Gedanken zu „Zweimal Grün“

  1. „Denn auch dies zeigte sich in den Befragungen: Ein konsistenter Gerechtigkeitsbegriff existiert für alte wie neue grüne Wählernnicht. So politisiert die Frage der Gerechtigkeit im linken Lager ist, so wenig scheint sie für grüne Wähler tatsächlich virulent. Kurzum, von den Grünen erwartet man die Lösung dieser Frage nicht – zumindest auch ein Zeichen dafür, dass diese sich allmählich aus dem linken Lager lösen.“

    richtig! ich verbinde den begriff „gerechtigkeit“ mit der spd!
    und ich erwarte die lösung dieser frage von der spd!!!!!
    kleine, aber wichtige einschränkung: von der spd willy brandts UND lafontaines!
    obs euch passt oder nicht: ich wähle euch nicht bis ihr eure steinmeiers, steinbrücks, münteferings, schröders, riesters, rürups usw. entsorgt habt! und ich weiß mich in guter (roter) gesellschaft!
    ROT STEHT MIR GUT!!!!!! (manch andere sollten das mäntelchen allerdings ablegen!)

  2. Natürlich ist die ‚Gerechtigkeit‘ das Markenzeichen der SPD. Nur wird sie von immer mehr Menschen in dieser Hinsicht als eine „Dame ohne Unterleib“ betrachtet.

    Zum Bremerhavener Beispiel: Als Ex-Bremer kann ich sagen, dass man überall, wo man dort im sozialen Bereich hingriff, schon immer auf rundumversorgte SPD-Genossen in den Geschäftsführungen stieß, stets untereinander eng verbandelt über AWO, ASB, Martinshof, Stiftungen usw. Denn auch der ’soziale Bereich‘ ist ein lukrativer Markt, kein kleiner dazu. Und die dort Betreuten galten dann auch nur als ‚Ware‘ – oder als BWL-Zahlen auf dem Papier. Bremerhaven ist demgegenüber noch einmal ein gesteigertes Kaliber – wo viel Hartz IV, da viel Geschäft. Auch leistet man sich derzeit bspw. zwei Bürgermeister, allein deshalb, weil der eine – salopp gesagt – ‚keinen Bock‘ mehr hat und lieber chillen will …

    http://www.taz.de/1/nord/bremen/artikel/1/joerg-schulz-darf-gehen/

  3. Die Grünen werden bei den nächsten Wahlen auf jeden Fall gut abschneiden, egal ob Stuttgart 21 richtig in den Augen der Grünen-Wähler gelöst wird. Die Grünen-Wähler wissen meines Erachtens, dass eine neue Landesregierung keine Wunder vollbringen kann und demokratische Abstimmungen notwendig sind.

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