„Linke Partei mit radikalen politischen Zielen”

Aus einem „Heise”-Kommentar:

Die Piraten haben sich in erster Linie selbst geschadet, mit ihren wirren Forderungen des letzten Bundesparteitages. Ab dem Zeitpunkt muss man einen Schnitt machen und einfach zugeben, dass aus einer sympa­thi­schen Nischenpartei mit vernünf­tigen poli­ti­schen Zielen eine linke Partei mit radi­kalen poli­ti­schen Zielen wurde, die niemand ernst­haft wählen würde, wenn er alle Beschlüsse dieses Parteitags kennen würde.

Jaja, „Heise”-Kommentar, ich weiß. Aber manchmal steckt darin ja auch ein Körnchen Wahrheit. Ich habe mir jetzt nicht alle ange­nom­menen Anträge genau ange­schaut, das scheint mir schon auch links zu sein — aber radi­kale poli­ti­sche Ziele? Inwiefern das denn?

Über Christian Soeder

Christian Soeder ist Herausgeber von ROTSTEHTUNSGUT und besonders an netzpolitischen Zusammenhängen interessiert.

3 Kommentare zu “„Linke Partei mit radikalen politischen Zielen”

  1. Über „radikal” lohnt nicht zu streiten, da hat jeder andere Abgrenzungen. „Ziemlich” links wäre wohl unstrittig als Einordnung.

    Der Knackpunkt ist dabei weniger, daß die Piraten eine weitere linke Partei sein sollen. Ist ja zulässig, darf jeder machen.

    Aber man fragt sich, wo da die inhalt­liche Stringenz sein soll. Wer die eigent­li­chen Kernthemen der Piraten (Bürgerrechte, Datenschutz, Internet) schätzt, kann alle mögli­chen sons­tigen Positionen haben, nicht nur dezi­diert linke.
    Um nicht zu sagen: Die Priorität auf Datenschutz und Privatsphäre oder gene­rell „den Staat geht das gar nichts an, was ich mache” ist eher ein Widerspruch zu manchen linken Richtungen.

    • „Aber man fragt sich, wo da die inhalt­liche Stringenz sein soll. Wer die eigent­li­chen Kernthemen der Piraten (Bürgerrechte, Datenschutz, Internet) schätzt, kann alle mögli­chen sons­tigen Positionen haben, nicht nur dezi­diert linke.”

      Meine Rede. Ich hätte die Piratenpartei nur im Kernthema „Internet und so” aufge­stellt. Das wäre für 5% gut gewesen. Stattdessen wird es eine weitere grün-sozialdemokratische Partei mit Internet-Kompetenz. Nuja. Ist sicher­lich ehrli­cher, aber vermut­lich auch erfolg­loser. Muss uns aber nicht kümmern.

      • Mit Internet und Bürgerrechten hätten sie auch den Weg Richtung libe­raler Partei einschlagen und der FDP den Gnadenstoß versetzen können.

        Ich denke, da wäre einfach mehr „Platz” und damit bessere Überle­bens­chancen als im linken Lager, wo sich mit Linkspartei, SPD und Grünen schon drei Parteien tummeln.