Seehofer: „Bis zur letzten Patrone”

9. März 2011
By

Horst Seehofer, Ministerpräsident Bayern, in Passau am 9. März 2011:

Aus der „Berliner Zeitung” vom 6. März 1995:

Der Krieg ist längst verloren, als am 9. März der Befehl erlassen wird, der in den letzten Kriegstagen noch mehr Berliner in den Tod treiben soll — der „Grundsätzliche Befehl für die Vorbereitungen zur Verteidigung der Reichshauptstadt”. Der Auftrag lautet: „Die Reichshauptstadt wird bis zum letzten Mann und bis zur letzten Patrone verteidigt.” Ein Netz von Gräben und Sperren soll errichtet werden. Der Befehl trägt die Unterschrift Hellmuth Reymanns. Nach dem Krieg streitet er ab, diese sinnlose Anordnung zum Durchhalten erlassen zu haben. „Jeder Häuserblock, jedes Haus, jedes Stockwerk, jede Hecke, jeder Granattrichter” müssen „bis zum äußersten” verteidigt werden, heißt es in dem seitenlangen Befehl. In den Berliner Betrieben sind „Provokateure oder aufsässige Ausländer vom Werkschutz sofort unter rücksichtslosem Gebrauch aller Machtmittel festzusetzen oder unschädlich zu machen”. Schließlich fordert der Befehl von den Berlinern den „Volkskrieg im Rücken des Feindes”: „Hierzu sind in erster Linie Freiwillige einzusetzen, die von fanatischem Willen und Haß beseelt sind, den deutschen Heimatboden zur Hölle für den Bolschewisten werden zu lassen.” Die Wälder um Berlin sollen den „Volkskriegern” als Schlupfwinkel dienen.

Seehofer: abtreten!


Ähnliche Artikel:

Tags: ,

5 Responses to Seehofer: „Bis zur letzten Patrone”

  1. Frank (frontmotor) on 9. März 2011 at 20:31

    Als Verwaltungsrat der BayernLB, oder auch nur als dessen Parteifreund, sollte man aufpassen, wen man als Einwanderer in die Sozialsysteme bezeichnet.

  2. Volker on 11. März 2011 at 01:30

    Nur mal zur Erinnerung:
    Das Land Bayern war bis 1989 selbst fleißiges Nehmerland im Finanzausgleich.

  3. Alex on 11. März 2011 at 10:02

    Auch wenn ich Seehofer inhaltlich intensiv widerspreche, finde ich die Aufregung über die Formulierung, die bis zu einer Klage durch einen Sozi geführt hat, in hohem Maße lächerlich.
    Das ist eine hysterische Überreaktion, mit der die SPD sicherlich nicht an Bodenhaftung und an Rückhalt im Volk gewinnt.

    Lasst uns in der Sache hart und entschieden kämpfen, aber nicht an dummen Formulierungen hysterisch aufgeilen. Und nicht immer gleich nach Rücktritten geifern. Das ist stillos.

  4. R.A. on 11. März 2011 at 12:57

    Schwer vorstellbar, daß jemand die kreischende Blödheit einer Claudia Roth noch überbietet. Aber der SPD-Kasparick hat es mit seiner Anzeige gegen Seehofer geschafft.

    die Formulierung „bis zur letzten Patrone” erinnere ihn an die Propaganda am Ende des Zweiten Weltkriegs 1945

    Und weil ER sich ausgerechnet daran erinnert, ist das also Volksverhetzung?

    Kurzes Googlen:
    Da gab es 1958 einen Western mit diesem Titel.
    http://www.imdb.de/title/tt0053236/

    Der pöse FC Bayern verwendet die Redewendung auch.
    tz-online.de/sport/fussba…rn-kaempft-tz-765210.html

    Oder die Firma Siemens.
    sueddeutsche.de/wirtschaf…atrone-gekaempft-1.281411

    Oder die faschistischen Handballer im Bergischen Land.
    bhc06.de/aktuell/pressesp…s-zur-letzten-patrone201c

    Sogar die Jugend wird ähnlich verhetzt.
    jugendbuchshop.de/Geronim…-Patrone-von-Peter-Dubina

    Alles Nazis – außer Mutti.

    Ob die Staatsanwaltschaft sich wirklich mit diesem Unsinn beschäftigt?

  5. F.Alfonzo on 11. März 2011 at 23:35

    @ R.A.: M.E. sollte das stellen dummer Strafanzeigen selbst einen Straftatbestand darstellen, damit waere wohl 95% der Arbeit der Staatsanwaelte vom Tisch.

    Abgesehen davon ziemlich laecherlich, ausgerechnet den Seehofer mit der Nazi-Keule angreifen zu wollen, der ist sozialdemokratischer als die meisten SPD-Parteimitglieder (ich glaub der ist nur deshalb bei der CSU, weil man als Sozi in Bayern kein Bein in ein Parlament bekommt).

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Wir sind dabei

re:publica 12

Facebook

Switch to our mobile site